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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-11-06 · Heft 45 (6.11.1841) · p. Seite 647

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 45 (6.11.1841)
Date
1841-11-06
Page
Seite 647 (sequence 11)
Language
German
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647 kann nur der lautlose, reine Wettkampf der Geistesbildung und Gesittung statt finden. Die Zeit übt da unmerklicher, aber sichrer ihre Wirkung aus. Wir werden einraumen, wo Etwas ist, was Platz greifen kann. lForrsetzung folgt.) Correspondenze». Mitte August 1841°). Bemerkungen gegen die in Betreff des jüd- Schulwesens in Baiern geäußerten Bedenken und Wünsche in dem, No. 24. erschienenen Aufsatze: „Ueber die religiösen und bürgerlichen Verhältnisse der baierischen Israeliten." Ein von stolzer Höhe herab mit Vornehmheit plaidirender Korrespondent dieser Zeitung spricht sein Mißbehagen über den Stand der israelitischen Schulen in Baiern aus, und sucht diesen sowol als.den ihnen Vorgesetzten Lehrern, bei einer kleinen Dosis von Lob, einen tüchtigen 6oup de main beizubringen. So erdreistet er sich zu sagen, daß die in öffentliche« Blattern vorkommenden Lobeserhebungen meist von den Lehrer» selbst ausgehen. Ihm leuchten weder die Unterrichtsgegenstände noch die Unterrichtsmethode der Religionsschulen ein. Er wünscht Gleichförmigkeit und Vollständigkeit, und zur Erreichung dieses Zweckes eine» von Sachverständigen — »et soll dieses wot sein? — ausgeardeiteten Lehrplan, Ein von Rabbinen verfaßtes Lehrbuch, den Rabbinen eine gewichtigere Stimme bei der Ueberwachung der Schulen und Lehrer, und endlich, daß die Lehrer in jedem Kreise mehrere Arbeiten einschicken („wohin?) — und Zusammenkünfte halten, damit die Fortbildung derselben unter Aufsicht genommen werde. Diese harten und unverdienten Aussprüche verdienen wol Zurechtweisung und Beleuchtung. Woher kennt denn der Verfasser alle israelitischen Schulen Baierns, um so nolens volens über sie den Stab zu brechen? Denn, daß er einige unbestimmt ausnimmt, ist die gewöhnliche Floskel der öffentlichen Denunzianten, und gleicht einem dem knurrenden Hunde *) Ist uns erst in diesen Tagen zugekommen. Redakt. hingeworfenen Knochen, um ihn zum Schweigen zu bringe». Mit welcher Dreistigkeit kann er behaupten, daß die in öffentlichen Blättern vorgebrachten Lobeserhebungen von den Lehrern selbst ausgehen? Geizen sie etwa darnach? Mit Nichten! Das Schulwesen in Baiern ist bereits trefflich organisirt, die Lehrer haben bereits Anstellungen, ihre Leistungen im Gebiete der Religion und des Bürgerthums sind und werden von hohen und höchsten Vorgesetzten freudig anerkannt, und auch die besser gesinnten Gemeinden und die Intelligenten in jeder jüdischen Kommune zollen den Früchten der jetzigen Schulen ihren Beifall. Haben sie also nöthig, nach papier-" ner Gunst zu Haschen? Sie sehnen sich nach etwas ganz Anderem und Materieller!»; nach erhöheter Besoldung. Denn, was soll denn ein Mann, der manche enorme Summe auf seine Berufsbildung verwendet hat, mit einem Salair von 150 fl. jährlich, oder 2 fl. 53 Kr. wöchentlich, beginnen? Wie kann von ihm ein Aufschwung des Geistes, eine Erhebung des Gemüths gefordert werden, während er für leibliche Nothdurft, für thierisches Bestehen Sorge tragen muß, die — wie Zschokke sagt — das Gemüth nicht adelt, wol aber demüthigt? — Mit welcher Hartherzigkeit kann die Forderung gestellt werden, daß er Arbeiten einschicken und die und da Zusammenkünften beiwohnen soll, die doch jedenfalls mit einigen Ausgaben verbunden sind, die nöthigern Bedürfnissen entzogen werden? Uebrigens ist es nicht wahr, daß die Lehrer ohne alle Ueberwachung seien. Schon vermöge des Gesetzes haben sie den vierwöchentlichen Konferenzen ihres Bezirkes beizuwohnen, schriftlich ausgearbeitete Themata zu überreichen — aber freilich nicht unter Leitung eines Rabbi, und dies ist freilich der Stein des Anstoßes. Das ist es wahrlich! was diese Herren ärgert, daß sie bei aller ihrer Muße nicht einmal als Inspektoren der Schulkommission beigegeben sind, und dadurch nicht wissen, was mit der lieben Zeit beginnen. Denn solcher, die da arbeiten können und wollen, gibt es in Baiern zur Zeit noch sehr wenige. So es aber GottcS Wille ist, wird dieser Aerger noch langer fortdauern, und die armen Lehrer nicht mit einem unerträglichen Alp mehr gedrückt werden. Man überzeuge sich in dem Rabbinatssprengel Sch.., Da suchte der Rabbine W., zwar aller wissenschaftlichen Bildung baar, aber die Zeit schlau benützend und die verblendeten jüdischen Landleute mit trtirä nach alter Manier speisend, die in seinem Bezirke befindlichen Lehrer mittelst eines Monstrums von Lehrplan sündhafter

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