Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1842)
- Date
- 1842-03-26
- Page
- Seite 181 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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181 N. 4. Herr F. H. Goldsmid an den Herrn Präsidenten rc. Versammlungs-Zimmer derWest-London-Kynagogue 14. Februar 5602 (1842). Mein Herr! Ich beehre mich, den Empfang der Briefe vom 8. u. 9. d. M. anzuzeigen, welche von Sir Mofes Montesiore als Präsidenten - des Londoner Comite's von Deputirten brittischer Juden unterzeichnet sind, deren Antwort ich bis nach Abhaltung einer Versammlung des Comite's der Begründer der West- London-Synagogue brittischer Juden aufgeschoben habe. Jetzt habe ich Ihnen anzudeuten, daß dies Comite, eifrig wünschend, auf einem möglichst freundlichen Fuße mit denen zu bleiben, die sie, unerachtet Sir Moses Montefiore's Meinung, noch immer als ihre Religionsgenossen betrachten, mich ersucht hat, (bevor sie weiter über das, in dem Fall fortgesetzter Weigerung des Sir Moses Montesiore zu befolgende Verfahren beschließen,) Ihrer Beachtung folgende Bemerkungen vorzulegen. 1) Vor Promulgation des Ehe-Gesetzes (6 u. 7 William IV. Kap. 85 u. 86) waren die jüdischen Ehen ohne allen Zweifel keinem Konsens oder Atteste von Seiten des Präsidenten des Londoner Comite's von Deputirten brittischer Juden unterworfen, und da jenes Gesetz erklärte (Sekt. 2), daß jüdische Ehen nach wie vor vollzogen werden sollen, so folgt Daraus, daß der Mangel Ihres Ältestes auf keine Weise die Vollziehung jüdischer Ehen behindern kann, sowie, daß die zwischen uns obschwebende Frage lediglich die Registration solcher einmal vollzogenen Ehen betrifft. Und da ferner die Einleitung und zweite Sektion des Registration-Akt's verlangt, daß alle Ehen in England registrirt werden müssen, so folgt daraus, daß es dem Präsidenten des Deputirten - Comite's nicht frei steht, die Absicht des Gesetzgebers zu zerstören, indem er sich weigert, einer Person, die wirklich der Sekretär einer Synagoge von Personen in England ist, die sich zum jüdischen Glauben bekennen, diese Qualität zu attestiren, und auf diese Weise, so viel an ihm liegt, die Registration der Mitglieder dieser Synagoge zu verhindern, nachdem er die Vollziehung dieser Ehen zu verhindern, die Macht nicht besitzt. 2) Was auch die Meinung derjenigen sein möge, die Sir Moses Montesiore „unsere geistliche Autorität" betitelt, so würde es offenbar unmöglich sein, einen Gerichtshof zu überzeugen, daß Personen die jüdische Religion nicht bekennen, oder daß ihr gottesdienstliches Haus keine Synagoge sei, die ihre Absicht erklären, dem heiligen Gesetze Mosis anzuhängen und die noch neulich als Theil ihres Rituals das Jigdal mit ausgenommen haben, die Hymne, welche die 13 Grundsätze umfaßt, welche von den gewöhnlichen jüdischen Gebetbüchern als den jüdischen Glauben bildend, betrachtet werden. Bei dieser Gelegenheit muß ich noch anmerken, daß es mir nicht unwillkommen wa>°, Sir Moses Montefiore's zweites Schreiben zu erhalten, da sein erstes mich gänzlich in Zweifel ließ, weulles Mißverständniß seine Weigerung veranlaßt haben möge es zu bestätigen, daß Herr Marks Sekretär einer Synagoge sei, während das zweite die Sache doch in so weit aufklärte, daß Sir Moses nun erklärte, er betrachte unser Bethaus nicht als eine Synagoge, obgleich ich freilich noch im Dunkeln darüber bin, was eine so sonderbare falsche Auffassung veranlaßt haben möge. 3) So wenig nun das Comite wünscht, daß Sic sich in ihre religiösen Meinungen einmischen sollten, eben so wenig wünscht es Sie zu irgend einer mit Ihren Meinungen völlig unvereinbaren Handlung zu veranlassen, und ich bin daher so frei Ihnen vorzustellen, daß Sie mit eben so vollkommener Beruhigung bezeugen können, unser Betlokal sei eine aus Personen, die zum jüdischen Glauben gehören, bestehende Synagoge, obgleich Sie unser Judenthum als nickt das von der rechten Art betrachten, als ich (wenn ich zufällig gegenwärtig Präsident des London Committee of Deputies of british Jews wäre,) attestiren würde, die Mitglieder irgend einer bestehenden Synagoge bekannten sich zur jüdischen Religion, obgleich ihr Judenthum nicht in allen Punkten mit dem meinigen identisch wäre. Ich habe jetzt nur noch zu wiederholen, daß das Comite auf das Sorgfältigste bemüht ist, mit seinen Glaubensgenossen auf freundlichem Fuße zu bleiben, und hinzuzufügen, daß sie deshalb Sie um die Gewogenheit ersuchen mir, nach Würdigung der obigen