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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-02-06 · Heft 6 (6.2.1841) · p. Seite 79

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 6 (6.2.1841)
Date
1841-02-06
Page
Seite 79 (sequence 11)
Language
German
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79 Redakteur, daß das rege Streben und die fortschreitende Bildung in dem Kultus und der innern Form der in dieser Beziehung so lange vernachlässigten Synagoge, auch in unsrer Gemeinde feste Wurzeln gefaßt haben. Und auch insofern ist es nicht ohne Wirkung geblieben, da unsre Gemeinde nun fest und einstimmig beschloß, einen Rabbinen aufzunehmen, der von acht religiösen Gefühlen beseelt, nächst den talmudischen und rituellen Wissenschaften, auch in Realien tüchtig bewandert ist, um der Schule seine Wirksamkeit zuwenden zu können. Möchte die Vorsehung uns nur recht bald die hiesige Rabbinenstelle von einem solchen Manne besetzt sehen lassen, welcher dem Indifferentismus und dem frivolen Sinne der Zeit die Schranken der Mäßigung entgegenstellen könnte, und möchte unsre Gemeinde fonsahren, das Bessere zu erstreben, welches nur Eintracht und Liebe, wahre Frömmigkeit und Tugend in den Herzen unsrer Brüder erwrcken kann. Iosua Schiff. (Schluß folg t.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen Ij Ngr. (1 Ggr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. C5T -12^ rcn rmn1 2 3 4 5 6? rs. „Es ist eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Redens Pred. 3, 7. Emden. (Verspätet). Wir lesen in Ihrer geschätzten Zeitung zwei Berichte über die hier gehaltenen Probepredigten für unser vakantes Landradbinat. Aus inniger Liebe zur Wahrheit fühlen wir uns verpflichtet, Folgendes nachträglich zu bemerken. — Der frühere Berichterstatter referiere über die Probepredigten des Herrn Dr. Herzfeld aus Braunschweig und des Herrn Landrabb. Hirsch aus Oldenburg. Es hat hier allgemeine Indignation erregt, daß die erste dahier gehaltene Probepredigt des rühmlichst bekannten RabdinatSkandidaren Hrn. Dr. Lippmann aus Trier vom Berichterstatter ganz mit Stillschweigen übergangen wurde. Hat denn derselbe, — wenn ec wirklich „'Sine ira ac studio“ schrieb, — ein so schwaches Gedachtniß, daß ec sich dieser, in jeder Beziehung, voctrefllichen Predigt, der doch, wie hier allgemein bekannt ist, sowol von jüdischen, als chnstlichen Zuhörern der meiste und ungetheilteste Beifall gezollt wurde, nicht mehr erinnern konnte? Oder befürchtete er vielmehr, die beiden andern Predigten würden zu sehr vekdunkelt worden sein, wenn er der ersten erwähnt hatte? Dem sei, wie ihm wolle, wir müssen, wollen wir nicht ebenfalls unbillig sein, das absichtlich Vergessene und Verabsäumte nachholen. Zwar bedarf Hr. Dr. Lippmann unsres Lobes nicht. Seine gründlich gelehrten hebt. Eommentare und deutschen Einleitungen zu 3 inhaltsschweren Schriften de6 geistreichen Ab»-n Esra, die in den geachtetsten und gelehrten Zeitschriften die gerechteste Anerkennung und Würdigung bereits fanden *), erwarben ihm längst schon europäischen Ruf. Auch wurden oft schon in öffentlichen Blattern der von ihm bei verschiedenen Veranlassungen gehaltenen Predigten rühmlichst erwähnt. Nun zur Hauptsache. —- Herr Dr. Lippmann wurde unter 17 Kandidaten zu der vom königl. Ministerium vorgeschriebenen Drei za hl einstimmig gewählt. Es verdient besonders bemerkt zu werden, daß Herr Dr. L. fast 200 Stunden von hier entfernt, früherhin Niemanden in der ganzen Provinz persönlich bekannt war, noch sonst durch irgend eine Empfehlung seine Wahl bewirkte. Einzig und allein seine glanzenden Zeugnisse und Diplome von den namhaftesten jüdischen und christlichen Gelehrten, so wie sein acht-religiöser und literarischer Nus bestimmten hen wohllödlichen Vorstand, die Wahl auf ihn zu lenken und erhielt er die Einladung, am 3. Oktober v. Jahres seine Probepredigt in hiesiger Synagoge abzuhalten. Diesen ehrenvollen Ruse folgend, trat er am nnr^n nnilJ v^r einem zahlreichen Auditorium hier aus und sprach in einem gediegenen, kraftvollen Vortrage über Ps. 121,1-8 mit einer solchen Begeisterung, daß dadurch die ganze Gemeinde, mit Ausnahme 3—4 Gemeinde-Mitglieder, die schon lange vorher ihre Stimmen einem der andern Bewerber fast zusagten, von dem innigsten Wunsche beseelt wurde, daß die Wahl auf diesen talentvollen Redner fallen möchte. Der Raum Lestattet uns nicht, den gediegenen Inhalt der ganzen Predigt, die \± Stunde dauerte, mirzutheilen. So viel dürfen wir aber, der strengen Wahrheit gemäß,,, versichern, daß, ohne den gehaltenen Predigten der beiden andern geachteten Kandidaten zu Nahe treten zu wollen, keine derselben sich eines so allgemeinen Beifalles, wie die des Hrn. Dr. L. zu.erfreuen hatte. Auf dringendes Ansuchen der meisten Gemeinde-Mitglieder hielt er auch, ganz unvorbereitet, am Vorabende des Versöhnungstages, vor b'D, eine Man vergl. 1) Geiger's wiffensch. Zeitschr. für jüd. Theologie B. l. S 198 ff. 2) Philip psvn'ö israel. Predigt- und - Lch ulmagazin B. II. S. 307 ff. 3) Theologisches Litera turbl. zur Darmst. Kirchen^. (1836) No. 6 u. 7. 4) Allgem. Zeirung des Iudemh. (Iahrg. i) No. 43. 5) Liter, und Homilet. Beiblatt (Iahrg. J) No. 1. 6) Israel. Annalen (April Mai 1840).

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