Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1842)
- Date
- 1842-03-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VI. Jahrgang. Allgemeine No. 1«. -es Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Dr. Ludwig Philippson, Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Vertag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concejston.) Leipzig, den 5. März 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes, derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. rvohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitung Snachrichten. Frankreich. Straß bürg, 15. Februar. (Privatmitth.) Das Wähler - Kollegium von Weißcnburg (Depart. du Bas-Rhin) war berufen, zur Wahl eines neuen Deputaten zu schreiten. Herr Cers-Berr, Obrist- Lieutenant, Mitglied, des israel. Central-Konsistoriums, hatte sich als Bewerber eingestellt. Dieser würdige Mann gehört, so zu sagen, dem Elsaß an, sowol an sichals Enkel des berühmten Cers-Berr von Medelsheim,, dessen Tugenden und Verdienste im Herzen jedes elsafsischen Israeliten ewig leben werden, als auch durch seine Gattin, die Tochter des Herrn Ratisbonne, Präsidenten des israel. Konsistoriums zu Straßburg. Wir wünschten allerdings sehr, daß Herr Cers-Berr gewählt werde, um endlich einmal einen Repräsentanten der Israeliten in der Deputirtenkammer zu besitzen. Denn als solchen können wir niemals den Herrn betrachten, der die Interessen seiner Glaubensgenossen öffentlich ganz hintenanzusetzen sich nicht gescheut"). Daß übrigens Herr Cers-Berr auch mit Religionsvorurtheilen zu kämpfen hatte, bezeugt folgendes Schreiben, welches *) Der Corresp. meint Herrn Fould, und wie dieser sich über den Sabbat in den Verhandlungen über das Arbeiten der Kinder in Fabriken sich ausgesprochen. Die Redakt. er an die „Wahlmänner des Bezirks von Weißenburg" erlassen, und das deshalb einen Platz in der Allg. Zeit, des Judenth. verdient. „Meine Herren Wahlmänner, Sie haben kein Glaubensbekenntniß von mir begehrt, und doch war ich bereit alle Einwürfe, von welcher Art sie auch gewesen wären, zu befriedigen. Sie haben sich auf meine Redlichkeit berufen, und ich danke dafür. Aber, meine Herren, Sie wissen es, in der Absicht meiner Kandidatur zu schaden, hat man behauptet, man hat es selbst geschrieben, daß ich gesucht hätte ihre Stimmen durch Versprechungen zu gewinnen; welche sich ausschließlich an ein Lokal-Interesse knüpften. Dieses ist eine Lüge.Ich berufe mich auf jeden von Ihnen. Etwas versprechen dessen wirkliche Erfüllung mir nicht angehört, dieses hieße Sie betrügen, und ich werde Sie niemals betrügen. Es ist Ihnen auch nicht unbewußt, meine Herren, daß um mich zu bekämpfen man nicht gesäumt hat, sich auf Vorurtheile zu berufen die einer andern Zeit angehören. Männer, welche vor allem behaupten liberal zu sein, machen mir einen Vorwurf in der That, welche für jeden von uns am befremdesten in unserm Willen ist/ nämlich meine Religions-Herkunft. Ich bin nicht einer von denen, die nach Umstanden ihre Meinungen oder den Kultus, worin sie