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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-05-01 · Heft 18 (1.5.1841) · p. Seite 256

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 18 (1.5.1841)
Date
1841-05-01
Page
Seite 256 (sequence 12)
Language
German
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256 Geschichte. Die Arcli. israel. de France haben von dem Staatsrath Baude, ehemal. Polizeipräfekten, ein kostbares Dokument erhalten, welches für unsere Geschichte von höchster Bedeutung ist, und das wir deshalb in wortgetreuer Uebersetzung von Zeit zu Zeit, wie der Raum es uns gestattet, mittheilen werden. Es ist dies: die vom Kaiser Napoleon diktirten Briefe und Noten bei Gelegenheit des zu Paris im Jahre 1806 in Paris zusammenberufenenSanhedrin's. DerStaatsrath Baude hatte 1813 selbst Kopie davon genommen, und verbürgt sich für die völlige Richtigkeit. Da es nicht zu verkennen ist, daß die Zusammenberufung des Sanhedrin's, wie an sich eine großartige Idee, zugleich die erste Bewegung der Israeliten, in die europäische Gesellschaft auch dem Geiste nach einzutreten, ist, ferner der Keimpunkt jener Richtung wurde, die Religion Jsrael's auch über die Krisen, welche eine Neuzeit stets einer altem Institution, die bestehen bleiben will, bereitet, hinwegzubringcn, endlich auch das erste Beispiel, daß sich ein europäischer Staat um die Organisation der Israeliten kümmerte; so nehmen diese Dokumente eine wichtige Stelle in der Geschichte Jsrael's ein. Sie bestehen in einer Instruktion und vier Absätzen Noten von verschiedenem Datum. I. Instruktionen des Kaisers Napoleon an die Herren Kommissare bei dem großen Sanhedrin. Saint-Kloud, 22. Jan. 1806. Mein lieber Champagny! da Wir befohlen, durch Unser Dekret vom 30. Mai v. I., die angesehnsten Männer unter den Juden in einer Versammlung in Unserer guten Stadt Paris zu vereinigen, so haben Wir durch ein heutiges Dekret die Herren Mole, Portälis und Pasquier, Requetenmeister in Unserm Staatsrath, zu Unseren Kommissarien bei der gedachten Versammlung-ernannt; Wir wünschen, daß die Glieder dieser Versammlung sich am 26. dieses Monats, und nachher nach ihrem Belieben vereinigen, und einen Präsidenten, zwei Sekretäre und drei Stimmensammler aus ihrer Mitte wählen. Sobald die Versammlung organisirt sein wird, werden Unsere Kommissarien zur Diskussion die Fragen unterbreiten, welche Wir diesem Schreiben zufügen. Sie soll eine Kommission ernennen, um die Arbeit vorzubereiten und die Diskussion über jede dieser Fragen zu leiten. Da die Juden Unsers Königreichs Italien gebeten haben, zu dieser Gesellschaft zugelassen zu werden, so haben Wir ihnen dies bewilligt, und Wir wollen, daß sie cintreten, so wie sie in Paris ankommen. Unser Endzweck ist, den Glauben der Juden mit den Pflichten der Franzosen zu vereinigen, und sie zu nützlichen Bürgern zu machen, indem Wir beschlossen haben, einige Heilmittel dem Uebel zu verschaffen, welchem sich viele unter ihnen überlassen, zum großen Schaden Unsrer Unterthanen. Da dieses Schreiben keinen andern Zweck hat, so bitte ich Gott, Sie in seine heilige Wacht zu nehmen. Napoleon. Rambouillet, 13. März 1806. Mein lieber Champagny! Ich schicke Ihnen anbei Noten, welche Ihnen die Richtung kund thun werden, die ich der Versammlung der Juden zu geben wünsche, und das, was die Kommissarien bei dieser Versammlung zu thun haben in diesem Augenblick. ' Ich bitte Gott, Sie in seine heil. Wacht zu nehmen. Napoleon. (Fortschung folgt.) Anzeiger. - In demselben werden Annoncen aller Art gegen IjNgr. (1 ©gr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Dle Verlagshandlung. Ein jüdischer, unverheiratheter Lehrer und Kantor, — mit. den erforderlichen Zeugnissen versehen, — wünscht in dieser Eigenschaft vom ersten September d. I. ab eine anderweitige Stelle und bittet deshalb die hierauf Reflektirmden ihre fernere Nachfragen darüber unter der Adresse: H. F. H. portofrei an den Buchhändler Herrn M. Thieme in Hagen, Provinz Westphalen, einzusenden. Druck von I. B. HLrschfeld.

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