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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-06-19 · Heft 25 (19.6.1841) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 25 (19.6.1841)
Date
1841-06-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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v. Jahrgang. Allgemeine No. 28. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippso«, Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigfter Concession.) Leipzig, den 19. Juni 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Vogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, im- Mar. Wir erfahren, daß sich hier die Kultusreform-Gesellschaft förmlich konstituirt hat. Sie zählt bereit 30 Mitglieder, aus der Mitte der angesehensten Israeliten, unter denen auch zwei Söhne des Herrn I. L. Goldschmidt; der eine von diesen, F. Goldschmidt, Advokat, ist Sekretair der Gesellschaft. Sie hat einstweilen folgende Punkte definitiv angenommen: 1) Unterdrückung der zweiten Festtage, mit Ausnahme des zweiten Tages Rosctt haschana, jedoch soll dieser Tag, wenn auch gefeiert,, nur als einer der 'aün 'w '•&» angesehen werben. 2) Unterdrückung aller Piutim. 3) Durchgreifende Veränderung der Gebete. Dieses neue Ritual ist bereits unter der Presse. Der Gottesdienst beginnt Sabbat und Festtage um 9,r Uhr. Alle Mitglieder des Vereins haben sich verpflichtet, mit ihren Frauen und Kindern zu dieser Zeit im Tempel präcis zu erscheinen, daß der Gottesdienst nicht gestört werde. Eine ähnliche Gesellschaft soll sich in Paris bilden. (Arch. isr. de France.) Belgien. Brüssel, 25. Mai. (Privatmitth.) Die den Juden in Belgien in der im Jahre 1830 neugeschaffenen Constitution garantirte Gleichstellung im Staate mit den Bekennern anderer Religionen, hat in den letzten Wochen eine der seltensten und erfreulichsten Früchte ans Licht gefördert. Ein Ereigniß folgender Art findet in der Geschichte des Judenthums vielleicht wenig Beispiele. Herr Lebermuth, seit sechs Jahren Oberlehrer an der israelitischen Primairschule, wußte durch eine ihm eigene Methode den Belgiern auf eine angenehme und gefällige Weise die sonst für Fremde so schwer zu erlernende deutsche Sprache zugänglich zu machen, und somit, sein Verdienst als tüchtiger Schulmann, in den Erziehungsanstalten und Privathausern ersten Ranges, seit einigen Jahren hinlänglich geltend zu machen. Einem vom Monate April lautenden königlichen Dekrete zufolge, wurde Herr Lebermuth an die Stelle des verstorbenen Professors der deutschen Sprache und Literatur.Herrn Leyder, in gleicher Eigenschaft und mit gleichem Gehalte an das Königliche Athenäum (Gymnasium) dahier ernannt. Von einer israelitischen Schule hinweg, an eine Königliche Studienanstalt! Welcher höchste Grad von Toleranz muß bei einem solchen Akte der belgischen Regierung zum Prinzipe gedient haben! Ein ähnlicher aus den letzten Tagen sich datirender Akt unsrer Regierung, ist die Ernennung des Herrn Bischoffsheim zum Ritter des Leopoldordens. Herr Bischoffsheim, ein sehr thätiges Mitglied des israelitischen Konsistoriums, dessen Eifer

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