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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-09-19 · Heft 38 (19.9.1840) · p. Seite 549

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 38 (19.9.1840)
Date
1840-09-19
Page
Seite 549 (sequence 13)
Language
German
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549 Nicht minder beachtenswerth ist der, aus der gründj lichen Vergleichung der beiden Sprachen hervorgehende! Gewinn für ihre Philologie. Bekanntlich tragt dir im-, j garische Sprache, vielleicht unter allen Europäischen am meisten, das Gepräge der Orientalischen an sich, und so wie das Land seiner geographischen Lage nach gleichsam den Uebergang vom Orient zum Occident macht,! so auch seine Sprache. Der Herr Verfasser, gestützt > auf historische Beweise, daß die Ungarn vor der Ein- ' Wanderung in dieses Land, auf ihren Zügen, lange in : der Nachbarschaft jüdischer Volksstamme gelebt, weist! durch schlagende Belege die Wechselwirkung der hebraij sehen und ungarischen Sprache auf einander nach. Zn; einer hebräischen, ungarisch geschriebenen Grammatik, - die der Verfasser herauszugeben gedenkt, und zu der er , bereits die Vorarbeiten getroffen, dürften dann die Rei sultate der beide Sprachen beleuchtenden Forschungen j niedergelegt werden. Man muß e§ aber auch zum Ruhme beider Glau- > bensparteien gestehen, daß sie auch dieses Unternehmen? von dem gehörigen Standpunkte aus zu würdigen wissen. Ich habe die ehrenvollsten Zuschriften gelesen, die! ihm sowol von einzelnen Personen von Bedeutung, als ' auch von ganzen Gemeinden zugekommen. Es sind ihm ■ die schmeichelhaftesten Aufmunterungen selbst von Perso-! nen zu Theil geworden, die als Sterne erster Größe, | am Himmel der ungarischen Literatur glänzen, die unter! die vorzüglichsten Mitglieder der ungarischen gelehrten! Gesellschaft gerechnet werden, ja diese hat sogar durch den Figyelmezö (Beobachter) ihr Organ, aufs' ehrenvollste die bereits erschienenen Blätter besprochen, was auch die andern kritischen Journale gechan. Es bleibt nur noch der Wunsch übrig, die Nation möge wie bis jetzt fortsahren ihm ihre Unterstützung angedeihen zu lassen, damit er von materiellen Hindernis-! sen nicht gehemmt, das schöne Beginnen baldigst vollführen könne. Nun noch etwas über Locales. Hier sind es vor-.! züglich zwei gleich notwendige, gleich gemeinnützige Anstalten, die die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, wovon die eine bereits entstanden, die andere im Entstehen begriffen ist. Ich meine die Schule und das Krankenhaus. Wer das Mißtrauen kennt, mit weli chem die jüdische ungebildete Volksklaffe alles Neue —; weil sie glaubt man wolle sie den väterlichen Satzungen entfremden — aufnimmt, wer die Zähigkeit kennt, mit welcher sie an dem Alten, an dem Herkömmlichen hängt, der wird auch die Schwierigkeiten einsehen, mit welcher in den ersteren Jahren eine neu errichtete Lehranstalt zu kämpfen hat, der wird begreifen, welch wirksamer Fleiß, von Seiten der Lehrer, welche günstige Ergebniffe von Seiten der Schule, und welche Standhaftigkeit, Klugheit und kräftiges Zusammenwirken, sowol von Seiten des Vorstands, als des Lehrpersonals nothwendig ist, um endlich den Sieg davon zu tragen, ein Sieg, der wie die Erfahrung nachweist, oft ein Menschenalter — bis eine jüngere, unter andern Einflüssen herangewachsene Generation auftritt — streitig gemacht wurde. Wie angenehm war daher meine Ueberraschung, als ich, was ich in drei Jahren nicht gekonnt, wieder die Schule betrat, und die ihrem Raume angemessen besetzten Schulzimmer, die würdevolle Haltung des Ganzen, und der ruhige, feste, ernste schulgerechte Gang mich überzeugten, daß ich eine schon einen bestimmten Charakter gewonnene, ausgebildete, zum Selbstbewußtst!« gekommene Anstalt vor mir habe. Die Fortschritte der Schüler waren im Allgemeinen höchst erfreulich; ich sah eminente Talente, die mich in Staunen setzten. Wiederum komme ich auf den verehrten Rabbi Schwab zurück, der in Vereine mit dem würdigen Vorstand, vorzüglich zur Erlangung dieses schönen Resultats beiträgt. Erübrigt noch ein Wunsch für das fernere Gedeihen dieser Anstalt, so ist es der, daß durch die baldige Herablangung der allerhöchsten Sanction sich ihr moralischer Einfluß so auch nach außen erhöhen möge, wie er sich nach innen bereits consolidirt hat. Schließlich berühre ich noch das neu entstehende Krankenhaus. Es ist dieß ein, an einem geeigneten Orte, bereits im Bau begriffenes, ein Stockwerk hohes Gebäude. Dieß ist eine neue Perle in der Verdienstkrone des alles Gute so rastlos anstrebenden Vorstandes. Doch dieses Institut verdient eine genaue Würdigung, die diesen Bericht unmäßig ausdehnen würde. Sie sei also für ein andermal aufbehalren. A. L ... sch.

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