Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1840)
- Date
- 1840-06-13
- Page
- Seite 352 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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352 pflichtet, solche sorgfältig zu prüfen, schleunigst zu erledigen, und eventuell darnach die Listen zu berichtigen. Fallt die Erledigung nicht zu Gunsten des Reklamanten aus, und will sich Letzterer dabei nicht beruhigen, so steht ihm zwar die Beschwerde bei der höheren Behörde offen; diese Beschwerde kann aber die Wahl nicht hemmen, und die Wahlhandlung selbst alsdann nicht ungültig machen, wenn nach Vollziehung derselben die Verzeichnisse geändert werden sollten. Es soll jedoch in letzterem Falle zur Beruhigung der Reklamanten die bewirkte Aenderung durch Anschlagezettel an den Synagogen-Thüren bekannt gemacht werden. § 9. Wahlzeit, Wahltag und Bekanntmachung derselben. Die Wahl wird ein für alle Mal auf den Monat December vor Ablauf jeder Wahlperiode an einem Sonntage, welchen die Verwaltungs-Beamten im Einverständnisse mit dem Deputirten Regierungs- Wahlcommissarius bestimmen, festgesetzt, und die Corporation davon, sowie auch von der öffentlichen Auslegung der Listen (§. 6) mittelst Ausrusens in der Synagoge durch 4 Sonnabende, und mittelst Aushangens an den Thüren der Betschulen in Kennte niß gesetzt werden. (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. „Ein noch unverheiratheter Vorsänger, der von der „Natur mit einer starken und sonoren Stimme begabt, „musikalisch ausgebildet, als Lehrer scientifisch gebildet ist, „dabei die Fähigkeiten besitzt deutsche Vorträge zu halten, „auch wenn es gefordert wird, als Schochet fungiren „kann, wünscht zu Michaelis dieses Jahres einen grö- „ßeren Wirkungskreis. Fidencirte Zeugnisse wegen mora- „lisch religiösen Betragens und bisherigen Leistungen sind „darüber auszuweisen. Anfragen erbittet man in porto- „freien Briefen an die Vertagshcmdlung dieser Zeitung ,-unter Leüiü're n. D." Eine kleine Gemeinde in dem Unterzeichneten Rabbinate sucht sofort einen guten Lehrer, Vorsänger und Schächter. Frankirte Anmeldungen werden baldigst gewünscht. . Oldenburg. Landrabbine Hirsch. In der Andreaischen Buchhandlung in Frankfurt a. M. ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: 2. Johlson: ö *« a Biblifch-hebräisches Wörterbuch. Mit Angabe der entsprechenden Synonymen. Nebst Anhang: Erklärung der in rabbknischen Schriften üblichen Abbreviaturen, fl. I. 12 ggr. oder fl. 2. 42 Tr. rhern. Bei L. Fernbach jun. in Berlin ist so eben erschienen und für 8 Gr. in allen Buchhandlungen zu haben: Ueber den Ursprung der wider die Juden erhobenen Beschuldigung, bei der Feier ihres Osterfestes sich des Blutes zu bedienen, nebst vollständiger Darstellung des jüdischen Rituals in Beziehung auf den Genuß des Blutes. Historisch kritischer Versuch von Dr. K. I. Corve. Der Verfasser dieses Merkchens hat sich durch gründliche und vollständige Lösung eines religiösen und historischen Problems um die Sache der Aufklärung und Civilisation ein nicht genug zu lobendes Verdienst erworben, die Gewandheit, womit ec in dm engen Raum weniger Bogen ein unermeßlicheß Material zu bemeistern gewußt hat, erregt wahrhafte Bewunderung, und es dürfte wol wenige Flugschriften geben, worin eine so profunde Gelehrsamkeit mit so zierlicher Darstellung vereint wäre. Gelehrte vom Fach, wie jeder Gebildete überhaupt, wer> den dem Herrn Verfasser Dank' wissen, daß sie endlich über einen so bedenklichen vielfach besprochenen Gegenstand sich vollkommen au fait gesetzt sehen. Druck von I. B. Hirschfeld.