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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-10-24 · Heft 43 (24.10.1840) · p. Seite 620

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 43 (24.10.1840)
Date
1840-10-24
Page
Seite 620 (sequence 10)
Language
German
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620 gen, heute um einige bürgerliche Rechte das Judenthum zu verstoßen. Es ist für mich stets einer der erhabensten Momente, am Schlüsse des Versöhnungstages, nach dem durchfasteten und durchbetetcn Tage, die zahlreichst versammelte Gemeinde mit aller Kraft das „Höre, Israel, der Ewige, Dein Gott, der Ewige ist einig!" ausrufen zu hören. Wie dies ein Triumph ' der moralischen Kraft über die physische ist, so enthält dieser Moment zugleich die ganze Geschichte Jsrael's. So hat diese Volksmasse einen Raum von Jahrtausenden durchfastet, eine Fastenzeit von Jahrtausenden durchbetet, und am Schlüsse derselben ruft es mit immer erneuerter Kraft sein Lebensprinzip, seine Erkenntniß, aus. So viele Niederlage hat es nie erlitten, um nicht noch einen Augenblick des Triumphes zu feiern, so geschwächt ist es nie worden, um dazu nicht noch Kraft zu finden. Jeder Mensch, der um einer Idee willen ein materielles Opfer gebracht hat, ist schon ehrwürdig, wie viel weniger eine solche Versammlung von Menschen. Gelt! unsre Weisen haben auch gewußt, was erhabenste Effekte des Gottesdienstes sind, und diese liegen tief in demselben verborgen. Man muß sie nur wieder hervorholen, und für unsre blöderen Augen in's rechte Licht setzen. Nur nicht überall die Politur der Kaule volee verlangen, und der Masse jede Thätigkeit, jede Mitwirkung rauben. Mir ist ein Schema, ein Emet, ein Halleluja von hundert inbrünstigen Kehlen kräftig ausgerusen, viel lieber, als ein solches nach allen Regeln der Kunst von einem kleinen Chore gesungen. Jenes ist Ueberzeugung, dieses Genuß. Damit ist natürlich der Rohheit und Verwilderung nicht das Wort geredet. gewiß. Wir haben unser Recht, unsre Unschuld mit dem Worte vertheidigt, und diese Waffe ist jetzt schneidender, als jede andere. Und so sehr ist dies unsrer Zeit schon verwachsen, daß sich Niemand einmal darüber verwundert. Wir aber müssen dies wol behalten, um überall durch offenes Zusammenwirken im Geiste und mit dem Worte uns zu vertbeidigen, wo wir ungerecht behandelt werden. Alle Freunde der Zeit werden dann mit uns sein! Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Bert ags h a n dlung. Bei I. Helbig in Altenburg lst erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Salomo Levy jSteinhelm Docloc der Medicin in Altona vor dem Forum der öffentlichen Meinung nebst veranlaßten Bemerkungen über Erbrecht, Offenbarung und Pädagogik von E. M. Heilbutt. Preis 6 Gr. Bei Karl Aue in Altona ist erschienen: Steinheim, Or., Offenes. Sendschreiben an den Herrn Obergerichtsadvokaten Löck, Abgeordneten des 5. Wahldistrikts in Holstein , betreffend die Emancipation der Mofaiten in den Herzogthümern, bei.Gelegenheit der dritten Diät im Jahre 1840. gr. 8. 4 Ggr. Nein, nicht mit Geld ist der jüngste Judenkampf ausgesochten worden. Es gab Zeiten, wo die Juden als den letzten Rettungsankel das dämonische Metall auswerfcn mußten, um nur Ruhe zu finden, wo Gerechtigkeit verschwunden war, um räuberischer Tyrannei die Krallen abzustumpsen. Aber diese Zeit ist bei den Machthabern vorüber, folglich — bei uns Eine kleine, aber gebildete Gemeinde wünscht einen tüchtigen Lehrer, der zugleich Vortrage in der Synagoge halt, (nicht aber Chasan und Schochet ist.) Freie Station und 100 Thaler Gehalt. Zu melden bei der Redaktion. Druck von I. B. Hirschfeld.

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