Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1842)
- Date
- 1842-02-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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i'I. Zahrgauj,. Allgemeine No. V. Zeitung des Iudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. jU Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 12. Februar 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit A Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächf. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsi»ach richten. Großbritannien. Birmingham, im Januar. (Privatmitth.) In der jüngsten Nummer des Blackwood Magazine erschien unter anderen Schilderungen verschiedener „Fremden in London" eine ähnliche der „Hebräer daselbst." Kann man nun auch dem Verfasser jenes Aufsatzes die allerdings mit viel zu grellen Farben ausgeschmückten Thatsachen nicht ganz ableugnen, so ist es dennoch zum Erstaunen, daß derselbe für die Israeliten keinen bessern Platz als zwischen den Savojarden und Zigeunern finden konnte. Eine solche Stelle einer Gemeinde anzuweisen, die höchst ehrbare Mitglieder zahlt, und die namentlich die City schon so oft ausgezeichnet hat, würde gewiß sehr hart zu tadeln sein, wenn nicht der Abfasser jenes Artikels selbst abermals bestätigt, wie das Wort Pope's vom Menschen überhaupt auf den Juden insbesondre anzuwenden wäre — „er ist der Ruhm, der Spott und das Räthsel dieser Welt!" Denn nachdem der Abfasser den Juden hinlänglich zur Zielscheibe seines oft unziemlichen Spottes gemacht, eines Spottes, den ja der Britte täglich selbst über seine ausgezeichnetsten Männer auszugießen gewohnt ist — fühlt er sich dennoch gedrungen, auch den Ruhm des Juden zu schildern. .Er sagt: „Was, schwatzt uns . von Stammbäumen! erzählt uns von den Geschlechtern der Talbots, Percy's, Howard's und ähnlicher Auswüchse! Zeigt uns einen Juden und ihr werdet einen Menschen erblicken, dessen Abstammung sich von Abraham selbst herleitet — dessen Familie älter ist als der Dekalog und der! in jedem Zuge seines orientalischen Antlitzes den! unumstößlichen Beweis für die Autenticität seiner j Abkunft von Myriaden von Geschlechtern trägt. In j ihm sehet ihr ein lebendes Argument für die Wahr-! heit der göttlichen Offenbarung, in ihm sehet ihr die! buchstäbliche Erfüllung der Prophezeihungen. Mit j ihm rudert ihr hinauf den Strom der Zeit, nicht mit Hilfe des düsteren, ungewissen und trüglichen Lichtes der Tradition, -sondern unter der Leitung eines Ausflusses von demjenigen Lichte, das seiner Nation eine Wolke am Tage und eine Feuerseule in der Nacht war." Und so muß denn auch der Abfasser jenes Artikels weiterhin in seiner Schilderung manche Tugend dem Juden zugestehen, die auf der Liste der Tugenden von Altengland gewiß sehr wünschenswerth wäre.—! Und wie? ist nicht der Jude auch das,Räthsel der! Welt? Ja, Völker haben ihre Selbstständigkeit verloren — haben sie sich dann aber erhalten können, wahrhaft in ihrem Geschlecht erhalten können? Völker sind zerstreuet worden, sind sie dann auch noch geblieben, und wären es wenige Jahrhunderte? Israel hat seinen Volksbestand um eine Idee verloren — denn es wollte nicht den römischen Caesaren göttliche Ehren bezeugen. Israel hat gelebt und gelitten, geduldet und gestritten um eine Idee — und