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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-20 · Heft 8 (20.2.1841) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 8 (20.2.1841)
Date
1841-02-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 8. v. z-hrga-g. Allgemeine Zeitung des ZudeMhums. Ein unpartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von »r. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnad igsier Eoncession) Leipzig, den 20. Februar 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. .w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrigmit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Der ^Orient. Konstantinopel (Zweiter Brief.) Infandani, regiua, jubes renovare dolorem! — quaeque i;»se miserrima vidi! — So soll ich wirklich den kläglichen Zustand der hiesigen Israeliten Ihnen schildern? Ich soll Ihnen »»gescheut und rücksichtslos das Gemälde ihres Elends aufrollen? Es ist nicht ohne tiefen Schmerz, daß ich Ihrem Wunsche mich ergebe, ich empfinde dabei all' jenen Jammer wieder, den ich durch die Gewöhnung schon überwunden glaubte, und bin nur dessen gewiß, daß ich den Pinsel in echte Farben tauche, da so leicht kein Fremdling heimischer in den Zuständen hiesiger Juden sein kann, als ich. Ich habe mit ihnen gelebt, mit ihnen empfunden, ja mehr als sie empfunden, denn daß sie eben Nichts empfinden, ist die Grundlage ihres kläglichen Zustandes. Doch ich will die Reflexion dem Faktum folgen lassen. Sie haben Recht, will man mit der Zeit auf die orientalischen Juden wirken, so muß man sie vor Allem kennen, ganz kennen. Ich werde in diesen Federzeichnungen gewissermaßen systematisch zu Werke gehen, ohne jedoch gewiß zu sein, daß ich mich nicht dann und wann auf Episoden ertappe. Vor zwei Jahren waren es der Jahre dreihundert, daß Schiffe mit spanischen Juden gm Konstantinopel fuhren, und beim Sultan um Erlaubniß nachsuchten, sich daselbst niederzulassen. Es kam eine eigene Stipulation zu Stande, die sehr weitläufig ist, und viele der wunderlichsten Bedingungen enthält. Denn neben der Bewilligung des, Einwohnerrechts und freier Religionsübung wurde ihnen z. B. aufgelegt, wenn ein Türke einen Juden schimpft, so darf er ihn nicht wieder schimpfen, wenn elfterer letzteren mit einem Aase wirft, darf er nicht zurückwerfen, wirft er ihn aber mit einem lebendigen Hunde, so kann er diesen zurückwersen, unterliegt aber der gesetzlichen Strafe ff. Was sollten die Bedrängten, überall Zurückgeftoßenen thun? Sie mußten Alles annehmen, kauften sich und bauten Hauser in Chaskioi, und wurden als Ehasraja (Chas heißt echt, theuer) den sämmtlichen Raja's (Nicht- Türken) gleich gestellt. Sie mußten und müsse : wie jeder Raja den Haradsch (Kopfsteuer) entrichten, der aber sehr mäßig ist. Sie hatten ungefähr MOO Fa. mitten griechischer Juden vorgefunden, die aber in großem Elend standen, sie selbst brachten sehr bedeutende Reichthümer mit. Seit der Zeit haben sie wechselnd bald in höherem, bald in geringerm Ansehn gestanden, sie waren ausgezeichnete Astrologen, Aerzte, sie waren Zoll- und Steuerpächter, Banquiers der Pascha's, die Zwischenhändler der großherrlichen Münze ff., bis im Jahre 1827 der im höchsten Ansehn stehende Kamonho auf Befehl des Sultans, weil er die Ausführung eines vom Sultan erlassenen Todesbefehls Hintertrieben, an einem

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