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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-08-14 · Heft 33 (14.8.1841) · p. Seite 466

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 33 (14.8.1841)
Date
1841-08-14
Page
Seite 466 (sequence 2)
Language
German
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466 wieder aufgewärmte Geschwätz, daß die Juden übernommene Aemter nicht pflichtgemäß vollziehen, und nur in denselben Nachtheil schaffen?! —. Nachdem sich hier ein Comitv für die Interessen der syrischen Christen gebildet, ist auch Crömieux eingeladen worden, an demselben Theil zu nehmen, und ist derselbe ein thätiges Mitglied geworden. Niederlande. Arnheim, 22. Juli. (Privatmitth.) Cin sehr erfreulicher-Beweis, daß unser abgetretener König, Se. Majestät der Graf von Nassau, auch noch aus der Ferne mit Liebe seiner israelitischen Unterthanen gedenkt, ist es, daß derselbe der hiesigen israelitischen Gemeinde, auf unterthäniges Ansuchen durch das Mitglied der israelitischen Armenverwaltung, Herrn L. S. Gompen, 500 Gulden Nied. Cour, zur Errichtung einer Verpflegungsanstalt für Alte und Kranke der Gemeinde übersandt hat. Wer da weiß, wie leicht es sich auf eine schon vorhandene Grundlage weiter baut, wird dem hohen Herrn innigen Dank wissen. Obenerwähnter Herr Gompen ist in diesen Lagen von unserm jetzt regierenden Könige zum Hoflieferanten in Bijouterien, mit Erlaubniß, das Königliche Wappen zu führen, ernannt worden. H. Preußen. Stettin, 29. Juli. (Privatmitth.) Bekanntlich erscheinen auf der Messe zu Frankfurt an der Oder gewöhnlich einige Missionäre von der Gesellschaft „zur Verbreitung des Christenthums unter den Juden." Auch in verflossener Marg. Messe hatten sich die Herren der genannten Mission eingefunden, fand deren Zimmer angepfropft voll Juden, wovon Mehrere mit dtn Missionären in sehr heftigen Debatten begriffen waren, welche theils über religiöse Dogmen und Gebräuche, theils über verschiedentliche Deutung einiger herausgerissenen Verse des Jesaja und der Psalmen statts»..^»,». Da einer der Missionäre getaufter Jude war, und sich mehrere Bannst aus seinem frühern Wohn- und Geburtsorte eingefunden, so konnte es freilich nicht fehlen, daß Manches aus dem Privatleben zur Oeffentlichkeit gebracht ward, was vielleicht hätte verschwiegen bleiben sollen. Die Debatten wurden immer stärker, es kam zu Puffen und Stößen, und, wenn Ref. recht berichtet worden, später zur Prügelei. Besonders ward der Skandal groß, als einer der frommen Herren Missionare äußerte „nur Juden könnten solchen Spektakel machen." Dieser Herr muß wirklich der Meinung sein, das Laufwasser kühle den Muth, und hat wahrlich vergessen, daß Hinz und Kunz zum Besuch durch öffentliche Zettel eingeladen waren. Sonderbar, was doch die Herren von ihren jüdischen Brüdern Gutes glauben! Sie denken, es gäbe gar keinen jüdischen Pöbel auf der Messe; den haben wir aber so gut wie alle Anderen, nur mit dem Unterschiede, daß der Unserige niemals des Kartoffelgeistes voll ist! — Ref. hat auch der sogenannten tmi-rt tiunn (diesem Wolf im Schafspelze) in der Unterkirche beigewohn'c, und muß gestehen, daß die deutsche Predigt (denn das wenige schlecht gesprochene Hebräisch kann wol nicht in Anschlag kommen) tolerant genug war. Daß aber Israel, wie es in dem bei Orgelbegleitung gesungenen, besonders dazu gedichteten Liede hieß „noch in finstern Banden liege" will ihm doch nicht recht einleuchten, ihm deucht vielmehr, es gäbe erleuchtete Köpfe genug unter Israel, die, dürften sie so sprechen und schreiben wie sie kön- und wie gewöhnlich (diesmal durch besondere mit he bräischen Lettern gedruckte Zettel, welche wie Hand-! neu, manchen Missionär den Kopf warm machen lungsannonyen umhergetragen und an Jeden auf möchten. der Straße Stehenden ausgetheilt wurden,) ihrem Ref. kann überhaupt aber nicht begreifen, wes- Ausdrucke nach „ihre jüdischen Brüder" zu eihalb von Seiten der Staatsbehörde solch' Treiben ner lpyijt'!? nw-m in der Unterkirche, und zum Be-! und Veranlassen zu Skandal auf der Messe geduldet suche in ihrer Wohnung, welche genau angegeben; wird. In unserm sonst so humanen Vaterlande ist war, eingeladen.! doch einmal den Juden Religionsfreiheit zugestanden, Ref., dem das Treiben dieses Missionswesens > warum denn deren Religion in öffentlichen Debatten bisher unbekannt war, fand sich auch aus Neugierde! verunglimpfen lassen? Ist es christliche Milde, wenn bewogen, die erwähnten Herren zu besuchen, und , man hört „ihr Juden seid ewig verdammt in

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