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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-08-01 · Heft 31 (1.8.1840) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 31 (1.8.1840)
Date
1840-08-01
Page
Seite 451 (sequence 11)
Language
German
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45i fischen Zeiten sich die meisten, jetzt hier ansässigen Familien ansiedelten. Gegenwärtig zählt die Gemeinde ungefähr .120 Seelen. Welches Charakters sie sei, kann man daraus ersehen, daß der Herr Oberbürgermeister auf Anfrage einer hohen , Regierung in Bezug auf das der Gemeinde zu verleihende Korporationsrecht ihre Unbescholtenheit in jeglicher Beziehung, ihre Sitt - und Rechtlichkeit in einem trefflichen Berichte zu rühmen nicht anstand. Einer der vorzüglichsten Mitglieder der Gemeinde ist der als Mathematiker und Schulmann rühmlichst bekannte Herr Dr. S. Unger, der an der Spitze einer, auf Anregung höherer Seits begründeten Realschule steht, die nur von wenigen Knaben mosaischen, wol aber von ca. .100 christlichen Glaubens besucht wird, und an der zwei christliche Rcligionslehrer den Kindern ihrer Confession den Religionsunterricht ertheilen. Die Schule ist sehr regelmäßig organisirt, und genießt eines vorzüglichen Rufes. Herr Eh-. Unger ist auch Stadtverordneter. — Die Gemeinde steht im Begriff, sich einen tüchtigen Rcligionslehrer zu erwerben, und dann einen geordneten Gottesdienst zu instituiren. Gnesen, 2. Juli. (Privatmitth.) Zn der hiesigen Synagoge wurde am 13. Juni der erste deutsche Vortrag, und zwar zur Gedächtnißfeicr des Hochsel. Königs, vom Herrn I. H. Caro, der so eben als neuerwählter Rabbine nach Pinnow geht, gehalten. Der Redner verstand die innersten Saiten seiner Zuhörer anzuschlagcn, und forderte unter Anderm dieselben auf, zum Andenken an diesen Tag den so oft schon in Vorschlag gebrachten Neubau der baufälligen Synagoge bestimmt zu beschließen. Magdeburg, 20. Juli. (Privatmitth.) Am 10. h. wurde in allen Kirchen der Monarchie ein Traucrgottesdienst um Se. hochselige Majestät gehalten. Die hiesige Synagoge blieb nicht zurück, und um lj Uhr ward derselbe vor einer großen Versammlung aller Konfessionen vollzogen. Einfach und würdig, ohne Gepränge und Ueberladung, wie hier alle gottesdienstlichen Feierlichkeiten verrichtet werden, bestand derselbe in Absingung einiger Choräle, in Recitirung mehrerer Psalmen, dem Seelengebete (EL iniile racli’inim) und der Predigt. Dieselbe besprach die Bedeutung der allgemeinen Trauer beim Tode des Königs als Zeugniß für König und I Volk, und als Mahnung für König und Volk, i Die Säulen der heil. Lade, die Adler über derselben, i die Kanzel waren schwarz umzogen, und ein schwarzer Katafalk trug ein Seelcnlicht. Berlin, 18. Juli. Se. Majestät der König geruhten gestern im hiesigen Köuigl. Schlosse einer j Deputation der Aeltesten der jüvischen Gemeind? von! Berlin Audienz zu ertheilen. Dieselbe drückte im i Namen ihrer Glaubensgenossen, als religiöser Corj poration, den tiefen Schmerz aus, von welchem : diese durch das Hinscheiden Sr. hochseligen Majestät! erfüllt worden, Allerhöchstwclchcr Seine jüdischen! Unterthanen zu Bürgern erhoben, die mit dankbai rem Herzen das Andenken des Verklärten auf ewige i Zeiten bewahren würden und nun mit erhebendem! Gefühle zu Seinem Königlichen Nachfolger hinauf- . blickten. Se. Majestät geruhten, diese Aeußerungen! auf das Huldreichste aufzunehmen und die Deputa- * tion durch die Zusichrung Allerhöchster Gnade und fortdauernder Theilnahme an dem Wohl auch Ihrer! jüdischen Unterthanen zu beglücken. ■ —. Die am 17. d. hier erschienene No. I. des Ministerial-Blattes entbalt auch eine Ministerial- Verfügung über die Vollziehung jüdischer Trauungen. Jeder Jude, welcher eine jüdische Trauung unternimmt, ist in Beziehung auf diese Handlung Beamter, und folglich ffür seine Handlung gleich einem christlichen Pfarrer der Behörde verantwortlich. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. £ j e Verlags h 0 N dlUNg. So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben! Holdheim, Dr. S., Gedächtnißrede zu der dem glorreichen Andenken Sr. Hochseligen Majestät des Königs Friedrich Wilhelm 111. in der Synagoge zu Frankfurt an d. Oder am 23. Juni 1840 gehaltenen Todtenfeier. Leipzig, den 18. Juli 1840. C. L. Fritzsclie.

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