Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 30 (25.7.1840)
- Date
- 1840-07-25
- Page
- Seite 430 (sequence 2)
- Language
- German
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hörst, Rougemont Lrolhers, Schaezler & Co., | Gandolfi & Co., Siordet Meyer & Co., vdadehzcn Frendeutlieil & Co., Schemck Soucbay & Co., Suse & Sibeth, J. M. Morlet, F. de Lizardi & Co., Godeffroy & Simsoh, Benj. Greene, James Berkeley & Co. In Folge dessen machte der Lord-Mayor bekannt: „Gemäß obiger Aufforderung anberaume ich hiermit eine Versammlung in der ägyptischen Halle Mansion-House auf Freitag den 3. Juli, zwei Uhr Mittags. C. Marschall, Mayor." —. Diesem fügen wir nun noch vorläufig zwei höchst interessante Schreiben der Rabbinen Herschel und Meldola an Sir Moses Monteft'ore hinzu. Das erste lautet: Mein würdiger Freund! . Bevor Sie Ihre wichtige und fromme Mission antreten, wünsche ich einige Bemerkungen an Sie zu richten, die meine Amtspflicht mir abnöthigt, und die bewandten Umstände unumgänglich machen. Da es Ihnen natürlich genau bekannt ist, daß die Juden an den schändlichen und blutigen Verbrechen, dessen man sie zeiht, völlig schuldlos sind, so werden Sie leicht mit Ihrer zeitlichen Ehre und künftigen Seligkeit es verbürgen können, daß kein jüdischer Religionsgebrauch, welcher Menschenblut verlangt, in Jftael existirt oder existirt haben kann. Aber nach allem, was seit kurzem gedruckt worden ist, werden unsere Verläumder Ihnen vielleicht geradezu sagen, ein solcher Ritus könne existiren, ohne daß Sie es wüßten, weil nach ihrer Behauptung „dies ein Geheimniß ist, welches nicht allen Juden, sondern den Rabbinen allein mitgetheilt wird" und daß Ihre Behauptung daher in Bezug auf Ihre eigne Kenntniß der Sache vollkommen wahr sein, und doch in Bezug auf die ganze Nation unstatthaft sein könne. Es ist meine Absicht, diesem Einwurf hier entgegen zu treten.. Ich bin ein Rabbine. Durch die Gnade der Vorsehung bin ich seit vierzig Jahren der geistliche Führer der großen Gemeinden Englands, und früher bekleidete ich ein ähnliches Amt in Deutschland. Mein geehrter Vater — gesegneten Andenkens — bekleidete dieselbe Stelle in London, Berlin und andern berühmten Städten, eben so sein Vater vor ihm, und so haben meine Vorfahren seit mehr als zehn Generationen mit großem Ruhme unsere höchsten kirchlichen Würden bekleidet. Ihre Lehren wurden von Vater auf Sohn bis auf mich selbst fortgecrbt, so daß, wenn es einen Mann gibt, der vermöge seines Amts, seiner Erziehung und seiner Abstammung vollkommen bewandert sein muß in allen unfern Gesetzen, Vorschriften, Sitten, Ritualien und Observanzen, so kann ich ohne die ge» ringste Eitelkeit der strengsten Wahrheit gemäß behaupten : ich bin dieser Mann. Ueberdieß bin ich sehr bejahrt; für meine Person habe ich nichts mehr auf Erden zu wünschenerwarte aber in Kurzem vor dem höchsten Weltenrichter, vor dem Heiligen Jsrael's zu stehen, der auf Sinai verkündigt hat: „du sollst nicht tödten" und „du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht vergeblich anwenden." Und nun komme ich im vollen Bewußtsein meiner Verantwortlichkeit freiwillig heran, und ohne irgend eine Zweideutigkeit noch Mentalreservation schließe ich mich dem furchtbaren Reinigungs-Eide an, welchen vor fast 200 Jahren im Namen der ganzen jüdischen Nation über dieselbe Anklage von dem berühmten und frommen Rabbi Manasse ben Israel abgeleistet worden ist, dem die Juden ihre Aufnahme in England verdanken, und den er in seinem Werke Vindiciae Judaeorum ausgezeichnet hat. Mit ihm und in seinen eignen Worten sage ich: da dieser Gegenstand von unserer Seite lediglich verneinend behandelt werden, und daher nicht durch Zeugen bewiesen werden kann, bin ich genöthigt zu einer anderen, für diesen Fall von dem Ewigen, gelobt sei er, vorgcschriebenen Beweisführung zu schreiten, nämlich zu einem Eide. Ich schwöre daher ohne irgend eine Hinterlist oder Betrug bei dem Allerhöchsten, Gott dem Schöpfer des Himmels und der Erde, welcher auf Sinai sein Gesetz seinem Volke Israel geossenbart hat, daß ich nie und bis zu dem heutigen Tage nicht, irgend einen Gebrauch als das Gebrauchen des Menschenblutes bei irgend einem Religionsgebrauche unter dem Volke Israel gesehen habe und daß sie keine derartige Vorschrift weder aus dein göttlichen Gesetze selbst noch durch irgend eine Verordnung ihrer Weisen haben, und daß sie nie eine solche Schändlichkeit begangen, noch zu begehen gesucht haben, (so viel ich weiß oder auf glaubliche Weise gehört oder in irgend einem jüdi-