Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1841)
- Date
- 1841-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 84. v. Z-hrg<>°g. Allgemeine Zeitung des Zudciithums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Dr. Ludwig Philippso«, Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concesffon.) Leipzig, den 12. Juni 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.tv. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, 19. Mai. Nachdem der Banquier White, in Folge seines Fallissements, seine Aldermansstelle für das Londoner Stadtviertel Baffishaw niedergelegt, wurde der vormalige Sheriff, Herr David Salomons, eingeladen, sich darum zu erwerben; derselbe hat aber erklärt, er wolle der Entscheidung des Parlaments über die Jews-Declaration-Bill nicht vorgreifen. Deutschland. Hannover, 24. Mai. Der Verein, zur Beförderung von Handwerken unter den israelitischen Glaubensgenossen im Königreiche Hannover hat in diesen Tagen das Ergcbniß seiner Wirksamkeit mitgetheilt. Der Verein wurde gegen Ende des Jahres 1833 gegründet. Seine Wirksamkeit erstreckt sich auf den Land-Rabbinatsbezirk Hannover, mithin auf Kalenberg, Göttingen, Grubenhagen, Lüneburg, die Eichsfeldschen Landestheile, Hoya und Diepholz. In dem Zeiträume von seiner Gründung bis Ostern 1841 sind 42 unbemittelte jüdische Knaben zur Erlernung verschiedener Handwerke von ihm unterstützt worden, von denen 19 bereits ausgelernt haben und 21 sich noch in der Lehre befinden. (Hannov. Zeit.) Leipzig, 2». Mai. Folgenden Artikel enthält die hiesige Allg. Zeit. „Aus Franken, 22. Mai. Ein merkwürdiges Beispiel des Kampfes zwischen Fortschritt und Stabilität bietet fortwährend die gegen 3090Seelen starke Judengemeinde in Fürth? dar. Leider, daß der wackere, aufgeklärte Rabbine dieser Gemeinde, Dr. Löwi, in seinen Bestrebungen bei unserm Ministerium nicht mehr den Halt findet wie vor mehren Jahren, ja sogar, obgleich er die Regierungsentscheidung auf seiner Seite hatte, vor einiger Zeit in einem für den aufgeklärten Theil seiner Gemeindeglieder sehr wichtigen Falle den alten Talmudisten weichen mußte. Es besteht nämlich in Fürth, nach einem altern Herkommen, eine sogenannte Todtenbrüderschaft unter den Juden, eine Gesellschaft von 42 Männern, welche als Ehrenamt die Gebete bei den Sterbenden und die Besorgung der Leiche ausüben und sich selbst durch Wahl ergänzen. Dies sind lauter sogenannte Schwarze, den alten Finsterlingen angehörige Leute, die ihr Geschäft nach dem alten, auffallenden und in mancher Beziehung gefühllosen, ja an Barbarei grenzenden Herkommen ausüben. Dr. Löwi suchte, im Verein mit dem israelitischen größern Verwaltungsausschuffe, dieses veraltete Institut zu refvrmiren. „Der Beistand dieser Todtenbrüder, sagt der Bericht des genannten Ausschusses an die Regierung, wird in einer in physischer und moralischer Hinsicht höchst schädlichen, in der Thal empörenden Art ausgeübt. Kaum