Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-06-19 · Heft 25 (19.6.1841) · p. Seite 359

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 25 (19.6.1841)
Date
1841-06-19
Page
Seite 359 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225173-3225199--03614-3313160
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

359 durigsoperationm von vr. I. Frankenstein so glücklich ausgeführt, daß der berühmte Rabbine M. Kunitz auL Pesth sich bewogen fühlte, ihn von dem gefaßten Plane, diese Praxis aufzugeben, in einem eben so schmeichelhaften als würdigen Schreiben abzubringen *). — Daß diese erfreuliche Erscheinung nicht die einzige bleiben, sondern in allen Gemeinden bald Nachahmung finden wird, und daß junge israelitische Aerzte sich nun mit Erfolg dieser sicherlich würdigen Seite ihres Berufes widmen werden, dürfen wir mit Gewißheit hoffen. 2—fi. Belletristik. Der Jude in Graneda. (F-vrtsehung-) 8. Der Jahrhundert drei und drüber Sind verflossen. Daß kein Fuß von Juda's Söhnen Spanien's Fluren hat durchmesscn: Der Jahrhundert drei und drüber. Daß, verschlossen, Spanien's Gau von Juda's Söhnen Keine Thräne sah vergossen. Deren Väter einst am Jordan Sind geschritten, Trieben des Tyrannen Banne Aus des Paradieses Mitten, Daß sie unter der Tyrannen Schweren. Tritten Mit des Landes Christussöhnen Der Jahrhundert drei nicht litten! 9. Am dunkeln Himmel sprühen plötzlich Flammm, Und schreiten wachsend fort am Horizont, *) Siehe & 'io ■pisa yaip n«a "-chr>"iL»n iss Corresp. Und wie die Nacht am hellen Glanz sich sonnt. Fährt auf den Straßen wild das Volk zusammen, Erschöpfte Boten folgen sich und eilen Mit Hülfruf durch die dichtgedrängten Zeilen. - Cabrera's wilde Banden sind gekommen, Und streifen durch der Vega weiten Raum, Sie kommen zwar und gehen wie ein Traum, Doch ist der Brand nicht also schnell verglommen: An Leichen, Trümmern und geschänd'ten Frauen Soll man den Weg, den sie gegangen, schauen. Für Gott und König! ist der Ruf der Räuber, In Asche sinken Städte — für den Thron, Der Säugling stirbt — um die.Religion, Aus Frömmigkeit — zerreißt man noch die Leiber: Es reit' der Mönch mit Flint' und Schwert vorannen. Um Lieb' und Schonung schneller zu verbannen- 10. Blutgetünchter Boden, Von des Todes Sichel tief durchfurcht, Reich mit Seufzer» übecsat, Und in Schrecken aufgeschossen — Wenn sich öffnete Unter feit die Erde, Und in ihres Flammenmeeres Schooß Dich hinunterrisse, Und mit Asche Dich begrübe: Wär' es die That der Gerechtigkeit nur! Spanien! entnervter Greis! Sieh, wie die Sünden des Jünglings Mit den Sünden des Mannes Zu den Sünden des grauen Hauptes Treten, Gespenster der Nacht, Dir ein Sterbelied zu singen. Lege dich nieder, Mit der leergebrannten Brust, Lege Dich nieder zum Sterben!- Feindlich hast Du den eigenen Gatten Stets verbannt in das rauhe Gebirg, Und an den feilen Busen Fremdem feindlich gebettet, Aber, wenn er bethört/ Dir die Hand und das Herz getraut, Und den süßen Leib Dir umarmte,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.