Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1841)
- Date
- 1841-11-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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v. Jahrgang. ÄllSenrei ne No. 48. Zcitung drs Zudenthums. Ein unpartheiifches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 27. November 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — I Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbU Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Portugal. Die sechste Lieferung der kevne orientale, die uns so eben zugekommen, enthält einen sehr interessanten Artikel über den gegenwärtigen Zustand der Juden in Portugal, den wir hier seiner ganzen Aufstellung nach in treuer Uebersetzung folgen lassen. In einem Werke des Herrn Bail, betitelt: „von den Juden im neunzehnten Jahrhundert, Paris 1816, liest man Seite 126: „in Portugal sind die Juden seit mehreren Jahren in freier Ausübung ihres Kultus wieder hergestellt, und sie haben Synagogen zur Belohnung der Dienste empfangen, welche sie durch Einbringung von Korn in der Hungersnoth geleistet hatten. Dieses Land besaß übrigens gelehrte Juden seit der Wiedergeburt der Wissenschaften in Europa, sie haben hier wichtige Aemter besessen und genießen noch eine verdiente Achtung." Welches ist aber nun in diesem Königreiche ihre Zahl, ihr Stand und ihre commercielle Wichtigkeit? Nach den authentischen Notizen, die ein zu Lissabon etablirter Belgier vor einigen Jahren gegeben, sind 2000 bis 2500 Juden in ganz Portugal. Ihr Kultus ist in der Hauptstadt sehr gut organisirt, wo sie Synagogen, Schulen und ein Rabbinat haben. Diese Notizen waren von zwei Dokumenten begleitet, welche der französische General-Konsul im Jahre 1825 an Herrn Capesigue, der sich damals mit der Geschichte der Juden beschäftigte, gerichtet hatte. Diese sind folgende: I. Gesammelte Notizen über den gegenwärtigen Zustand der Juden in Portugal. Um dem Wunsche, den Herr Capesigue in einem Schreiben, August 1825, ausgedrückt hat, zu genügen, nachdem man ihm den 14. September vorläufig geantwortet hatte, mußte man sich an einige jüdische Kaufleute und an einen gelehrten Portugiesen wenden, der sich viel mit Untersuchungen der Geschichte und Alterthümer seines Vaterlandes beschäftigt. Herr Joaquim Joze Ferreira Gordo, ein Mitglied des Kapitels des Patriarchats'und Erzbisthums von Lissabon, Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Oberbibliothekar der Königlichen Bibliothek, hat auf Bitten eines unserer Freunde, recht gern zwei Dokumente verschaffen wollen, welche viel Licht aus den Zustand der Juden in Portugal werfen und von denen eines die Quellen anzeigt, aus denen man ein Mehreres schöpfen könnte. Das erste ist ein Memoire über den frühern Zustand der Juden, das Herr Gordo in der Akademie der Wissenschaften zu Lissabon vorgelesen. Es ist ein methodisches Rösumv der Gesetzgebung, welcher die Juden in der Zeit, wo sie geduldet oder vielmehr geschützt waren in Portugal, unterworfen waren. Man übersendet Herrn Capesigue ein gedrücktes Exemplar dieses Memoire's, es fehlt die Zeit um eine Ueber»