Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1841)
- Date
- 1841-11-27
- Page
- Seite 694 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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694 wände einer Pilgerreise nach Mekka nach Konstantinopel im Jahre 1814; von da ging er nach Odessa und Wien, wo ihn die Polizei bald auswieß. Es war dies zur Zeit des Kongresses. Ibrahim schiffte sich in Triest nach Messina ein, wo es ihm gelang, dem Könige von Neapel vorgestellt zu werden, der ihn sehr gut aufnahm. Bon Messina begab sich Ibrahim nach Hydra, Napoli di Romani, endlich im Juni 1816 nahm er Dienste bei dem berüchtigten Ali-Pascha von Janina, der ihn zur Einrichtung seiner Truppe gebrauchte. Es scheint daß Ibrahim-Manzour ein ziemliches Ansehen bei diesem Satrapen genossen, und wenn man ihm glauben darf, sprach er zu ihm mit großer Offenherzigkeit. Er blieb 3 Jahre hier, endlich aber auch dieses Aufenthalts überdrüssig, noch dazu da er keinen Sold empfing, entwischte er aus den Staaten des Pascha's im Monat Juli 1819. Seitdem durchwanderte er noch verschiedene Theile von Asien, Afrika und Amerika. Als er sich 1826 in Paris ohne Mittel zu existiren befand, glaubte er eine Hülfe aus seinen Erinnerungen und Beobachtungen während seines Aufenthalts bei dem Pascha von Janina zu ziehen. Er veröffentlichte einen Band unter dem Titel: Alemoires sur la Grece et l’Albaoie, pendaut le gouvernement d’Ali-Pascha; Paris Lequieu, 1826 in 8., geziert mit einem lithographirten Porträt von Ali-Pascha. Dieses Buch, obgleich seine Abfassung viel zu wünschen übrig läßt, ist natürlich und einfach geschrieben. Man sieht, daß der Verfasser es sich zum Grundsatz gemacht, nur von dem zu sprechen, was er mit eigenen Augen gesehen hat und Nichts zu übertreiben. Deshalb ist die Lektüre sehr anziehend, man findet hier kostbare Aufschlüsse über eine der merkwürdigsten Episoden der neuern Geschichte des ottomanischen Reiches. Trotz aller dieser Verdienste hatte das Buch des unglücklichen .Ibrahim nur einen mittelmäßigen Erfolg. Er überließ sich der Verzweiflung j Henri genannt, geboren wurde. Von Jugend an erlernte Henri die Kunst seines Vaters, und zählte kaum 15 Jahre, als er zum Graveur des Prinzen Karl von Lothringen ernannt wurde. Der Fleiß hatte in ihm die glücklichen Anlagen, die er von der Natur für die Steinschneidekunst in feinen Steinen erhalten, vervollkommnet; er theilte aber seine Zeit zwischen der Uebung dieser schweren Kunst und der der Waffen, in welchen er ebenfalls eine bemerkenswerthe Ueberlegenheit erreichte. Die Klugheit ist unglücklicherweise selten Gefährtin der Jugend; der heißblütige Charakter des jungen Simon zog ihm verschiedene Händel mit den Offizieren des österreichischen Regiments Murray zu, in deren Folge er Brüssel zu verlassen gezwungen war. Seine Schritte richteten sich nach der Hauptstadt Frankreichs, wo er 1776 ankam. Der Prinz von Ligne, Beschützer des jungen Simon als Belgier, stellte ihn dem Herzog von Chartres vor, der ihn zu seinem Graveur ernannte, und, als er Herzog von Orleans geworden, ihm diesen Titel erhielt, und ihn bei der Groß-Kanzlei mit einer jährlichen Pension von 1060 Francs anstellte. Diese Ehren stachelten den Eifer des Künstlers an; er gab sich mit Eifer der Arbeit hin, und seine Anstrengungen wurden mit dem glänzendsten Erfolge gekrönt. In weniger als sechs Jahren übertraf er alle feine Nebenbuhler, und erwarb sich einen Ruf, der die öffentliche Aufmerksamkeit und das schmeichelhafteste Lob ihm zuzog. Mehrere von ihm geschnittene Steine wurden für Antiken angesehen und verkauft, einige für das Kabinet der Kaiserin von Rußland erworben. Der Baron von Breteul verkaufte dieser Monarchin seine Sammlung von geschnittnen Steinen. Es fehlte derselben ein Camee, einen liegenden Tieger in Relief darstellend. Ein Antikensammler wurde beauftragt, in Paris oder anderswo einen hinrei- und — endigte sein Leben durch Selbstmord den 8. Dezember 1826. 2. Ritter Simon. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts lebte in Brüssel ein sehr tüchtiger Steinschneider, Jakob Simon» dem am 28. Okt. 1752 ein Sohn, Jean chend geschickten Steinschneider zu suchen, um diesen Stein genügend herzustellen, Keiner von denen, die! sich anboten, konnte es, ohne drei oder vier Monate! zur Ausführung zu fordern, unternehmen. Auch! zum Baron von Breteuil berufen, wagte der bel- I gische Künstler den Versuch und vollendete den Stein j in drei Tagen. Ein so glänzender Erfolg zog ihm j den Schutz des Hofes zu, der ihm den Titel Gra-! veur des Königs und der königlichen Familie und