Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-04-02 · Heft 14 (2.4.1842) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 14 (2.4.1842)
Date
1842-04-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225227-3225242--04262-3313842
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 14 meine llichartheiisches Organ für Mos jüdische Interesse. V- ' . Re-acteur: Berlag von Vr. Ludwig Philipp-»«, Baumgärtyers Buchhandlung .Geistlicher der israelitischen Gemeinde -u Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster ^oncesisi'on.) ' Leipzig, den 2. April 1842. ' Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselbendie allgemeinste Verbreitung zu.geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für "den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Leitender Artikel. Magdeburg, den 21. März. Eine Feit der Gährung verschont kein Verhältniß, das irgend in rhr>GMt Mt; die ätzende Säure dringt ' überall durch, und zerfrißt gesunde und kranke Theile. Unter so. vielen ^inM, an-denen die israelitischen Gemeinden sich Ln neuerer Feit oft genug krank'zeigen, steht! Verhältniß des Ge i st l L ch e n und der Ge- Mei'lrde oben an. Ich spreche hier natürlich nur von den Ländern, wo es völlig im Belieben der Gemeinden fleht, sich einen Rabbinen, Predigex, Retigionslehrer zu geben, oder nicht. Da, wo die Landesregierung dieses Verhältniß, regukirt, oder wenigstens festgestetlr hat, bleibt weiter keine. Frage übrig.. In jenen aber geht, es oft schauderhaft genug" zu, und bei den vielen Streitelemcn- W, die in den GemeinLett sich aufhäufen, ist die Rabbinersache eines der--hHptsächlichsten. Wir wollen die -Gründe und Ursachen I njcht näher unttrsuchen, wodurch das GeLfllLchenLttstLtut hei'den Juden Ln so großen Verfall gerath.en, wol aber, .weshalb es Ln seine vollen Eh- -<^en wieder einzuse^en, nur.hie und da, im Allgemeinen noch wenig gelungen.^ Der erste. Mangel )st: .weil die Gemeinden ohne festgestellte Prinzipien zur Wahl eines Geistlichen. schreiten. Kie Wahl eines solchen ist meisthin ein Zankapfel, wie. Lichts mehr. So leicht oder so schwer es sein mag , je- Hknfalls müßte eine Verständigung,, eine Feststellung der Majorität unter den flimmgebenden Mitgliedern vorausgehen, welche die Forderungen sein sollen, die sie an ihren Geistlichen zu machen, welcher Färbung er überhaupt sein sott. Dadurch würde überhaupt die Wahl sichrer und einfacher werden, die "Gemeinde hätte ^ihre Richtung schon -sich selbst gezeichnet. Man komme mir nicht mit Kopfschütteln und Bedauern: die Richtung müßte schon in der .Sache selbst ausgesprochen liegen. Sie ist es aber Ln der Wirklichkeit nicht, und wir halten uns hier ganz an das Wirkliche. Bei der Ratlosigkeit der Gemeinden über ihren eignen Willen, tritt das Persönliche und die Wichtigthuercr. des Persönlichen grell hervor. Entweder die Wahl dreht sich überhaupt nur um eine Person, oder eine Partei tritt schreiend hervor, und ruft nun das Zeter der Gegenpartei eben so stark iu's Leben. Welch' ein Kampf nun! Da wimmelt es bald von Gemeinheiten, die der Sache, der es gilt) gerade am entferntesten liegen sollten, jeder ELuzelne wird wichtig, jeder Einzelne weiß was zu sagen, jeder ist Kritiker, Stimmgeber. Ich will nun nicht einmal den Unfrieden, das Zerwürfniß in Anschlag bringen, die in die Gemeinde, in den S.chooß der Familien, kommen: aber .wie ist .mm die RabbinatSsache ein „Zerrissenes und'. Gefallenes/" wie ist das Amt heruutergefetzt und entwürdigt! Welche Folgen hat dies Alles für' den Geistlichen und seine Wirksamkeit! Die Kanzel muß. erst für ihn erobert werden, und die Hälfte seiner Heerde sind Besiegte, die ihn mit den Blicken des Haffes anschauen — und wie soll er sie anschauen? Ach, bei aller Liebe, die er Ln seiner Brust zu-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.