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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-09 · Heft 15 (9.4.1842) · p. Seite 220

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 15 (9.4.1842)
Date
1842-04-09
Page
Seite 220 (sequence 12)
Language
German
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220 Ordnung gestattet) beliebt worden. Der Finanz- Punkt liegt (wie aus der hiesigen Zeitung zu ersehen) jetzt so: die Konferenz schlug vor, Privatpersonen, Gemeinden und Korporationen, die durch Aufhebung des Schutzgeldes beeinträchtigt würden, aus der Landeskasse zu entschädigen, die Königl. Kasse aber für den Ausfall vorläufig bis Ablauf der gegenwärtigen Periode (I. Juli 1847) nicht zu entschädigen, dann aber die Sache in weitere Ueberlegung zu nehmen. Die Konferenz-Mitglieder räumten selbst ein, es sei dieses nur ein Nolhbedarf, da eine andere Vereinbarung gar nicht zu erzielen gewesen sei; inzwischen trat die zweite Kammer mit überwiegender Majorität diesem Vorschläge bei, wogegen die erste Kammer ihn mit Ausnahme von nur zwei Stimmen ablehnte und zwar weil der gewählte Modus eine Entschädigung der Königl. Kasse durch die Landeskasse nach Ablauf der Finanzperiode in Aussicht stelle. — Altona, im März. (Eingesandt.) In No. 9. des Jahrgangs VI. der „allgemeinen Zeitung des Judenthums" ist uns eine zwar geringe, aber doch nicht ganz unerhebliche Unrichtigkeit ausgefallen. Das Werk, das dem Herrn Chacham Bernays zugeschrieben wird, heißt nicht „Biblischer" sondern „Bibelscher" Orient. Sein Autor mußte wol triftige Gründe gehabt haben, ihm statt jenes gebräuchlichen, diesen eigenthümlich zugestutzten Beinamen zu ertheilen. Einsender vermuthete einmal, diesem Epitheton läge der Name von Biblos, einer Stadt im alten Aegypten und nicht der der Bibel zum Grunde, und daß deßhalb das Adjektiv so außergewöhnlich gebildet sei. Was indeß zu dieser Voraussetzung noch größeres Gewicht legte, war der Inhalt und der Zweck jenes antibiblischen Bibelschen Orients. Denn von Anfang bis an's Ende geht dieser auf nichts Geringeres ab, als die totale Ableugnung der Offenbarung des lebendigen Gottes, indem er den Heiligen Israels mit den fluchwürdigsten Götzen Kanaan's verschmilzt und vereinerleit, und damit einen würdigen Vorläufer des wahnsinnigen Buches von Herrn Professor Daumer bildet, dessen Titel ich abzuschreiben, und an reiner Stätte zu nennen Scheu trage. Uebrigens ist jenes gotteslästerliche Werk durchaus im Geiste der damaligen symbolischen Schule des katholischen und protestantischen Deutschlands, der Schlegel, Creutzer, Kanne und Sickler abgefaßt, und hatte eine ganz gleiche Tendenz. Ich weiß nicht, ob und wo der Herr Chacham Bernays sich vom Verdachte, der Autor dieser theologischen Schandschrift zu sein, authentisch und feierlich gereinigt hat. Wir wünschen zu seiner Ehre, und im Geiste des von ihm verwalteten Amtes, daß dieß auf's feierlichste in Bälde-geschehen möge. Wäre er aber der — jugendliche — Autor: so könnte ihm nur das Eingeständniß einer durchaus umgewandelten Ueberzeugung in seinem Amte und in seiner Würde anständig erhalten. Besser wäre es jedenfalls, durch einen förmlichen Protest diejenigen als Lügner zu brandmarken, die ihm eine solche gottesleugnerische Schrift unterschieben, oder doch noch immer auf ihn, als dem Autor derselben hindeuten, als jenes Gift der Verläumdung in einem unterköthigen Schaden sortkriechen zu lassen: Drmäi rmn. St. Aus Mittelfranken, 12. März. (Privatmitth.) Als Beweis, daß die Bestrebungen und Leistungen der Bekenner des mosaischen Glaubens Allerhöchsten Orts auch die verdiente Anerkennung finden, mag dienen, daß der israel. Lehrer in Wittelshofen, k. b. Landgerichts Dinkelsbühl, Jakob Mandel, für seine Trauerrede beim Absterben der sel. Königin von Baiern sehr belobende Dankschreiben von Ihrer Majestät der Königin von Preußen?, Se. Königl. Hoheit dem Prinzen Karl von Baiern, und Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Marie, zukünftigen Kronprinzessin von Baiern, erhalten hat. Aus Mittelfranken, 13. März. (Privatmitth.) —. Der Rabbinatsdistrikt Ansbach, welchem früher der ehrwürdige Moses Hochheimer, sel. Andenkens, Vorstand, ist, da er 23 Gemeinden enthielt, in 3 Rabbinate gctheilt worden, nämlich Ansbach, Schopfloch und Welbhausen. Herr Grünbaum wurde zum Rabbinen in Ansbach, Herr Ehrlich zum Rabhinen in Schofloch ernannt, und beide in einer Woche, Mitte Juli 1841, in ihr Amt feierlich eingesetzt, seit welcher Zeit beide Männer auch zum Segen ihrer Gemeinden und zum Heile Israels wirken. Langsamer geht es mit der Besetzung des neugebildeten Distrikts Welbhausen. Dort wurde am Ersten, bereits vor mehreren Jahren, gewählt, und noch ist nicht entschieden, wem die dortige Stelle

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