Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1841)
- Date
- 1841-05-15
- Page
- Seite 288 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Gesuch. .Zwei junge verheiratete examinirte Lehrer (aus dem Preußischen gebürtig), welcher jeder bei ihren jetzigen Gemeinden eine Reihe von Jahren, ca. 40 Schüler in allen hebräischen und deutschen elementarischen Wissenschaften, so wie auch im Gesänge unterrichtet, und zugleich als Borsanger incl. tra-ns Step und Schächter fungirt, an hohen Festen und bei sonstigen feierlichen Angelegenheiten Religions-Vorträge gehalten, und die besten erforderlichen Zeugnisse auszuweisen haben, suchen auf künftigen Ellul eine anderweitige Anstellung. Reflektirende Gemeinden wollen sich dieserhalb, unter genauer Angabe der gegenseitig einzugehenden Bedingungen bis Ende Mai an die lobt. Helmichsche Buchhandlung in Bielefeld wenden. Einem obiger Lehrer wäre eine städtische Gemeinde in der Provinz Sachsen, Rheinland oder eines jeden andern deutschen Staates besonders willkommen. Ein jüdischer, unverheiratheter Lehrer und Kantor, — mit den erforderlichen Zeugnissen versehen, — wünscht in dieser Eigenschaft vom ersten September d. I. ab eine anderweitige Stelle und bittet deshalb die hierauf Reflektirenden ihre fernere Nachfragen darüber unterder Adresse: H. F. H. portofrei an den Buchhändler Herrn M. Thieme in Hagen, Provinz Westphaten, einzusenden. In Unterzeichnetem Rabbinate können zwei gut befähigte Gemeindelehnr, Vorsänger und Schächter sofort annehmliche Anstellung finden. Portofreie, von Attesten begleitete Anmeldungen werden baldigst gewünscht. ~ Oldenburg. Landrabbine Hirsch. Die Gemeinde zu Stavenhagen im Großherzogthum Mecklemburg-Schwerin bedarf sofort eines Religionslehrers, der zugleich das Amt eines Vorsängers und Schächters versieht. Er erhält einen fixen Gehalt von 110 Thlr. Gold, freien Tisch, freie Wohnung, und 120 Thlr. Nebeneinkünfte werden verbürgt. Bor seiner Anstellung muß er sich der Prüfung bei dem Herrn Landes^Rabbinen unterziehen. Anmeldungen portofrei bei den Vorstehern: I. H. Meyer. H. Mürbe. Ein tüchtiger Ein Chasan, Schächter und Lehrer im Hebräischen wünscht ein vortheilhaftes Engagement zu Michaelis d. I. Anfragen nimmt unter Chiffre E. 1. die löbl. Redaktion an, wenn sie portofrei einlaufen. Erklärung. Ein anonymes Schreiben aus dem „Badischen Oberrhein" forderte in diesen Tagen von uns auf eine sehr brüske, sich selbst genugsam charakterisi'rende Weise ein schnelleres Vorwärtsschreiten unseres Bibelwerkes. Ist dies an und für sich nur ehrenvoll, so stellt doch die Art, wie die Forderung gegeben ist, ein bedauerliches Beispiel auf. wie in gewissen Kreisen die Arbeiten und Verdienste des Schriftstellers angesehen und gewürdigt werden. Ob der Autor im allgemeinen Interesse seine geistigen und leiblichen Kräfte mit rastloser Anstrengung erschöpft, ob er die Stunden nicht bloß seiner Tage, sondern auch seiner Nachte opfert und willig hingiebt, ob er im Ringen nach dem Höchsten seine eigene Persönlichkeit freudig vergißt — was kümmert das solche Menschen, die mit einigen Groschen für ein Exemplar ihre Erkenntlichkeit abgekaust, und den Autor wie den Buchhändler mit Beschlag belegt zu haben glauben, wie sie ein Stück Waare, ein Faß Wein oder einen Wechsel an sich bringen. Diese Personen haben wol keinen Begriff, welche verschiedenartige Mühewaltung die Herausgabe eines solchen Werkes, abgesehen vom eigentlichen Inhalte, erfordert, und werden es z. B. kaum glauben, daß die zweite Correktur der 70 Bogen, die bereits erschienen sind, dem Unterzeichneten 4 der ganzen Zeit, die seit dem Druckbeginn verflossen, gekostet, nachdem die erste Correktur von einem namhaften Gelehrten in Leipzig, der dann auch noch eine dritte besorgt, gemacht worden. Was nun die Sache selbst betrifft, so zeugen wol 14 Lieferungen in 4 Jahren, die 14te wird in acht Tagen versandt werden, nicht von Saumseligkeit. Auch haben wir die Vollendung der fünf Bücher Mosis im Laufe dieses Jahres versprochen, und werden dies Versprechen, so nicht unerwartete Ereignisse eintreten, losen. Neben dem haben wir zugleich den zweiten Theil beginnen lassen, und Josua und Richter werden noch in diesem Jahre vollendet. Das billige Publikum, welches mit einem Jahre früher keine übereilte, verfehlte Arbeit erkaufen will , sieht sich demnächst gewiß von uns hinlänglich befriedigt. vr. Ludwig Philippson, Geistlicher der israel. Gemeinde zu Magdeburg, Direktor der Religionsschule daselbst, Redakteur der allg. Zeitung des JudenthumS, und Herausgeber der „israel. Bibel." Druck von I. B. Hirschfeld.