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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-09 · Heft 15 (9.4.1842) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 15 (9.4.1842)
Date
1842-04-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ti. Z-ihrga»g. Allgemeine No. IS. Zeitung -cs Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Rcdacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philrppfon, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 9. April 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 86 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. , wohllöbl. Zeitungs- Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 30. März. Die Dokumente, welche wir in jüngster und dieser Nummer dem Publikum in der Angelegenheit der preußischen Israeliten vorgelegt, und die wir wol noch vermehren werden, stellen allerdings eine sehr merkwürdige Thatsache auf, die unter der Masse der Vorgänge jüngster Zeit wol hervorzuheben ist, da sie den faktischesten Boden hat. Was sich von der Richtung, welche die Gesetzgebung in Preußen nehmen wolle, verlautete, that kund, daß man eine jüdische Nationalität zur Basis nehme, die man bewahren, um derentwillen man aber auch den Juden eine gesonderte Stellung als Korporation geben wolle. Es soll hier nun noch gar nicht untersucht werden, inwiefern sich hierin eine ganz neue ideelle Anschauung des Staates offenbare, indem anstatt der bisherigen, daß der Staat die Einheit seiner Glieder anzustreben habe, die, daß der Staat eine Sammlung von Spezialitäten sein solle, Geltung gewönne; auch nicht daß, wenn wirklich eine Nationalität vorhanden wäre, diese in den Gränzen des Korporativen viel zu beschränkt aufgefaßt würde, da Nationalität weit mehr als Korporativität ist. Sondern das Eine müssen wir hervorhebcn, daß die Israeliten ihrerseits durchaus die Nationalität ableugneten, gegen die Vermutbung und Insinuation derselben protestirten. Es ging dies ebensowol von Geistlichen, wie-von Gemeinden aus, nicht bloß von großen städtischen, sondern auch von Landgemeinden, nicht bloß von den Repräsentanten, Vorstehern, Aeltesten der Gemeinden, sondern vielseitig von der ganzen Masse der Gemeinden, da an vielen Orten die ganze Gemeinde zur Berathung darüber versammelt worden. Man würde erstaunen, wenn man die Korrespondenz, welche die Redaktion dieser Blätter über diesen Punkt pflog, vor sich hätte, welche llebereinstimmung darin herrschte, jede Nationalität von sich zu weisen. Es hat schon sehr viele Emanstpationsautoren gegeben, welche sich lediglich um diesen Punkt drehten, und von den Juden eine feierliche Absage ihrer Nationalität verlangten — die preußischen Juden haben sie somit gegeben. Es hat schon viele Schriftsteller auf diesem Felde gegeben, welche behaupteten, das wäre Alles Erfindung und Täuschung etlicher „jüdischer Doktoren und junger Rabbinen"—- die preußischen Juden haben sie Lügen gestraft, indem sie es solidarisch auf sich nahmen. Man nehme nur hübsch die Landkarte zur Hand, und man wird sehen, daß eben so sehr die Israeliten, welche die Spitzen der Alpen schauen/ wie die, welche die Dünen der Ostsee bewohnen, sich darin vereinigten. Man kann also sagen, daß hiermit den Antiewanzipisien ein Hauptmoment genommen, einem Pfeile mehr die Spitze abgebrochen ist. Denn sonnenklar und logischrichrigst ist es, wenn eine Masse die Nationalität ver, leugnet, so besitzt sie keine. Denn im Gegrntheil, besitzt sie solche, so handelt sie, selbst ohne klares Bewußtsein,

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