Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 29 (17.7.1841)
- Date
- 1841-07-17
- Page
- Seite 414 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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414 stantinopel, 39 aus Asien, 306 aus Afrika, 131 Deutsche, 30 Engländer ff. Zn den Jahren 1934 bis 1936 kamen in Livorno auf 497 verurtheilte Kriminalverbrecher 13 Israeliten, was 1 aus 39 abgiebt, während bei der Gesammtbevölkerung 1 auf 17 kömmt, was also sehr zu Gunsten der Israeliten ausfällt. Außerdem wohnten 1836 in Florenz 1,006 Israeliten mit einer Synagoge, einem Rabbinen, einer hebräischen Schule und Kleinkinderschule; in Pisa 336 mit einer Synagoge, einem Rabbinen, einer öffentlichen Knabenschule, 3 Privatschulen; in Siena 393, mit einer Synagoge, einem Rabbinen, einer Armenschule, 2 Privatschulen; Pizzigliano 329 mit einer Synagoge, einem Rabbinen, einer öffentlichen Schule, und einer Schule des wechselseitigen Unterrichts; Arezzo 30 Jsraelitc^i. Turin, 20. Juni. (Privatmitth.) Die große Synagoge italienischen Ritus (auch eine deutsche und eine spanische befindet sich Hierselbst) im Ghetto, neu und geschmackvoll gufgebaut, wurde am ersten Tage des Wochenfestes durch den würdigen Herrn Rabbinen Cantoni eingeweiht. Der genannte Herr Rabbine hat zu diesem Tage ein sehr gut geschriebenes Gedicht (rvsri ns:n *r’ia) drucken lassen. — Gelegentlich bemerke ich, daß der Ghetto Eigenthum des Turiner großen Spitals ist, und daß die Juden an diese Anstalt den Miethzins zu entrichten haben. Tb. Deutschland. Hannover, 4. Juli. (Privatmitth.) Wir werden in nächster Nummer ein vollständiges R«sume der Verhandlungen der Kammern über das Judengesetz geben. Allerdings haben dieselben nur ein untergeordnetes Interesse, da die Kammern am 1. Juli aufgelöst worden, bevor diese Angelegenheit zu Ende gebracht ward, die Verhältnisse der Israeliten im Hannöverschen Königreiche bleiben also abermals in dem schrecklichen statu guo — allein man kann doch den Geist und die Gesinnungen der Herren in Betreff unser daraus erkennen. Brilon, im Juni. (Nekrolog.) „Ich gedenke Dir die Treue Deiner Jugend (Jerm. 2, 2.) Diese Worte, die mir mein verblichener Jugendfreund einst nach einer Trennung schrieb, enthalten den Beweggrund nachstehenden Denkmals, erst jetzt setze, weil mich die Furcht, Lehrern, gebildet oder sonst ihm nahestehenden Casselaner. vorzugreifen/bisher davon abhielt. Moses Büdinger, geboren 1793 zu Maidorf bei Marburg, gehörte zu den Wenigen, die, nachdem sie sich aus dem Staube und den elendsten Verhältnissen emporgeschwungen, nachher große Wohlthäter ihrer Zeitgenossen geworden. Einer armen, aber redlichen Familie entstammt, wanderte er im Jahre 1903, also als 20jähriger Jüngling, nach dem westphälischen Dorfe Bigge, diente dort, alle mit einem solchen Dienste verknüpften Beschwerlichkeiten gelassen ertragend, bei einem Handelsmann als Knecht, erlernte nebenbei das Schächten, zu dessen Ausübung er auf dem im selben Jahre stattgefundcnen Landtage zu Brilon vom Rabbinen Cohen sel. Andenkens die Erlaubniß erhielt. So, ein neues Mittel, sich zu ernähren in Händen, begab er sich nach dem nahe gelegenen Dorfe Helminghausen wiederum in einen dem ersteren ganz ähnlichen Dienst, aus dem er jedoch durch die Bemühungen des jetzigen Landrabb. Friedländer, dieses, wie er es auch stets dankbar anerkannte, um ihn und seine Bildung verdienten Mannes, recht bald erlöst wurde. Er wurde im Jahre 1804 zu Adorf, einem Waldeckschen Flecken, als Vorsänger, Schächter und Lehrer — in der damaligen Bedeutung des Wortes — angestellt. Hier begann seine Stellung eine für sein ganzes künftiges Leben bedeutsame, günstige Wendung zu nehmen; er machte die Bekanntschaft eines evangelischen Pfarramtsaspiranten, Herrn Dornseif, der ihn mit größter Uneigennützigkeit und Freundschaft in der deutschen Sprache gehörig vorbildete, trat in Verbindung mit dem Israelitischen Lehrer Herrn Meyer in Corbach, eines mit philologischen und pädagogischen Kenntnissen ausgerüsteten Mannes, der ihm mit Bereitwilligkeit die Benutzung seiner Leihbibliothek.gestattete und so in ihm den Sinn für. wissenschaftliche Bildung immer mehr anfachte. Unermüdet, wo es Etwas zu lernen galt, besuchte er außerdem fast täglich den in Padberg, eine Stund« von Adorf entfernt lebenden Landrabbinen Friedländer, der ihn mit nöthigen Vorkenntnissen im Hebräischen und vielem andern ausstattete und ihn kurz darauf bewog, die damals offene Lehrerstelle zu Padberg anzunehmen. Er trat