Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1840)
- Date
- 1840-10-03
- Page
- Seite 580 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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580 in der Lehrerprüfung zu Brüht, und km Religions-Examen bei dem Oberrabbinen 0r. Ullmann zu Erefeld bestanden, und auf Anrathen des Eonsistorialraths Elasten einem mehrwöchentlichen Cursus in der Taubstummen- Anstalt zu-Eöln beigewohnt hatte, eröffnere er nach geschehener Genehmigung von Seiten der hiesigen Regierung unter liebreicher Unterstützung des genannten Menschenfreundes im April 1838 mit 3 Zöglingen ein Taubstummen - Institut zu Aachen. Auch hier ward dem Herrn Hirsch die ruhmvollste Anerkennung. . Kaum hatte seine Anstalt 2 Monate bestanden, als man in der Stadt-Aachener Zeitung No. 149 folgenden Artikel las: „Die in No. 90 der Stadt-Aachener Zeitung erwähnte, unter dem wackern Lehrer Hrn. Hirsch seit dem 20. Apnl c. in hiesiger Stadt bestehende Taubstummen- Anstalt, welche gegenwärtig 3 Zöglinge (1 Knaben und 2 Mädchen) zählt, hat in der kurzen Zeit ihres Bestandes so erfreuliche Resultate geliefert, daß sie von Neuem der Aufmerksamkeit eines verehrlichen Publikums empfohlen zu werden verdient, u. s. w." *) Wenngleich auch Hr. Hirsch auf der einen Seite die freudige Ueberzeugung seines erfolgreichen Wirkens erblickte, so sah er auf der andern mit betrübtem Herzen auf die äußerst spärlichen Mittel, die ihm zur Erhaltung seiner Anstalt zu Gebote standen. Es ist wahr, das Institut wurde von biederen Männern mit Geld unterstützt; dieses konnte jedoch für das Bestehn einer Anstalt, welche aus 3 Zöglingen bestand, von denen Einer nicht zahlfähig war, nicht ausreichen. Welch manch bitterer Tropfen mochte sich wol in Hirsch's Lebensbecher mischen, wenn die Auflösung seiner Anstalt ihm vor den Gedanken schwebte, zumal da er mitunter der Meinung Raum gab, daß sein Institut wegen der früher zu Eöln gegründeten Provinzial-Taubstummen-Anstalt keiner freundlichen Zukunft entgegen zu sehen habe. Doch der Herr verlaßt die Seinen nicht. Hirsch's Verdienst hat endlich die Rinde durchbrochen. Sein Talent, so schnell wie methodisch die Begriffsentwickelung zu fördern, und eine reine, Erstaunen erregende Tonsprache in dem Taubstummen auszubilden, hat ihm schon einen solchen Ruf **) verschafft, daß ihm von nah und fern Zöglinge übergeben werden, und seine Anstalt nunmehr aus 15 Zöglingen besteht. Betrachten wir außer des Lehrers Kunst sein liebevoll freundliches und religiöses Wesen, mit welchem er den unglücklichen Geschöpfen entgegenkömmt: so dürfen wir der Hoffnung sein, daß diese Anstalt zum Heil der Menschheit einer ungestört sreund- *) S. d. Stadt- Aachener Zeitung No. 90. d. I. 1838 und die Allgem. Zeitung des Judenthums vom 20. Mai 1838. **) Im vierten Jahresbericht des Vereins zur Beförderung des Taubstummen-Unterrichts zu Eöln, S. 8. wird Hirsch's lobend erwähnt. tichen Zukunft entgegensehn, und unter allen in Israels Mitte ausblühenden Bildungsstätten einen ruhmvollen Platz^einnehmerr werde. (Schluß folgt.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen I Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen.. Die Verlagshandlung. Beachtenswerth für Israeliten. Bei Herannahung der jüdischen Feiertage empfehlen wir daS in unserm Verlage erschienene Machsor Roscli - Lascliawa u. Jom - kippur, mit einer neuen hochdeutschen Uebersetzung in deutscher Schrift von vr. I. Heinemann in Berlin. Subscriptions - Preise.. Ausgabe auf Druckpapier 3H Thlr. — Schreibvelinpap. 4t72 Thlr. Da die Heknemannfche Ausgabe des Machsor wegen ihrer trefflichen, dem hebräischen Texte beigegebenen wahrhaft erbauenden, hochdeutschen Uebersetzung bereits genügend anerkannt ist, so können wir uns zwar aller Anpreisung derselben enthalten, verfehlen aber nicht sie für die bevorstehenden Feste mit dem Bemerken zu empfehlen, daß die resp. Käufer bedacht sein mögen, sich statt dieser keine andern schlechtem Ausgaben unterschieden zu lassen. Exemplare sind durch jede solide Buchhandlung zu beziehen, so wie auch zu finden in der G. L. Göthe'scheu Buch- und Disputations- Handlung in Leipzig, Nicolaistraße No. 11/747, Ein junger Mensch, der Lust hat, das Ledergeschäft zu erlernen, kann unter annehmlichen Bedingungen sogleich placict werden. Das Nähere darüber ist bei dec Redaktion dieses Blattes zu erfahren. Druck von I. B. Hirschfeld.