Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-06-27 · Heft 26 (27.6.1840) · p. Seite 384

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 26 (27.6.1840)
Date
1840-06-27
Page
Seite 384 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225119-3225146--02817-3312319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SS. 6. Ich fragte ihn aber, indem ich sagte: Sind hier keine Genossen der Engel? SS. 7, Und er sagte: Ja, im sechsten Himmel und darüber, wo nun keine linke Seite mehr ist, noch ein Thron in der Mitte, sondern er ist mit der Gewalt des siebenten Himmels verbunden, wo er wohnt, den kein Name nennt, und sein Auserkorner, dessen Namen verborgen ist, und den alle Himmel nicht zu enthüllen vermögen. 35. 19. Darauf nahm er mich in den sechsten Himmel empor, wo keine linke Seite war, noch ein Thron in der Mitte, sondern sie waren Alle gleich in ihrem Ansehen und in ihrem Glanz kein Unterschied. Der Schluß ist ein Wunsch oder Gebet, daß das Herz des Schreibers erfreut werden möchte mit — einem Geschenke von gutem Tuche, fein in Faden und Gewebe, 12 Maß lang und 4 breit. Unvergleichlich höher steht das Buch Henoch. Dieses Buch war in den letzten zwei Jahrhunderten oft Gegenstand kritischer Untersuchung. In der Epistel Juda wird es zum ersten Mal erwähnt. Es erhielt sich bis in's achte Jahrhundert und war dann verschwunden, bis Scaliger in der Chronographie des Synccllus, damals noch ungedruckt, einen Theil entdeckte und ihn in seinen Noten zum Kanon des Eusebius drucken ließ. In diesem Theile war die bei St. Juda angeführte Stelle nicht enthalten. Man vermuthete längst, das Werk sei in einer Aethiopischen Version erhalten. Der berühmte Deutsche Gelehrte Ludolph suchte es aber vergebens in den nach Europa gebrachten Aethiopischen Büchern. Endlich entdeckte es Bruce auf seiner Reise in Aethiopien und brachte es in drei verschiedenen Exemplaren nach Europa, von welchen er eines der Pariser, eines der Oxforder Bibliothek überreichte und eines für sich behielt. Das Pariser Exemplar ist ungenau von Woide abgeschrieben und zum großen Theile von De Sacy übersetzt. Auch der berühmte Gesenius hat sich eine Abschrift davon genommen, um eine Uebersetzung davon zu veranstalten. Die Grundlage für die Laurenccsche Arbeit bildet das zu Oxford befindliche Manuskript"). •) Von hier an giebt der Englische Kritiker Auszüge und knüpft Bemerkungen daran. Er hat diese Auszüge nicht der Laurenceschen Englischen Uebersetzung entnommen, sondern aus der Hoffmannschen Deutschen ins- Englische übersetzt, und zwar, weil, wie er gesteht, Hoffman» weit biblischer spricht als Laurence. Da nun unsere deutschen Leser selber den Hoffmann vergleichen können, die an die Auszüge geknüpften Betrachtungen aber nichts Neues bieten, so haben wir nicht für nöthig gehalten, sie. damit bekannt zu machen. Die Betrachtungen des Kritikers gehen außerdem für zwei Augen viel zu weit. Da das Buch bei den Aethiopiern gefunden worden ist, wirst er die Frage auf: wer waren die Aelhiopier? und spendet uns eine Geschichte dieses Volkes. Eben so wirdmit den Medern und Celten verfahren, weil zufällig dieser Völker bei Laurence gedacht wird. Unser Hauptzweck aber war, das Publicum mit der Geschichte der beiden Apokryphen und dem jetzigen Standpunkte der Kritik darüber bekannt zu machen, nicht aber mit der Geschichte der Asiatischen, Afrikanischen und Europäischen Völker des Altecthums. Anm. des Ueberf. Aus den mitgetheiltea Z)roben kann man den Geist des Pseudonymen erkennen, man kann aber auch daraus entnehmen, wie Pseudonymen zu arbeiten pflegen, und das beliebte Kapitel moderner Kritik: untergeschoben, Pseudoschriftsteller — in der heil. Schrift ein wenig z« beschneiden geneigt werden. Re da kt. Druck von I. B» Hirfchfelb.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.