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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-09 · Heft 15 (9.4.1842) · p. Seite 212

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 15 (9.4.1842)
Date
1842-04-09
Page
Seite 212 (sequence 4)
Language
German
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212 smid um ein Attest, daß Herr David Woelf Marks als Sekretär des gottesdienstlichen Instituts genannt „West-f.«>ockon-8)iwAoxuk! of British Jews" registrirt werde, befolgten Maßregeln vollkommen einverstanden ist"). (Auf diese Weise haben also das Bcth-Din und das Kommitt« die Verantwortlichkeit solidarisch übernommen.) Hamburg, 29. März. (Privatmitth.) Am 27. Januar hat die Einweihung der West-London- Synagoge unter ungeheuerm Zudrang statt gefunden. Der Geistliche der neuen Synagoge, Herr Marks, hat in der Einweihungs-Rede sehr offenmüthig den Standpunkt der neuen Gemeinde dargestcllt. Die Rede ist bereits hier übersetzt erschienen, und jedenfalls ist es nothwendig, daß die Allg. Zeit, des Judenth. die betreffenden Stellen daraus entnimmt. Der Geistliche begann damit das 22ste Kapitel des Buches Josua, welches die Errichtung eines Altars von Seiten der drittehalb, jenseits des Jordans wohnenden Stämme bespricht, zu exponiren. Dann fährt er fort: ,,Gicbt es nun, m. B., giebt es ein Erbtheil, das wir mit der größten Sorgfalt der Nachwelt zu überliefern haben, giebt es einen Besitz, ohne den das Leben unerträglich und der Tod schrecklich ist, giebt es ein Gut, welches, von der allgütigen Vorsehung gewährt, alle übrigen Gaben überwicgt; so ist cs die Liebe zu der Religion, in der wir geboren, und die Achtung vor den Gesetzen, in denen wir erzogen sind. Zu jeder Zeit, bei jeder Nation, ganz besonders aber in Israel ist diese religiöse Liebe und Ehrerbietung in größerem oder geringerem Maßstabe durch äußere Observanzen ausgedrückt worden. Als daher der Ewige Israel mit der Kundmachung seines göttlichen Willens und mit der Ertheilung von Gesetzen, Rechten und Verordnungen begnadigte, „die der Mensch üben und darin leben soll," wurden auch zahlreiche äußerliche Uebungen vorgeschrieben, damit der Mensch zu jeder Zeit sei- *) Ohne dem Verlauf dieser höchst wichtigen Angelegenheit vorgreifen zu wollen, bedauern wir nur, daß dieselbe Hand, die in fremden Welttheilen die Intoleranz bekämpfte, bei diesem Akte die Initiative ergriff. Corresp. nem Volke und der ganzen Welt Beweise seiner Verehrung für die höchste Gewalt, die solche Gesetze und Anordnungen erlassen hatte, geben könne. Daß dies die Grundabsicht aller äußerlichen Religionswerke sei, das schärft der Verfasser des Pentateuchs unserem Geiste ein, wenn er versichert (Levit. 18, 5): Denn dies ist eure Weisheit und eure Vernunft in den Augen der Welt (of thc worid), welche, wenn sie von allen diesen Gesetzen hören, ausrufen werden: wahrlich, ein weises und verständiges Volk ist diese große Nation! Und wahrlich, so lange die große und wirkungsreiche Vorschrift „nichts hinzu und nichts davon zu thun" (Deut. 13, 1) befolgt wird, solange wird auch das Israelitische Volk fortfahrcn die angegebenen höheren Zwecke zu erfüllen, und so lange darf cs zuversichtlich hoffen, daß „alle Familien der Erde gesegnet werden" (Genes. 12, 3) und daß „die Erde erfüllt werde der Kcnntniß Gottes wie Wasser daS Meeresbett bedeckt" (Jes. II, 9). Doch wenn die Achtung, in der die äußerlichen Handlungen der Religion mit Recht stehen, groß'ist, so muß auch unsere Sorgfalt groß sein, nicht von dem Geiste des Gesetzes abzuweichen und es müssen nicht die Observanzen, durch die wir unsere Ergebenheit gegen Gott beweisen sollen, diese Ergebenheit selbst überholen. 'Wir müssen nicht Form und Inhalt verwechseln, nicht eine endlose Zahl von Ceremonien als den letzten Endzweck der Religion, alles Sittliche, alles Geistige, Alles was die ewige Erlösung des Menschen betrifft aber als untergeordnet betrachten. Denn während wir unserm Gotte Liebe, Verehrung und Dankbarkeit widmen, müssen wir nicht glauben, ihn abgefunden zu haben, wenn wir zu den wenigen, aber höchst heilsamen Andachtübungen, die er vorgeschrieben hat, einige schädliche' weil bedeutunglose Ceremonien fügen. Und da es nun im Verlaus der Geschichte das eigenthümliche Mißgeschick unseres Volkes war, in diesen besonderen Jrrthum zu verfallen, so halten wir, deren Absicht es ist, dem Uebel, so weit es den öffentlichen Gottesdienst anbelangt, Einhalt zu thun, es für unsere Pflicht, gegen uns selbst und die Gesammtheit unserer Mitbrüder gleich beim Beginnen unserer Laufbahn zu erklären, daß es nicht Neuerungssucht, nicht Geringschätzung jener Institutionen ist, die unsere nächsten Vorfahren heilig hielten; son-

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