Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 36 (5.9.1840)
- Date
- 1840-09-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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IT. Jahrgang. Allgemeine No. 38. Zeitung des Zudenthums. Ein »iiparchciisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteuc: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concession) Leipzig, den 5. September 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgangs — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate —- 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpcditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs. wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Großbritannien. London, 16. Aug. Hananel de Castro, Präsident der auf Anlaß der Judenverfolgung zu Damaskus zu London niedergesetzten Comite, theilt dem Herausgeber der Morning-Chroniclr einen Brief mit, den er aus Constantinopel vom 22. v. Monats erhalten, aus dem sich, (wie bereits in vor. Nummer gemeldet) ergiebt, daß die Klage der Griechen zu Rhodos gegen die dortigen Juden, daß sie einen Knaben gestohlen und sein Blut zum Paßabrodte gebraucht hätten, von dem obersten Gerichte nach reiflicher Erwägung der Sache als völlig grundlos verworfen und daß demzufolge der Pascha von Rhodus abgesetzt und den dortigen Juden von der Pforte jede Genugthuung geworden ist. Diese Nachricht berechtigt zu der Hoffnung, daß auch die ähnliche Anklage wider die Juden zu Damaskus sich als verleumderisch erweisen wird, und wird daher allen Menschenfreunden und allen Glaubensgenossen der so grausam Verfolgten, wenn sie auch mit Recht alle Solidarität depreciren sollten, gewiß sehr erfreulich sein. Frankreich. Paris, 16. Aug. Wir haben schon mehrfach sowol über den Ordonnanzentwurf des Central-Consistoriums zur Reform der französischen Synagoge, als auch über die Bemerkungen der verschiedenen Rabbinen dazu, berichtet. Hier folgt der interessante Bericht, den Cremieur über diesen Gegenstand vor seiner Abreise nach Alexandrien im Central-Consistorium vorlas, und der den Standpunkt klar macht, den die Sache gegenwärtig einnimmt. „Sie haben mich mit einem Aufträge be»hrt, dessen ganze Wichtigkeit ich zu schätzen weiß. In dem Augenblicke, da wir bei der Regierung Anspruch machten auf eine Organisation, die entscheidend werden kann, haben Sie mir die Prüfung aller Bemerkungen anvertraut, die uns über den Entwurf zugekommen sind. Diese Prüfung sollte, um Ihren Absichten zu genügen, mit der grüßten Ruhe, mit der vollkommensten Parteilosigkeit unternommen werden. Sie werden bald urtheilen, ob ich meine Aufgabe gelöst." „Die Ereignisse, die sich seit 1806 in Frankreich zugetragen, haben Alles um uns verändert. Drei Regierungsformen, drei Dynastien haben sich einander ersetzt. Wie hatte da die precaire Stellung, welche uns die Verordnungen von 1806 und 1807 verliehen, bestehen können? Auch ohne von dem verhängnißvollen Decret von 1808 zu reden, welches bis 1818 den französischen Juden die Gleichheit vor dem Gesetz noch ungewiß ließ, hat unsere innere Verfassung eine Menge Veränderungen ' erdulden müssen. Die Verordnungen von 1819 und von 1823 hatten sie durch weise Neuerungen verbessert; die Er-