Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1840)
- Date
- 1840-06-06
- Page
- Seite 336 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Von diesen 252 gewesenen Schülern sind: a) Als öffentliche Lehrer angestettt ..... 13 nämlich 8 bei der Rabbinerschule und 5 bei den hiesigen jüdischen Elementarschulen, die . trotz dem, daß diese Schulen ganz unter der Aussicht der größten Gegner der Rabbinerschule stehen, dennoch von der Regierung und zwar auf Anempfehlung der Hrn. General-Visitatoren, die sich von ihren Fähigkeiten genau überzeugten, angestellt wurden. — also . . 13 b) Nach den Gymnasien sind übergegangen . . 48 c) Auf Universitäten studieren. 6 d) Agronomische Institute besuchten .... 3 e) Als Privatlehrer existiren in Warschau und in der Provinz.27 f) Als Mitredactoren arbeiten in Zeitungsbureaus 2 g) Landpachtec .. 1 b) Bandfabrikant. 1 i) Mit Handel beschäftigen.36 k) In Comptoirs und Handlungen sind angestellt 59 l) Privatisiren. 4 m) Gestorben sind.. . . . . 14 v) Zur Christlichen Religion sind übergegangen durch Bemühung der Engl. Missionaire > . ♦ ♦ . 2 Totals. 216 Der Aufenthalt und die Beschäftigungen der übrigen 36 sind unbekannt. Von den in diesem Jahre die Schute besuchenden 163 Zöglingen endigen den ganzen Cursus:'!!. Von den oben benannten 216 gewesenen Schülern der Rabbinerschule haben sich 19 (unter den keiner der späterhin noch andre Schulen besucht hatte)-durch literarische im Drucke erschienene Arbeiten ausgezeichnet. Mehr als 150 haben die Deutsche Tracht angenommen, 58 sind -verhekrathet, alle, trotz ihrer fcühern Armuth, in sehr achtbare Familien und ziemlich wohlhabend. Man stehet hieraus, daß trotz dem, was Mißgunst über die Zöglinge der Rabbinerschule sagen mag, sie dennoch ihrer guten Aufführung, Bildung und Anstands wegen gesucht werden. — Diese Zöglinge bringen aus der Schule einen Eifer für die Verbreitung der Bildung unter ihre Glaubensgenossen, den nichts zu hemmen Im Stande ist, und sie tragen das Ihrige treulich bei, um das Licht der Aufklärung immer mehr leuchten zu taffen. — Sie ertheilen Unterricht bei den reichern polnischen Juden, die, damit ihre Kinder den Armen in Bildung nicht nachstehen, gezwungen sind, sie etwas lernen zu lassen. — Dann sind sie es, die die polnischen Israeliten besuchen, von denen sich die übrigen Deutschen des verschiedenen Bildungsstandes wegen entfernt halten. Ihr Wirkungskreis dehnt sich täglich mehr aus, und wer die Israeliten Warschaus vor 14 Jahren kannte, d. h. vor Eröffnung der Rabbinerschule, und sie mit der jetzigen vergleicht, der wird einen sehr großen Unterschied in ihrem Benehmen finden und dieses hauptsächlich dem Einflüsse der Rabbinerschule zuschreiben müssen. — Man hat die Einkünfte der Schüler, die in solchen Hausern Unterricht ertheilen, die sonst nie einen Groschen für diesen Gegenstand ausgaben, auf 20,000 pol. fl. jährlich berechnet. — Daß die meisten Eleven der Rabbinerschule sich lieber deutsch als jüdisch kleiden, ist freilich ein Stein des Anstoßes bei den Alten und Frömmlern, aber unerklärlich bleibt es, daß bei all dem die Deutschgekleideten sogar bei den Zeloten Leichter Unterkommen finden, und mit mehr Achtung behandelt werden, als die jüdisch gekreideten. Was Wunder also, daß sie eine Mode nachahmen, in der sie einigermaßen Lmponiren können. — Wenn also Hr. Heringer in einem Artikel der Gazeta Codcienna von dem Hrn. Dr. J. B. in d. A. Z. d. I. Nro. 7 e. erwähnt; die Jugend an das Festhalten an verjährte Gebräuche mahnt, so hat er kemesweges von Irreligiosität der gewesenen Zöglinge der Rabbinerschule, zu denen auch er gehört, etwas gesagt, wie Hr. 1. B. fälschlich berichtet; die Schule giebt ihren Zöglingen keine Irreligiöse Richtung! — Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. ,, . Dre Verlwgshandlung. „Ein noch unverhekratheter Vorsänger, der von der „Natur mit einer starken und sonoren Stimme begabt, „musikalisch ausgebildet, als Lehrer scientisisch gebildet ist, „dabei die Fähigkeiten besitzt deutsche Bortrage zu halten, „auch wenn es gefordert wird, als Schochet fungiren „kann, wünscht zu Michaelis dieses Jahres einen größeren Wirkungskreis. Fidencirte Zeugnisse wegen mora- „lisch religiösen Betragens und bisherigen Leistungen sind „darüber aufzuweisen. Anfragen erbittet man in porto- „freien Briefen an die Verlagshandlung dieser Zeitung „unter Schiffre H. D." Druck von I. B. Hirfchfeld<