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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1841-01-30 · Heft 5 (30.1.1841) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
5 (1841)
Issue
Heft 5 (30.1.1841)
Date
1841-01-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V. Zahrg°»g. Allgemeine No. s. Zeitung des Zudenthuws. Ein lmpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg. Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concession) - Leipzig, den 30. Januar 1841. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnaben'ds, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. . w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Aegypten. j Frankfurt am Main, 8. Januar. Bei Ver- > anlassung der Anwesenheit Crömieur' enthält die hiej sige Didaskalia einen interessanten Aufsatz „Israelitische Zustände," der, wie die Redaktion versichert, „aus der Feder eines sehr achtbaren Mannes, welcher sich mehrere Jahre im Oriente aufgehalten und i die dortigen Zustände aufmerksam beobachtet hat," > geflossen, und der sich namentlich über Kairo ausj laßt. Wir ziehen das Wichtigere daraus an. j i „Das heutige Kairo ist durch seine Größe, seine! prächtigen Moscheen, sein Klima und seine angenehme! Lage nach Konstantinopel die wichtigste Stadt im Orient. Unter seinen 300,000 Seelen mögen sich etwa 3000 Juden befinden, die man, um sie näher kennen zu lernen, in drei Klassen abzusondem genöthigt ist. Die arabischen Juden, etwa 2000, bewohnen wie-! die Griechen, Kopten, Franken und Araber ihr eige-; nes Quartier, welches, wie die andern 52 Stadt-' viertel Kairos, eine Stunde nach Sonnenuntergang j geschlossen und bei deren Aufgang eröffnet wird. Wie die andern Sekten, haben auch sie ihre eigene Uniform. Ihre Straßen sind so eng, daß ein kor-! pulenter Mann sie kaum passiren kann. Jhre Wvh-! nungen sind zwar von außen armselig, bieten aber! im Innern manche, dem Klima angemessene Bequemlichkeit dar. Mehr als ein Viertel dieser Bevölkerung ernährt sich vom Geldwechseln, und wir haben keine Münze in Europa, die hier nicht Cours findet. Der Krieg zwischen der Pforte und Aegypten, wo jeder dieser beiden des Andern Geld außer Cours setzte, hat günstig aus dies Geschäft gewirkt. Ein großer Theil bewohnt den Bazar, nach Konstantinopel der reichste im Orient. In sieben schlecht gebauten Synagogen verrichten sie ihren Gottesdienst; in jeder derselben befindet sich ein Gegenstand ihrer Verehrung. Meine Neugierde wurde außerordentlich in Anspruch genommen beim Anblick eines Kastens, in dem sich eine Bibel aus dem Salomonischen Tempel befinden soll, aber alle meine Bitten, denselben zu eröffnen, blieben fruchtlos. Ich wandte mich an den Rabbinen, der nach einigem Nachdenken mir sagte: mit dieser Bibel habe es eine eigene Bewandtniß; wer sie berühre, müsse noch im selbigen Jahre sterben. Ich dankte diesem guten Manne für seine Besorgniß um mein Lebens und ging rasch ans Werk. Kaum berührte ich die Bibel, so erhoben alle Anwesenden ihre Hände gen Himmel, daß mich Gott für dies Vergehen nicht strafen möge. Nicht wenig erstaunte ich aber, bei deren Eröffnung eine alte Bekannte zu finden. Einige Monate früher hatte ich nämlich die vatikanische Bibliothek besucht, wo ebenfalls als eine höchste Merkwürdigkeit eine Bibel von hohem Alterthume

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