Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 5 (1841)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1841)
- Date
- 1841-01-23
- Page
- Seite 55 (sequence 15)
- Language
- German
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Das schwache Siinb, und heiligt. Doch warum fragst Du so? — Du glühest, Thirza? Thirza. Es ist nur Ahnung, die das Herz umbangt, Die aus des Sabbats heiliger Dammcung mir Entgegentrat — Benoni. Mein Vater! gieb mir Antwort Aus eine Frage, nicht als Vater, sondern Als SchriftgeLehrtec, den ich tief verehre. Elazar. Und wird der Vater den geliebten Sohn Nicht ernster noch belehren, denn als Lehrer? Benoni. Mit Neide schau' ich rings aus alle Völker, Die zahllos und bedrängend uns umwallen. Nicht jene stolzen Herrschernationen, Die Franken nicht und Türken mein' ich izt, Mit ihnen nicht will sich mein Stolz vermessen. Doch ringsumher die Stamme Asia's, Sie Alle haben einen Heerd und Sitz, Um den sie sich in Glück und Unglück schaaren. Doch wir, wir Juda's Söhne, Israel, Wo weilen wir? wo ist der Mittelpunkt, Um den der Kern des weiten Volks sich eine? Zu dem der Flüchtling, der die Welt durchmessen, Zurückekehr', der Hartbedrängte noch Mit Hoffnungsblick sein thranend Auge wende? Was ist des Herrn Beschluß mit uns, daß wir, Allein von allen Erdenvölkern, nur Zerstreut, in tausend Splittern rings zermalmt, Ohn' Heimath, wohnen, unwillkommne Gäste? Elazar. Kennst Du die Worte des Propheten nicht? Nicht Mosche's Wort, das in der Wüste noch, Vor allem Anfang, er als Ende sprach? Dort liegt das Land, das unsrer Väter Theil. Ein junges Auge kann die Berge noch Von hier erspäh'n, die unsre Hütten trugen. Wir sollten dort dem ein'gen Gotte leben. In Heiligung dem Heiligsten geheiligt. Doch da es nicht geschah, da in dem Uebermuth, Der, in des Landes Fett sich sätt'gend, schwoll, Des Landes Herren, nicht des Herren Knechte Die Väter wurden, wurden Knechte sie Jedwedem Herrn, ohn' Heimath, ohne Land. ] Entweder sollte Israel in Gott Ein freies Land als Gottesland besitzen, Oder vereinzelt durch die Länder ziehen: Ein Mittelstand war nicht für uns bestimmt, Geknechtete Gebieter nicht zu sein. Und dann, Benoni, ist nicht unser Theil Noch jetzt uns auferlegt? Dem ein'gen Gotte Zeugen zu sein, und seinem heil'gen Worte In Ost und West, in Süd und Nord zumal. Selbst unser Elend unsres Gottes Zeugniß, Selbst unsre Furcht für Seines Wortes Wahrheit! Benoni. Nicht ganz begreif' ich's, wie Du's sprichst, mein Vater. Was kann der Sklave? Was vermag der Knecht, Den mit dem Fuße der Verachtung tritt Der schlechtste Türke? wessen Zeugniß kann Der Nichtbeglaubte, Ungehörte geben? Und wie.? Den Drusen seh' ich, den Mainoten, Der Wüste flücht'gen Sohn, den Beduinen, In seiner Waffen schönem Glanze prangen; Ob er sich beugt dem Herrn in Stambul's Harem, Selbstständig, ungebeugt tritt er einher, Sein stolzer Schritt versaget auszuweichen, Der Unbill trotzt er mit der Waffen Kraft — Jndeß wir schleichen sacht die Mau'r entlang, Umblickend scheu, ob man uns nicht erblickt, Ach! aller Hunde Hund- Wie! warum nicht das Schwert zur Hand? Warum nicht auch mit scharfer Wehr verseh'n, Sei's nicht zum Angriff — zur Verteidigung, Zu wägen Etwas in der Völker Schaale? Warum nicht auch die Kämpfe mitgekämpft, Die Schlachten mitgeschlagen, unfern Theil Mit Geld nicht bloß, mit Blut auch zu bezahlen? Ruft auf, ihr Alten, uns, die Jugend! hin Zu Schutz und Trutz auf dieser Völker Markt, Und kämpfend wächst die Kraft im starken Arm — Elazar. Wie Du mich stolz machst, mein geliebter Sohn! Du, meiner Jugend Bild, das langst geblichen — Wie es gekommen, daß wir so, nicht anders, Erniedrigt steh'n auf Asia's wüstem Boden, Ein Trümmervolk zu weiten Völkertrümmern — Es ist zu lang, und traurige Geschichte, Mit der des Sabbat's Ruhe wir uns störten. Doch Eines, Freund — sieh, die Vergangenheit, Sie lieget abgeschlossen hinter uns.