Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1840)
- Date
- 1840-11-28
- Page
- Seite 678 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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678 Berichte über die Huldigungsfeier mehr geben wollten, hier folgen, indem wir dem Borstande einer so großen Gemeinde das Anrecht, in der Allg. Zeit. d. Iud. sich auszusprechen, nicht in Abrede stellen können. Nedakt.) Der hohe Geburtstag Sr, Majestät unseres allgeliebten Königs mußte wol jeden Nerehrer mächtiger als je zur würdigen Feier desselben hinreißcn, als der Hohe Monarch diesem, dem ersten Allerhöchst-Seiner glorreichen Regierung, zugleich eine zweite, eben so hohe, bekannte, Bedeutung Allergnädigst gegeben hatte. — In Erfüllung der schönsten aller Pflichten, brachte, durch die Borsorge ihrer Bertreter, auch die hiesige israelitische Gemeine die Gefühle der tiefsten Verehrung und ungeheuchelten Hingebung dankbar und liebevoll dar. — In allen hiesigen israelitischen öffentlichen Betschulen, wurde beim Morgengottesdienste das Hanoten Teschua von den Vorsängern vorgetragen und in der neuen Betschule Vormittags 9 Uhr ein besonders angeordneter feierlicher Gottesdienst gehalten, zu dem alle Beamte der Korporation und diejenigen Mitglieder derselben, die ein Ehrenamt bekleiden, eingeladen waren und welchem der König!. Polizei-Director und Landrath Herr Regierungsrath von Minutoli, so wie der Herr Polizeirath Bauer beizuwohnen die Güte hatten. Derselbe begann 1) mit Musik: Symphonie; dieser folgten 2) die Psalmen 33 und 148 als Gebete der Gemeine, 3) Lobgesang: Danket dem Herrn rc., gesungen von den hiesigen jüdischen Waisenknaben; dann 4) Predigt des Herrn Oberrabbinen Salomon Eiger, 5) Musik: Adagio, 6) das allgemeine Gebet um die Erhaltung des Erlauchten Königlichen Hauses, (Hanoten Teschua) vorgetragen vom Vorsänger, 7) 3 Psalmen Kap. 112. 101 u. 138 als Gebete der Gemeine, 8) Schlußmusik, 0) Hallelujah, gesungen von den Waisenknaben und 10) Volkslied: Heil Dir im Siegeskranze k. gesungen von den Waisenknaben worin die ganze Gemeine mit einstimmte. — - Abends war die ganze Judenstraße herrlich erleuchtet und das dort aufgestellte von dem Maler Herrn Alexander schön ausgeführte Transparent: darstellend: 1) Sr. Majestät den König in Lebensgröße (sitzend auf einem Sessel, unter einer Drapperie von rothem Sammet, gelehnt an einen Tisch, auf welchem das rothe Sammetkisssr mit Scepter und Schwerdt, die Symbole der Gnade und Gerechtigkeit, ruhen) Allerhöchstwelchem 2) ein Greis in morgenländischer Tracht (allegorisch die jüdische Gemeine Posens bedeutend) in einem Schilde, dessen Inschrift sich zugleich auf die Tagesereignisse bezieht, die Wünsche und Hoffnungen für Allerhöchstdeffen milde und weise Negierung überreicht; 3) den gekrönten nach abwärts schwebenden Adler, in einer Klaue die Königskrone, (die Huldigung an diesem Tage bezeichnend) in der zweiten Klaue Blätter haltend, in welchem die Wünsche und Hoffnungen wörtlich dargebracht werden, nämlich: der preußische Adler möge, obgleich es überall kriegerisch aussieht, Friede, Segen, Eintracht, Handel und langes Leben AllerhöchstJhro Majestät, beschützen, — machte einen ergreifenden und erhabenen Eindruck auf die anschauende freudige Volksmenge. — Die Mitglieder der Repräsentantenversammlung waren inzwischen in einem Privatzirkel, wozu auch die des Korporations-Vorstandes geladen waren, zusammengetreten, um diesen so wichtigen Tag durch allgemeine Freude bei einem frohen Mahle zu beschließen, welche Freude indeß unerwartet durch den anwesenden Kandidaten der Philosophie und des Rabbinatö Herrn A. Wiener in einer kräftigen und feierlichen, des Tages würdigen Festrede in deutschem freiem Vortrage, erhöh't wurde, welche in das Innerste Aller Herzen drang, die heiligsten Gefühle erweckte, alle Anwesende begeisterte und die von der Gediegenheit des wirklich herrlichen Vortrages so wie der nicht zu verkennenden Fähigkeit des Herrn Gelehrten zeugte. Sich an das hellbeleuchtete Fenster stellend und auf das schön illuminirte Rathhaus zeigend, schloß derselbe diesen feierlichen Akt durch folgenden Toast: . „Mögen die hellstrahlenden Flammen, die unsere „ganze Stadt und das gesammte Preußische Va- „terland beleuchten, ein Symbol sein: daß mit „dem heutigen Tage uns Allen eine neue Mor- „genröthe aufgcgangen, daß unter der Regierung „Friedrich Wilhelm IV. „Er lebe hoch!!" Gott „uns Allen aufgehen lasse die Sonne des Heils „und der Heilung unter ihren Schwingen, dann „werden von der Memel bis zum Rhein« und