Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1840)
- Date
- 1840-08-15
- Page
- Seite 479 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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479 sehr guten Unterricht genießen, recht schöner Fortschritte, so zwar, daß dieselbe keiner der bessern Volksschulen zu weichen braucht. Nimmt man nun noch hinzu, daß die Gemeinde den Vorstand förmlich als eine Behörde betrachtet und allen Anordnungen desselben willig nachkommt, weil sie die Ueberzeugung hat, daß ec nur das Gute will und die Ansichten aller, so viel möglich, zu berücksichtigen strebt — ein Einverständnis ohne welches das Gute nirgends gedeihen kann, und daß dennoch in so sehr vielen Gemeinden fehlt — daß ferner alles dieses in dem kurzen Zeiträume von 4 Jahren und mit äußerst beschränkten Mitteln zu Wege gebracht worden ist, so wird selbst der Herr Referent aus Düsseldorf uns beipflichten müssen, wenn wir ihm sagen: ynDb iw inna Freilich ist noch lange nicht alles, wie es sein sollte, noch mancher Mißbrauch muß schwinden, allein der Geist ist geweckt, und rege strebt er vorwärts; die Bauleute sind rüstig und ein jeder legt Hand ans Weck. Einigkeit unter uns und Nachsicht mit den Schwächen und Gewohnheiten Anderer, dieses sind die Grundpfeiler, auf welchen unser Bau ruhet. Wir dürfen uns also den schönsten Hoffnungen überlassen, zumal wenn es uns gelingt, die jetzt projektirte Erweiterung und bessere Ausschmückung unseres Gotteshauses zu Wege zu bringen. Weit entfernt sei es aber von uns, diese Resultate nur dem guten Geiste der Gemeinde zuzuschceiben, recht viel verdanken wir vielmehr der Mitwirkung des Mannes, der nicht nur dem gewöhnlichen Gottesdienste und der Elementarschule mit so gutem Erfolge vorsteht, sondern die wenigen Mußestunden, die ihm bleiben, noch dazu verwendet, die Gemeinde an heiliger Stätte als Prediger zu belehren. Es ist dieses der Herr Jehuda G. Gans, Sohn des Herrn Rabbinen Gans in Hofgeismar, , dem wir hierdurch öffentlich unsere Anerkennung bezeu- ' gen, nachdem ihm die Liebe und Achtung der ganzen Gemeinde schon langst in reichem Maaße zu Theil geworden ist. — Zum Schluffe bemerken wir noch, daß so wie unsere Geistesrichtung eine eigenthümliche, innere ist, wir auch mit dem eigenen Bewußtsein, das Gute zu wollen und nach Kräften zu fördern, und mit dem schönen Lohne, der das Gelingen unseres Strebens bietet, zufrieden sind. Anderes, Fremdes wollen wir nicht. Wir geben daher bei dieser Erklärung nur der Noch-! wendkgkeit nach, damit der Einsender des bezüglichen Artikels erfahre und auch Israel es wisse, daß wir der Zeit und ihten Anforderungen nicht fremd seien, daß aber auch der Glaube, die Religion der Väter uns heilig sei und viele, recht viele treue Verehrer in unserer Milte zähle. — Klein ist die Zahl und geringe sind die Mittet, aber wir halten fest an dem Ausspruche des Propheten: .rnMüS n Win ük -o ros abi VrD *6 Der Vorstand der israelitischen Gemeinde, Namens desselben Jakob Mayer. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Berlagshandlung. Bekanntmachung. Es wird hiermit von Seiten der strasburger israelitischen Gemeinde zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß in dem auf Münchner Weise mit Choral-Gesang bestehenden israelitischen Tempel zu Strasbourg (Frankreich) die Stelle eines ersten Vorbeters zu besetzen sei. Diejenigen, welche sich dieser wegen bewerben wollen, müssen, außer jener zu diesem Amte erforderlichen Gesangsfertigkeit sich auch über musikalische Kenntnisse, sowie mit glaubwürdigen Zeugnissen über ihren moralischen und religiösen Lebenswandel und über ihre Fähigkeit zum korrecten Vortrage der üblichen Hebräischen Gebete aller Act, genügend ausweisen können und sich einer Probe unterziehen. Der dem Vorsänger zukommende Gehalt und die mit seinem Amte verbundene Emolumenten sichern dem zu Erwählenden ein gutes Auskommen, und das allgemeine und lebhaft sich aussprechende Verlangen der hiesigen Gemeinde-Mitglieder nach religiöser Erhebung und andachtsvoller Erbauung eröffnet dem gewissenhaften Bor-