Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1842)
- Date
- 1842-02-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ti. Jahrgang. Allgemeine No. 6. Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Di. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 5. Februar 1842. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Australien. Neu-Holland. Nach den neuesten Zählungen enthält der Distrikt Sydney mit der Stadt 35,507 Einwohner, nämlich 24,978 Protestanten, 9552 Rom. Katholische und 476 Juden, 101 Muhamedaner und Heiden. Daß diese Juden jetzt eine Synagoge bauen, haben wir jüngst bemerkt, so wie uns früher einmal ein gedruckter-Zettel vorlag, wodurch die Gemeinde eingeladen wird, eine Versammlung zu halten, um die wegen des Mazot-Backens nothwendigen Beschlüsse zu fassen. Großbritannien. London, 8. Januar. (Privatmitth.) Der hiesige Rabbine hat das Schreiben, welches er gegen das Gebetbuch der Westsynagoge erlassen, an die anderen englischen Gemeinden zum Affiziren gesandt, die in Liverpool und Manchester haben aber völlig dagegen protestirt. Ich übersende Ihnen anbei ein Exemplar dieser neuen Tesilla, und gewiß werden Sie sich wundern, daß der Rabbine dagegen losgefahren. Vergebens suchen Sie nach Veränderungen, Abweichungen vom portugiesischen Ritus, es ist Alles wie es war, bis aus einige Zusammenziehungen, Weglassen der „Engelreiterei," die ich Ihren Lesern unten näher schildern werde. Da ist von keinem Gebete in der englischen Sprache die Rede, von keinen eingeschobenen Gesängen, sondern der Gottesdienst vom Beginn bis zum Ende rein hebräisch. Und so frägt man sich zuletzt, wer mehr Unrecht hat: die Einen, die mit ihrer Reform so viel Wesens machen, ohne daß sie irgend Wesentliches enthält, die Anderen, welche einen Bannruf erheben über eine Reform, die so unbedeutend ist. Daß es doch hier überall „brechen," aber nicht „biegen" heißt. Wahrlich, wir Juden sind dieselben noch in unserm Charakter, wie wir am ersten Tage unsrer Schöpfung austraten, und schon dies spricht für die Wahrhaftigkeit unsrer heiligen Schriften. Also: die täglichen Morgengebete sind völlig so, wie sie in dem portugiesischen Ritus geordnet sind, außer daß zur Abkürzung n-napn üius, ",uipu irrr« u. s. w. fehlen, anstatt niuu •'ir ff. sind Psalmen auf jeden Tag vertheilt, in ‘r’Kafr yiisb wird wi bvn ba ausgelassen bis ^'■onn, aber an i-ibo ‘rnNS'1 nun sogleich die Berachä ninirrun *iS£°' gefügt; ebenso in mt» an bab äbsia ynb? sogleich br» n'ern. In der r'"w fehlt nur ü^Äbub. Alles übrige ist vollständig da, selbst i^nberu (bei den Portug. täglich.) Ebenso ist Mincha völlig gleich, ebenso fehlt kein Jota im Maarib. Die Sabbatgebete: am Abend fehlt ^p^bnu nun und ■’W nub, dafür haben sie Ps. 95 (n:r->x iub, der bei den Portug. fehlt;) sonst aber