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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-11 · Heft 28 (11.7.1840) · p. Seite 410

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 28 (11.7.1840)
Date
1840-07-11
Page
Seite 410 (sequence 14)
Language
German
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410 heißt es darin, „wo die Tücher verkauft werden, ist „ein Besestan und einige Hane; die größten sind: „Sulidsche Han, Mustafa. Pascha Han und Milta „Han. Die meisten Häuser sind jüdische. Die aus „der Christenheit heimlich entflohenen Juden retteten „sich meistens hieher, und miethetcn die Hane und „Wohnungen auf lange Termine. Wiewol nun die „Stadt durch das Unglück, so mit Juden überhäuft „zu sein, gebrandmarkt ist, (man sieht Hadschi „Chalfa ist kein Freund der Juden) so wird diese „Schande doch durch den weltlichen Nutzen dieser „Bewohner wieder ausgelöscht. Sie verfertigen nam- „lich die weitberühmten vielfarbigen Fußteppiche, die „sonst nirgends so gut'gemacht werden; ferner gute „Tücher. Eine der größten Merkwürdigkeiten Sa- „lonik's ist im Judenviertel die Schule derselben, „Hora genannt,- in deren oberen Stockwerken viele „Büchcrsäle sind. Es sind hier mehr als 200 Leh- ,,rer eingestellt, von den ersten Elementen der Sprache „bis zur Geschichte, und die Schüler, Knaben von „4—5 und Männer von 30—40 Jahren, sitzen an „der Zahl über 1000, nach ihren Graden, und leh- „ren die Schrift und Vernunft-Wissenschaften. Die „reichen Juden verwenden vieles Geld auf Wohl- „thatcn und fromme Stiftungen, und der Tag, wo „jährlich unter die Armen Kleider und Geld ausge- „theilt wird, ist für die ganze Stadt ein Fest." Diese Schilderung des Zustandes der Juden und ihrer Verhältnisse in Thessalonich findet ihre Bestätigung in llapper's Dcscripfions des isles de I’Archipel, nach welchen (S. 347) die Juden in Th. 3.^ größere Synagogen haben, und Leakes Travels in Noriker» Greece, worin (Yol. 3 S. 249) die jüdische Bevölkerung dieser Stadt auf 13,000 Seelen angegeben' und von ihr gesagt wird, daß sie sich durch Sparsamkeit und Betriebsamkeit auszeichne. <155 ff.). Nach dieser Zusammenstellung deS im Hauptwerke über die Geschichte der Israeliten in Thcssa- ' lonich Gesagten wenden wir uns zum Anhänge Cap. Y. Es enthält dieses Kapitel, wie wir schon berichtet"), die Probe einer neuen Ausgabe des Benjamin von Tudela. Zweck dieser Ausgabe wird mehr die Exegese «) No. 103 d. v. I. d. h. die historisch-geographische Commenration des Jnhalts dieser Reisebeschreibung, als die kritische Verbesserung des Textes sein, da der Herr Verfasser, obgleich überzeugt, daß der letztere vielfach verdorben sei, sich ohne handschriftliche Vorlagen einer lediglich kritischen Ausgabe nicht unterziehen will. Wo indessen der Text entschieden corrupt ist, wird die Emendation desselben doch nicht ganz aus den Augen gelassen werden. Der schon gegebene Theil enthält die ' Reise von Barium nach Abydus in hebräischem Texte mit unten angefügter Uebersetzung von l^'Lmpereur und darauf folgendem Commentare; sodann den Bericht über Konstantinopel, bei welchem jedoch der hebräische Text hinweggelaffen ist. Mit großem Fleiße und seltner Kenntniß der Geschichte und Geographie des Mittelalters werden die wahren Namen der von Benjamin besuchten Plätze zu ermitteln gesucht, und wir sind hiefür dem Hrn. Verf. um so mehr Dank schuldig, als es gewiß eine Wahrheit ist, daß die Namen zu den Thatsachcn gehören, die bei einer Reisebeschreibung sicherlich am ehesten ihre Anwendung findet. Die Mühe des Hrn. Verf.- war im Allgemeinen von einem glücklichen Erfolge gekrönt, Einzelnes wollen wir nicht herausheben, da es uns zu weit führen würde. Neben diesem hat sich der Herr Verf. das Verdienst erworben, aus andern Quellen nachzewiesen zu haben, daß die Zustände, welche Benjamin schildert, um die Zeit seiner Reise in der That seiner Beschreibung gemäß gewesen seien, daß also B., abgesehen von minder wichtigen Dingen, deren Entstellung (507,519) und Uebcrtreibung (511), nach unserem Dafürhalten mit Unrecht, seinem Glauben und Stande (?) zugeschriebcn wird, volle Wahrheit, so. weit sie ihm zugänglich war, berichtet Haber Bei Amalfi (477) ist dies, wie wir schon berichtet, hinlänglich, in Beziehung auf die Wachen (490) wenigstens theilweise gelungen, und besonders belehrend und zugleich ihre vollkommene Richtigkeit beweisend find die Bemerkungen zu B. Nachrichten über Konstantinopel (503ff.). Zwischen eingestreut finden sich auch interessante Notizen über die Juden des übrigen Griechenlands. (436 u. 487). Im Ganzen halt übrigens der Hr. Verf. das Jtinerarium des R. Benjamin nur für einen Auszug aus einem größeren Werke, für welche Vermuthung außer den (S. 469) angeführten Grün-!

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