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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-02-19 · Heft 8 (19.2.1842) · p. Seite 115

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 8 (19.2.1842)
Date
1842-02-19
Page
Seite 115 (sequence 15)
Language
German
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niiengesellschaft Prämien erhalten haben, und von derselben als Burschen in die Lehre gegeben find, ersehen wir jedoch,'daß die Anzahl in mehren Zünften nicht bloß ziemlich bedeutend in den drei und einem halben Jahre gestiegen ist, sondern daß einzelne Juden jetzt auch in solche Zünfte gekommen find, wo früher keine waren. Wir glauben daher, daß wir uns so ziemlich der Wahrheit nähern, wenn wir behaupten, daß für den Augenblick jeder vierte Jude in Dänemark bei den verschiedenen Handwerken angebracht ist. Hierzu kommen aber noch diejenigen, die sich auf Künste und Wissenschaften-gelegt haben, und deren Zahl für den Augenblick auf ungefähr 120, oder zwischen 6 und 7 von jedem 100 gerechnet werden kann, sammt denen, welche zum Landwesen oder zu anderen ähnlichen Beschäftigungen sich gewendet haben. Es ist in dieser Hinsicht eine höchst interessante Erscheinung, daß, während in den 18 Jahren von 1799 —1816 aus dem ganzen Lande nur 17 Juden an die Kopenhagener Universität dimittirt wurden, in den 23 Jahren von 1817—1839 nicht weniger als 70 dimittirt wurden, und von diesen wurden 6 ausgezeichnet zum ersten Examen, 41 bekamen den besten, 20 den zweiten und nur 3 den geringsten Charakter; sie wird aber um so interessanter, wenn man bedenkt, wie unverhältnißmaßig gering und beschränkt der Zutritt zu Beförderungen ihnen noch immer gewesen ist, so daß man eben nicht sagen kann, daß der Bortheil sie gelockt hat. Bon gebornen Mosaiten, welche sich, in Dänemark einen ausgezeichneteren Namen erworben haben, kann man ansühren: die Maler Jsmael und Anton Rafael Mengs und Friedländer, die Aerzte Trier, de Meza und Professor Jacobsen, Medailleur Jacobsen, die Theologen Mannheimer und Kalkar, der Dichter Henrik Herz, die Journalisten Nathan David, Wessely und Sinsby, den Advokaten Delbanco, Professor Henrichsen, den Statistiker Nathanson, den Deputaten Stenfeldt, den Chemiker Neukirch u. m. Wellich, der weltberühmte Botaniker in Kalkutta ist auch als Mosait in Dänemark geboren. V. Die Juden in Schweden. In Schweden ist die Anzahl der Juden noch geringer als in Dänemark, und die Erlaubniß sich in anderen Städten als in den 4, wo es ihnen nur gestattet war, niederzulassen, hat nicht Biele in das Land gerufen. Wir Norweger können nun auch wol die Furcht ablegen, daß sie sich wie eine ägyptische Landplage von Heuschrecken einfinden würden. Aber verhältnißmäßig viele Mosaiten haben auch in Schweden bedeutend an Arme christlicher Gemeinden legirt. Einer derselben schenkte der St. Jacobs-Gemeinde in Stockholm ein festes Eigenthum, und Biele tragen jährlich zu allgemeinen Anstalten der Wohlthätigkeit bei, obgleich sie verpflichtet sind, sowol ihre eigenen Arme zu versorgen als zu dem allgemeinen Armenwesen zu steuern, welches sich nicht um jüdische Hülfsbrdürftige kümmert. Wegen der Einrichtung von wohlthätigen Speiseeinrichtungen im Reiche ist der Jnde Heilborn bekannt. Der Untcrstatthalter Kuylenstjerna stellte auf dem letzten Reichstage den Antrag auf eine Pension für ihn, da es sich klar beweisen ließ, daß keine eigennützige Spekulation, sondern die wohlwollendsten Absichten die Triebfeder seiner Unternehmungen war. Ungeachtet der vielen Hindernisse von Seiten der in Schweden florirenden Zunft-Korporationen, giebt es doch eine verhältnißmäßig nicht geringe Anzahl von jüdischen Handwerkern; und mehre Fabriken, wobei christliche Arbeiter ihren Unterhalt gewinnen, gehören Juden. Eine Thatsache, die noch mehr zun; Bottheil ihres Betragens in Schweden spricht, ist eine schriftliche Erklärung des Unterstatthalters Wannquist, daß in den 28 Jahren, die er als Polizeimeister in Stockholm fungirt hat, kein Jude angcklagt war wegen Mord, Diebstahl, Ehebruch oder Trunkenheit. In einer Stadt wie Stockholm ist dieses negative Verdienst von Gewichh nennt man es auch kein Verdienst, es beweist doch und bestätigt die an so vielen Orten gemachte Erfahrung, daß Unsittlichkeit und Verbrechen sehr selten unter den Juden sind. (VI. Roch einige Blicke innerhalb der Synagoge, übergehen wir, da sie Dr. Rieffers Schriften entnommen sind. Anm. d. Ueb.) lFortsetzung folgt.)

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