Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1840)
- Date
- 1840-09-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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IV. Z-Hrg-Xg. Allgemeine N». 39. Zeitung des Zvdenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philipps»», Baumgärtners Buchhandlung israelitischer -Prediger in Magdeburg. Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigfter Concession) Leipzig, den 26. September 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 9b Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Seitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Aegypten. Magdeburg, 9. Sept. (Privatmitlh.) Briefe von den jüdischen Commissarien in Alexandrien sind vom 17. eingelaufen, bis wohin sie drei Audienzen bei Meheinet Ali gehabt haben, und das Beste hofften. Die Umstände sind freilich sehr schwierig, da gerade der französische Consul der Einzige ist, der jetzt dort Einfluß hat, und man dort stündlich den Ausbruch von Begebenheiten erwartete, gegen die die jüdische Angelegenheit völlig in den Hintergrund treten würde. Magdeburg, 14. Sept. (Privatmitlh.) Die Zeitungen melden (freilich in Widerspruch mit obigem, aber mit Bestimmtheit), daß die Revision des Damasker Processes von Seiten Mehmet- Ali's den jüdischen Commissarien abgeschlagen worden. Es ist daher an der Zeit, daß wir die Resultate des Bisherigen in gedrängter Uebersicht zusammenstellen. Es ist für künftige Geschlechter, und wir müssen es leider! sagen, für künftige ähnliche Vorgänge höchst nothwendig, einen bestimmten Standpunkt einzunehmen, und sagen zu können, bis hier, her war es und waren wir gekommen. Ein, die Juden und das Judenthum auf's schimpf- I lichste inkriminirender Bericht über einen von Juden! zu einem religiösen Zwecke vorgenommenen Mord! war nach Europa gekommen, und in alle öffentlichen! Blätter mit einer einstimmigen Animosität ausgenommen worden. Ein Schrei des Entsetzens, ein Ruf des Unwillens, nicht sowol über die in einer gesetzlosen Gegend, von tief demoralisirten Menschen vorgenommene, unmenschliche und tyrannische Proccdur, durch die eine Zahl Israeliten durch die Folter; geopfert wurde, als über die Sicherheit und rohe Parl theilichkeit, mit der die europäischen Zeitungen die Beschuldigung aussprachen, erhob sich unter den Israeliten, und überall wurden Protestationen in die; Oeffentlichkeit gebracht. Letztere besprachen unverho-! len den fremden Einfluß, unter welchem diese, in der muselmännischen Welt bis jetzt unbekannten Anschuldigungen der Juden geboren wurden. Dieses Letztere war es, was in der jenseitigen Parthei das lebhafte Bestreben hervordrachte, die Schuld der Juden zu erweisen. Man suchte den Eisenmenger j von Neuem hervor, um die Möglichkeit eines solchen! Verbrechens aus dem rabbinischen Judenthume herj aus nachzuweisen. Dieses jedoch wurde auf's sieg-! reichste widerlegt. Mittlerweile hatte man auch in : Rhodus ähnliche Anklagen gegen die Juden geschmie-! det, die selbst thätliche Verfolgungen gegen deren Ge-! sammtheit verursachten. Während nun alle diese Vorgänge in allen europäischen Staaten einen höchst unangenehmen Eindruck machten, in Deutschland eine Feindlichkeit der Presse Hervorriesen, die hie und da bis in das Volk drang, einzelne Stimmen aber die Unschuld der Juden auf's feierlichste aussprachen,