Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1841)
- Date
- 1841-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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v. Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung des Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Dr. Ludwig Philippsotr, Geistlicher der iftaelittschen Gemeinde zu ^Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 28. August 1841. DieseJeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 86 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen. Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächf. wohllöbl. Seitungs-Expedition allhier unterzogen. Bemerkung. Auf die vielen brieflichen Anfragen wegen der ausländischen Lehrerstellen kann ich jetzt mit Bestimmtheit antworten, daß in Kurzem das Genauere veröffentlicht werden wird. Der Redakteur. Zeitungsnachrichten. Rußland und Polen. Wilna, 15. Juli. (Privatmitth.) Die von den Herren Günzburg und Salkind gestiftete israelitische Schule ist am 25. v. M. feierlich eingeweiht worden. Um dem ausländischen Publikum zu bezeugen, wie einerseits hochherzigen Antheil die Behörden an der Gründung solcher Anstalten nehmen, andrerseits aber auch die jüdische Gemeinde selbst ihre Theilnahme bethätigt, gestatten Sie wol in den Spalten dieser Zeitung die Uebersetzung des Berichtes zu veröffentlichen, welchen über die gedachte Einweihung die hiesige Zeitung enthielt. „Der 25ste des verflossenen Juni-Monats bleibt für immer ein denkwürdiger Tag für die hiesige israelitische Gemeinde. Es chat nämlich an diesem Tage die feierliche Eröffnung der von Sr. Ercellenz dem Herrn Minister der Volksaufklärung bestätigten, von den Herren M. Günzburg und S. Salkind unter Aufsicht des Herrn H. Klatschko errichteten Schule, statt gefunden. Diese Schule besteht für jetzt aus zwei Abtheilungen, und werden in ihr fol-! gende Gegenstände gelehrt: die Bibel (nach Men- I delssohn und den neueren deutschen Uebersetzungen), hebräische Grammatik, Religionslehre, Talmud, die Russische Sprache, die Deutsche, Arithmetik und Kalligraphie. Am erwähnten Tage war das Lokal festlich geschmückt. Im ersten Saale desselben stand auf einem dazu bereiteten Piedestal die Büste Sr. Majestät des Kaisers in Lebensgröße. Ueber derselben der Reichs-Adler in Gold gemalt, mit der Ueberschrift (in Russischer Sprache): Es lebe Kaiser Nikolaus der Erste!" Zu beiden Seiten der Büste prangten zwei herrliche, zwei Arschin lange Tafeln, auf denen mit goldenen Buchstaben das in den Synagogen übliche Gebet für das Wohl des Kaiserlichen Hauses , in 'hebräischer und russischer Sprache geschrieben war.. Dies alles bedeckten zwei Ponceautuchvorhänge, die in der Mitte durch silberne Haken zusammengekettet waren. Nebenbei war auf einer kleinen Anhöhe eine Kanzel errichtet, vor welcher auf einem Gestelle mit einer goldgestickten Decke, ein aus Lorbeer und Blumen geflochtener Kranz zur Bekränzung der Büste lag. Rings um den Saal standen in mehren Reihen Stühle für die höchsten Autoritäten vom Militär-, Civil-, Gelehrten und Geistlichen