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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-03-05 · Heft 10 (5.3.1842) · p. Seite 134

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 10 (5.3.1842)
Date
1842-03-05
Page
Seite 134 (sequence 2)
Language
German
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184 geboren sind, verläugnen, und weil man es mir beimißt, so werde ich diesen Männern mit einem so strengen Gewissen antworten, daß sie darin nur eine Bürgschaft mehr sehen sollten meiner Mitgefühle für die durch die Julius-Revolution geweihten Grundsätze, für diese Grundsätze, welche allen gleiche Rechte versichern, und die eine Wahrheit sein sollen. Bürger und Soldat , habe ich jederzeit meinem Vaterland« gedient; mein erstes' EpaUlet 'wurde mir vom Kaiser gegeben, und meinen jetzigen Grad verdanke ich nur 32 ununterbrochenen Jahren einer erprobten Aufführung. An Ihnen ist es, meine Herren Wahlmänner des Weißenburger Bezirks, zu entscheiden, ob meine langen Dienste und die Liebesbande, welche mich an das Elsaß fesseln, mir einige Rechte zu der Ehre geben können, Sie zu repräsentiren. Cerf-B err, Obrist-Lieutenant. Weißenburg, den 10. Februar 1442." Dennoch ist Herr Cerf-Berr nicht gewählt worden; die politischen Jntriguen, mehr aber noch die religiösen Vorurtheile haben noch einmal gesiegt. Jndeß bezeugen doch die vielen Zeichen der Achtung, welche der israelitische Kandidat während seines Aufenthalts in unsrer Gegend empfing, die Huldigungen, welche ihm die Stadt Weißenburg bereitete, endlich die geringe Majorität seines Gegners (10 Stimmen auf 140 Votirende), den Merkwürdigen Fortschritt, welchen auch im Elsaß die Geister in der Sache der Toleranz gemacht haben. Ist es doch l Triumph genug, daß im Elsaß ein Israelit nur durch eine Majorität von 10 Stimmen nicht gewählt ward! —. Am 22. Januar fand hier die feierliche Preisvertheilung in der israel. Gemeindeschule statt. Noch ist der Lieblingswunsch unsres Großrabbinen, auch eine Mädchenschule zu gründen, nicht realisirt. Derselbe gedenkt, sobald er diesen ausgeführt, an die Einführung der Konfirmation für beide Geschlechter im Tempel zu gehen. Y. Großbritannien. London. Ueber den in der vorigen Nummer erwähnten Vorfall enthält der Globe Folgendes: „Die von dem Oberrabbiner und Bethdin der Deutschen und Portugiesischen Synagogen von London gegen die West-London-Synagoge der Brittischen Juden erlassene Exkommunikations-Erklärung wmrve neulich durch Sir Möses Montefiore, als Präsidenten des Abgeordneten-Büreaus, den vier Behörden der westlichen Synagoge in üblicher Form zur Proklamirung übersandt! Da drei derselben sich weigerten, deren Proklamirung in ihrer Synagoge zu gestatten, so wurde die Frage an das leitende Komitö verwiesen, welches die Proklamirung mit 7 gegen 3 Stimmen verwarf und Herrn Montefiore die Gründe schriftlich darlegen ließ. Zu Portsmouth erging es der Bannbulle des Oberrabbiners noch schlimmer, indem der Vorstand der dortigen Synagoge sie sofort ins Feuer warf: Welcher Empfang ihr an anderen Orten werden wird, muß sich bald Herausstellen." Preußen. Magdeburg,. 20. Februar. (Privatmitth.) Aus der so eben uns zugekommenen Rede des Vorstehers der Gesellschaft der Freunde, Herrn I. Lehmann, beim 50jährigen Jubelfeste (s. No. 7), heben wir als allgemeineren Inhalts folgende Stellen aus. Aus der Anrede an die Jubelfreunde: Ehrwürdige Freunde! Als Sie vor nunmehr fünfzig Jahren zu diesem Bunde zusammentraten, da hatten Sie vornämlich einen Zweck, aber einen hohen und edel menschlichen, im Auge. Es galt l nämlich, den Beweis zu führen, daß der. Jude, auch außerhalb der strengen Satzungen des traditionellen Ceremonials, in deren Erfüllung eine frühere Zeit den Schwerpunkt ihrer innern Befriedigung gefunden, von Gottesfurcht durchdrungen sein, ja allen Pflichten des sittlichen und im Geiste der göttlichen Liebe handelnden Menschen Nachkommen könne. Dies zuzugeben, dazu war selbst die Zeit des edlen jüdischen Weltwcisen, den wir als den geistigen Begründer unserer Gesellschaft betrachten, noch nicht reif, obwol in dieser Zeit der Same ausgestreut wurde zu der fruchtbaren Theilnahme, die seit mehr als fünfzig Jahren die Juden unseres Vaterlandes an der Entwickelungsgeschichte desselben nehmen. Es gab damals keine andere Alternative: man mußte entweder streng festhalten an allen von den Vätern überlieferten Gebräuchen, oder man sah sich aüsge-

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