Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1840)
- Date
- 1840-07-11
- Page
- Seite 398 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3225119-3225148--02833-3312337- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
398 Versammlung beizuwohnen, so wie daß am nächsten Sabbat in den verschiedenen Synagogen eine desfallstge Bekanntmachung erlassen werden sollte. 8. Daß diese Versammlung tief gerührt von dem Edelmuth, der Humanität, dem Eifer und der! Selbstverleugnung, die Sir M. M. bei dieser Gele-! genheit bewiesen, ihm hieknit ihren wärmsten Dank \ votirt, als einen Beweis ihrer Bewunderung seines! Benehmens. In derselben Versammlung zeichnete Sir Moses, außer seinen persönlichen Reisekosten £ 100,* feine Gemahlin eben so viel, die drei jungen Herren Rothschild jeder •< 200, Herr Jfaac Cohen £ 100 u.s. w. In Manchester wurde eine ähnliche Versammlung von dem Vereine zur Verbreitung bürgerlicher und. religiöser Freiheit unter dem Präsidium der jüdischen Gesellschaft (Hebrew -Association) gehalten. Unterhaus. Sitzung vom lO.Juni. (Bors. Halle.) Nachdem im Anfänge der Sitzung eine Menge Petitionen über die verschiedenartigsten Gegenstände eingebracht worden waren und Sir Robert Peel angezeigt hatte, daß er bei erster Gelegenheit eine Anfrage an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten, der nicht anwesend war, in Betreff der. Judenverfolgungen in der Levante richten werde, bei welcher christliche Behörden, Konsuln, .schmachvoller Weise betheiligt zu sein schienen, war die Berathung der von Lord Stanley eingebrachten Irländischen Registrirungs - Bill an der Tagesordnung. Aus dem Haag, 18. Juni. Das Journal de la Haye berichtet, daß die Niederländische Negierung eine der ersten Europäischen Regierungen gewesen sei, welche ihren Gesandtschaften und Konsulaten im Orient den Befehl ertheilt habe, mit Bezug auf die fanatische Verfolgung der Juden in Damaskus und an anderen Orten alle diejenigen Maßregeln zu treffen, welche zur Beschützung diesseitiger Unrerthanen mosaischen Glaubens nothwendig sein möchten. —. Ueber den Verlauf der Thatsachen selbst berichten franz. Blätter aus Alexandrien unter dem 16. Mai: Eine aus vier Europäischen Konsuln gebildete Kommission ist beauftragt worden, die Angelegenheit der Juden von Damaskus zu untersuchen und einen regelmäßigen Prozeß einzuleiten. Da sich diese Herren jedoch in einer so verwickelten Angelegenheit nicht für kompetent hätten, so haben sie durch Vermittelung des Oesterreichischen General- Konsuls nach Wien geschrieben und nachgesucht, daß vier Deutsche Kriminalisten nach dem Orient geschickt würden, uni in dieser Sache so regelmäßig als möglich zu verfahren. Mehmed Ali hat im Voraus versprochen, sich ihrer Entscheidung zu unterwerfen. Die Ansicht der Muselmänner hat sich übrigens sehr zu Gunsten der Juden gewendet. An Scheris Pascha ist der Befehl gesandt worden, die Israeliten in Damaskus nicht mehr zu verfolgen. Auch ist ihm eine Verstärkung von 800 Mann zugegangen, um nöthigenfalls die christliche Bevölkerung im Zaum halten zu können. Herr von Rothschild hat denjenigen seiner dortigen Glaubensgenossen, die durch die letzten Verfolgungen um ihre Habe gekommen sind, eine Unterstützung von 20,000 Fr. zugesandt. Smyrna, 30. Mai. Das hiesige Journal enthalt ein aus Alerandrien vom 16. Mai datirtes Schreiben von Herrn Georg Wildon Picritz, Mitglieds der Londoner Gesellschaft zur Verbreitung des Christenthums unter deü Juden, worin über die bekannten Ereignisse in Damaskus ein Bericht erstattet wird, welcher, wie das Journal de Smyrne hinzufügt, mm so mehr Glauben verdient, als der Verfasser desselben durch seine apostolische Thätigkeir rühmlichst bekannt sei. Es heißt darin unter Anderem: „In Jerusalem, wo ich mich als. Kommissar der Gesellschaft zur Verbreitung des Christenthums unter den Juden befand, erhielt ich die Nachricht von den Vorfällen in Damaskus. Ich kann Ihnen nicht sagen, welchen Eindruck dies auf die unwissende und abergläubische Bevölkerung dieses Landes machte. Alle hier befindliche Juden schwebten in der größten Gefahr. Es war mir um so schmerzlicher, diesen Zustand der Dinge und diese Stimmung der Gemüther zu sehen, je mehr ich dielleberzeugung hegte, daß die bei dieser Gelegenheit gegen die Juden erhobene Beschuldigung auf einer falschen und abgeschmackten Voraussetzung beruhe; denn es ist durchaus nicht wahr, daß die Juden bei irgend einem ihrer Religionsgebräuche sich des Christenblutes bedienen. Obgleich jetzt ein Christ, bin ich doch als Jude geboren und zum Rabbiner erzogen. Ich kann daher aus Erfahrung über diese Angelegenheit