Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1840)
- Date
- 1840-09-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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wo«. Allgemeine No. 38. Zeitung des Zudcnthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redakteur: Verlag von Dp* Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. Leipzig. (mt Königl. Sächsischer allergnadigfter Concession) Leipzig, dm 19. September 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sächs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Aegypten. Alexandrien. Aus Paris wird nach einem Schreiben des Herrn Cremieux Nachstehendes über die Aufnahme berichtet, welche die Deputation Europäischer Israeliten bei Mehmed Ali gefunden: „Die Deputation .besteht außer den Herren Montesiore und Cremieux auch noch aus dem bekannten Deutschen Orientalisten Herrn Munk, der sich mehrmals um die Professur der orientalischen Literatur hier bewarb, dann aber eine Stelle an der hiesigen Bibliothek erhielt. Zuerst, am 5. August, wurde Herr Montesiore vom Englischen Konsul beim Pascha eingeführt, zu dem er in seinem Rabbiner - Talar und mit einigen Begleitern sich begab. Mehmed Ali begrüßte ihn als einen alten Freund, und Herr Montesivre erwiederte, wie er hoffe, auch jetzt von ihm als. Freund behandelt zu werden. Als er darauf nach dem Zwecke seiner Ankunft fragte, deutete Montesiore auf die Damasker Geschichte, und erbat für sich und seine Begleiter einen Ferman für Damaskus mit dem Verlangen, daß derselbe öffentlich in dieser Stadt angeschlagen werde, um aller Welt kund zu machen, daß es des Pascha Wille sei/ eine gerechte Untersuchung ergehen zu lassen. Mehmed Ali verlangte einige Tage, um über eine so wichtige Sache gehörig Nachdenken zu können, und meinte, daß ihm allerdings daran liege, daß sein Land auch in der Gerechtigkeitspflege hinter den übrigen nicht zurückstehe. Für den 7. August war dann die Präsentation des Herrn Cremieux anberaumt, unter der Einführung durch Herrn Cochelet; doch erfuhr man am 6. August, daß der Pascha Tags darauf plötzlich nach seinen Gärten in Uzbeh abreisen werde, und auf ein desfallsiges Gesuch des Herrn Cremieux, ward dieser noch denselben Tag vorgelassen. Herr Cremieux begrüßte ihn mit der Anrede, wie erfreut er sei, einen Mann zu sehen, auf den Orient und Occident jetzt die Blicke gerichtet haben, und entlockte dadurch dem Greis ein zufriedenes Lächeln. Auf die Exposition des Herrn Cremieux, warum auch er gekommen, erhielt er zur Antwort, daß der Pascha augenblicklich nach seiner Rückkehr auf das ernstlichste mit dieser Sache sich beschäftigen werde, worauf dann im Nebenzimmer der übliche Kaffee angeboten, nach der Sitte a^er von den Besuchern nicht angenpmmen ward." —. Die Redakt. der Allg. Augsb. Zeit, bemerkt in einem ihrer jüngsten Blätter: „Unsere Leser erinnern sich vielleicht, daß wir darauf aufmerksam machten, wie gerade zur Zeit jener Unglücksscencn in Damaskus ein vielgereister baierischer Staabsoffizier, Major v. Hailbronner, sich daselbst befand, von dem ein unbefangenes Urtheil in dieser widerspruchsvollen Sache zu erwarten sei. Es sind uns seitdem Briefe desselben mit einer ausführlichen Darstellung des Anlasses und des Hergangs jener Wer-