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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-11-27 · Heft 48 (27.11.1841) · p. Seite 684

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 48 (27.11.1841)
Date
1841-11-27
Page
Seite 684 (sequence 4)
Language
German
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684 der ersten Zeit der Monarchie bis zum Ende des fünfzehnten Jahrhunderts geschrieben, sie sind abgedruckt im zweiten Theil der Memoiren der,'portugiesischen Literatur der Akademie der Wissenschaften von Lissabon von Seite 236 bis 312. Er hat noch Memoiren über denselben Gegenstand für die portugiesischen Juden des sechszehnten Jahrhunderts veröffentlicht, ebendaselbst Seite 334 bis 414; dann für die Juden des siebenzehnten Jahrhunderts im dritten Bande Seite 227 bis 373, endlich für das achtzehnte Jahrhundert im vierten Bande Seite 366 bis 338. In diesen vier Abhandlungen wagte man in Portugal zum ersten Male einiges Gute von den Juden zu sagen, nachdem man während so langer Zeit so viel Böses von ihnen gesprochen. In den letzten Jahren seines Lebens sagte mir Ribeiro selbst, daß er noch Memoiren über den bürgerlichen und politischen Stand der Juden in Portugal geschrieben, daß er sie aber nicht veröffentliche, um nicht zu der Muthmaßung, daß er das Judenthum bekenne, Veranlassung zu geben. Wenn mein Gedächtniß mich nicht täuscht, hat dieser Schriftsteller diese kostbaren Arbeiten verloren, verschenkt, oder verbrannt. Gewiß aber ist, daß er bei seinen Lebzeiten alle seine Manuscripte eigener Abfassung in der öffentlichen Bibliothek niederlegte, indem er dieser nützlichen Sammlung ein methodisches Verzeichniß seiner Werke hinzufügte; aber weder findet sich das fragliche Memoire unter den Manuscripten, noch ist es selbst in dem Katalog erwähnt. Um dies zu vervollständigen, kann man eine kleine Abhandlung von mir zu Rathe ziehen, welche die Akademie im achten Bande ihrer Memoiren, im zweiten Theile hat abdrucken lassen. Ich habe da die Autoren und Dokumente notirt, woraus ich die Details, die ich gebe, gezogen habe. Der Doktor Juan Pedro Ribeiro, Professor der Diplomatik, hat vor Kurzem den Inhalt eines Werkes veröffentlicht, das er über die Juden angefangen, es ist eine Broschüre in Quart, welche ein Werk von großem Verdienste und großer Wichtigkeit ankündigt, für alle die welche sich in diesem wenig bekannten Zweige der allgemeinen Literatur unterrichten wollen. 4) Würde es nicht möglich sein durch Befragung der Rabbinen oder Synagogen-Vorsteher sich einige Unterweisungen über den innern Ritus der Juden dieses Landes zu verschaffen? Da die jüdische Religion in Portugal keinen autorisirten Kultus hat, ist es wahrscheinlich, daß die Rabbinen dieses Landes eben so wenig Instruktion über ihren Ritus haben, als unsere Kapellane auf Kauffarteischiffen über den der christlichen Religion. Dies soll mich jedoch nicht verhindern, alle die Nachforschungen zu befördern, welche man deshalb bei ihnen machen sollte. Joaquim Joze Ferreira Gordo. Großbritannien. Birmingham, I. November. (Privatmitth.) Der Zeitgeist, der wie ein laufendes Feuer um sich greift und uns in seinem alles überstrahlenden Schein und seiner durchsichtigen Klarheit den Schlamm, der, am Boden versenkt, die Fläche trübt, erblicken läßt, scheint nun auch bis hieher seine Fittige geschwungen, auch in diesem Lande seine Fackeln angezündet zu haben. Unsre Brüder erwachen von der Lethargie, in die sie theils aus Nachlässigkeit gesunken und theils von äußern Umständen gewiegt wurden, und reges Treiben herrscht überall. Zwar hat der Eifer einiger Wenigen voreilige Schritte gethan und ohne genau zu prüfen zu schnell verworfen; doch ist der bei Weitem überwiegende Theil gemäßigter und geht behutsamer zu» Werke. Dort will man aus dem steilen Felsen unserer Religion ein Eden schaffen, an dessen Schönheit sich der Gläubige ergötzen und durch dessen Haine er lustwandelnd an des Himmels Pforten gelangen möge — eine herrliche Idee, doch unglücklicher Weise vergißt man, daß Schönheit allein durch die Länge der Zeit ihre Reize verliert und dem gesättigten Anschauer gleichgültig wird, man vergißt den trefflichen Grundsatz des Montesquieu, daß wir mehr an einer Religion hangen, die mit vielen thätigen Beobachtungen beladen ist, als an einer andern, die uns dken weniger auflegt (Esprit des Lois L. 25. C. 2.), und weil sie so in ihrem Eifer den heiligen Glauben unserer Väter von den Schlacken, die Aberglauben und Schwärmerei darin gemischt haben, läutern wollen, rauben sie ihr zugleich die Stütze, die allein vermag, ihn in der Verwirrung der kämpfenden Parteien und dem zerstörenden Radikalismus einiger neuen Verbesserer aufrecht zu erhalten. Doch wenden wir uns hinweg von diesem düstern unerfreulichen Gemälde, und schauen wir auf

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