Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1841)
- Date
- 1841-06-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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No. SS. V. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zudenthuws. Ein «npartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Dr. Ludwig Philippson, Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnadigster Concession) Leipzig, den 5. Juni 1841. DieseAeftung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Syrien. London, I».Mai. (Privatmitth.) In No.29 des vor. I. haben Sie einen Bericht über die Bemühungen des Herrn Joseph Hamilton um die Wertheidigung der Juden in der Damasker Angelegenheit, und über eine dcsfallsige Bittschrift, die er „an alle Herrscher, Prälaten und Staatsmänner der Christenheit" ergehen ließ, gegeben. Bor Kurzem hat derselbe abermals einen kleinen Aufsatz drucken lassen, welcher den Titel führt: Uonourablo Acquittal of the Jews (ehrenvolle Freisprechung der Juden.) Derselbe besteht in einem Schreiben des Hrn. Hamilton an den Superior des Franziskanerordens in Irland, datirt Annadale Cottage zu Dublin 29. Sept.^1840, worin er ihn ausfordert, das Seinige zu thun, um die Lossprechung der Juden und deren feierliche Unschuldserklärung unter den Christen bekannt zu machen, und in der Kürze die Art und Weise schildert, wie man den Prozeß wider die Juden geschmiedet und geführt, und auf welche vollkommne Weise sie aller Schuld lediggesprochen worden. Ferner wird das Zeugniß vieler Rabbinen und israelitischen Individuen angeführt, welches die Bemühungen Hamilton's anerkennt, endlich ein Schreiben des Herrn Dr. Löwe, aus welchem wir einige Stellen entlehnen wollen. „Ich fühlte das tiefste, schmerzlichste Bedauern, da ich alle die Opfer, die I der Tortur unterworfen wurden, persönlich kenne.! Ich war zweimal in Damaskus, das erstemal einige! Tage"), das andere Mal drei Wochen. Ich hatte j vielen Umgang mit der jüdischen Gemeinde, und bei I vielen Gelegenheiten beobachtete ich ihre Ehrenfestig-! keit (respectability). In einigen meiner 1839 in Deutschland veröffentlichen Briefen"*) erwähnte ich namentlich mehrer Männer, die später die grausamsten Martern erlitten. Besonders zeichnete ich die Familie Farchi aus, deren Vater und Großj vater von den früheren Pascha's sehr geachtet wur-! den"""). Die Familie Abuelaafia stammt von einem sehr verehrten Ahn gleiches Namens ab, welcher der Wiedererbauer der heil. Stadt Tobaria war. R. Bekhor war der Hauptbanquier des Gouverj neurs und Ibrahim Pascha's als der rechtlichste und j ehrenfesteste Gentleman bekannt. Der gelehrte Chacham j Jakob ist an Tugend ausgezeichnet, wie anGelehrj ') Diesen Aufenthalt beschrieb Herr Br. Löwe Allg. : Zeit. d. Jud. Jahrg. 1839. No. 18 und 21. - Redakt. °") Von No. 18—79. der Allg. Zeit. d. Jud. 1839. j Nedakt. """) Die Briefe, in denen Herr Dr. Löwe über diese Familie sprach, haben dadurch noch ein Interesse mehr l erhalten. Es ist rührend, ihre früheren Schicksale mit! den neueren zu vergleichen, wie sie z. B. in dem j von uns (No. 6) mitgethellten Bericht des Major v. > Hailbronner erwähnt sind. Redakt.