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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-07-03 · Heft 27 (3.7.1841) · p. Seite 382

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 27 (3.7.1841)
Date
1841-07-03
Page
Seite 382 (sequence 2)
Language
German
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882 gründet hat, wovon die eine unstreitig unsrer Gegend zum Heile gereicht, indem der Mangel ahn, licher Anstalten zur Heranbildung von israelitischen Schullehrern und Theologen, nur allzusehr gefühlt wurde. Im Jahre 1819 stiftete er ein Kapital von 300 fl. Renten, nebst einer Wohnung, zur Begründung eines israelitischen, theologischen Instituts, durch Anstellung eines Lehrers für das Studium angehender israelitischen Theologen und Schullehrer, zum Unterricht in hebräischer Sprache, Bibel und Talmud. Diese Stiftung hat bereits schon früher die Großherzogliche Staatsgenehmigung erhalten, und ist um so zweckmäßiger in hiesiger Stadt, da zugleich ein gutes und berühmtes Pädagogium sich hier befindet, und die humane Gesinnung des Direktors desselben diese Institute zur Beförderung der allseitigen Kenntnisse der diesseitigen Studierenden zu verbinden strebt. Nicht lange vor seinem Tode stiftete er noch ferner 3000fl., deren Zins alle drei Jahre zur Aussteuer armer Mädchen, die sich durch ein religiöses und sittliches Betragen auszeichnen, verwendet werden soll. Erstbenannte, für unsere Gegend so nothwrndig und segenbringende Stiftung, wurde sogleich im Jahre 1819 in Werkthätigkeit gesetzt, und schon sind aus derselben Volkslehrer und Rabbinen hervorgegangen, und befinden sich von den Jüngstausgebildeten mehrere hoffnungsvolle Jünglinge zur Vervollkommnung ihres Berufs, auf Seminarien und Universitäten. Freilich hätte dieses gute Werk seinen vollkommnen Zweck nicht erreichen können, wenn die religiöse, gutgesinnte und wohlthätige israelitische Gemeinde Müllheim, solches nicht unterstützt hätte, indem sie den Lehrern eine Zulage gab, und den Studierenden freie Kost verabreichte. Dieser Umstand war auch die Veranlassung, daß dieses Institut sich eines vielseitig gebildeten, für das Gute eifervoll bemühten Rabbinen, Herrn Salomon Rothschild, zu erfreuen hat. Doch wäre es zu wünschen, daß diese wohlthätige Gemeinde dem schönen Werke die Krone aufsetzen möge, indem sie dafür sorge, daß das Institut in ein anderes, geräumigeres, und dem Zwecke angemesseneres Lokal verlegt würde, damit der Rabbine nicht genöthigt wäre, den Unterricht in seinem ohnehin so kleinen Wohnhause, und sogar in seinem Wohnzimmer, ertheilm zu müssen. Mögen doch wohlhabende Israeliten, und besonders ein reiches kinderloses Ehepaar in hiesiger Gegend für ihre Gemeinde Aehnliches zu ihrem eignen Heil und zur Verewigung ihres Namens vollbringen. .Hannover, 9. Juni. Von Gesetzentwürfen und landesherrlichen Propositionen sind bis jetzt drei an die Stände gelangt, von denen die erste ein Gesetzentwurf über die Rechtsverhältnisse der 'Juden. (L. A. Z.) Wiesbaden, 10. Juni. Auch in Nassau werden, dem Vernehmen nach, den jüdischen Einwohnern, die schon längst, ungeachtet eines bloßen Schutzbriefes, alle Lasten der Staatsbürger tragen, damit in Einklang stehende Erleichterungen nicht länger vorenthalten. (B. N.) Hamburg, 19. Juni. (Privatmitth.) Am 10. d. M. fand die feierliche Grundsteinlegung zu dem Krankenhause statt, zu dessen Erbauung die Kosten Salomon Heine so großmüthig hergab. Die Versammlung bestand aus mehreren Bürgern und Senatoren, Oberalten und Kämmereibürgern, dem Oberpräsidenten von Altona Grafen Blücher, mehreren Altonaischen Magistratspersonen, hier residirenden Ministern und vielen sonstigen, angesehenen Christen, dem Pastor der Vorstadt St. Pauli, wo das Krankenhaus belegen ist ff., sodann den Vorständen unserer, der hiesigen Portugiesischen und der Altonaer deutschen Gemeinde, dem Altonaer Oberrabbinyn, den Tempelpredigern, so wie endlich aus unseren sämmtlichen Gemeindebehörden und sonstigen angesehenen Mitgliedern und anwesenden Fremden. Im Ganzen waren an 500 Männer versammelt. Die Feier ging in dem großen, von der Kammer hergeliehenen, sogenannten Herren-Zelt, welches auf! dem Bauplatz der Stelle des Grundsteins gegenüber aufgeschlagen war, vor sich. Nach einem Choräle hielt der prästdirende Gemeindevorsteher, Herr I. R. Beit, eine treffliche Rede"), worin das Verdienst Heine's angemessen gewürdigt, und der Stadt, welche Grund und Boden geschenkt hat, gedankt wird. I" *) Durch die Güte unsers Correspondenten liegt uns ein Exemplar dieser Rede vor, und wir gestehen, sie ist vorzüglich, in einem Göthe'schen Style, abgefaßt. D. Redakt.

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