Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1840)
- Date
- 1840-06-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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iv. z-,hr<Mg. Allgemeine N«. SS. Zeitung -es Zu-euthums. Ein unpartheüsches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von »r. Ludwig Philipps»«, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig (Mit König!. Sächsischer allergnadigfter Concessi'on) Leipzig, den 6. Juni 1840. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere Hat sich die Königl. Sachs. wohllöbl: Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Syrien. Magdeburg, 24. Mai. Die Angelegenheit der Juden von Damaskus fahrt fort, eine Unzahl von Zeitungsartikeln hervorzurusen, die, anstatt zur Aufklärung oder zum Vergessen des traurigen Ereignisses beizutragen, die Gehässigkeit auch nach Europa übertragen, und in diesem Augenblicke namentlich in der Leipz. Allg. Zeit. Eisenmengcrische, ebenso von Ignoranz als Feindseligkeit zeugende Artikel bewirken. Wir können und wollen allem diesem nicht folgen, sondern nur solche Berichte heranbringen, die als Data und Fakta anzusehen sind. Die Vertheidigung der Juden von Seiten des englischen Missionsvereins ist gewiß eine eigenthümliche Erscheinung; der Bericht lautet wie folgt: „In der dieser Tage gehaltenen Versammlung der Gesellschaft zur Verbreitung des Cbristenthums unter den Juden wurde die Adresse einer Deputation der Mitglieder der Schottischen Kirche in Alexandrien an Mehmed Ali verlesen, worin sie ihn fragten, ob er irgend ein Hinderniß in den Weg legen würde, wenn man sich darum bemühe, daß die Juden sich nach Palästina begeben und dort Grundbesitz erwerben j konnten. Mehmed Ali soll darauf eine beifällige Antwort gegeben haben. Denselben Berichten zufolge, soll sich Mehmed Ali die Ereignisse von Damaskus sehr angelegen sein lassen und auf eine Adresse der dortigen Israeliten geantwortet haben, daß er, so lange er regiere, nie eine Spur solcher Grausamkeiten, die man den Juden zu Last lege, wahrgenommen habe, und daß er die Sache persönlich untersuchen würde." Man has viel von der Verwendung der englischen Regierung gesprochen. Allein diese scheint nichts weniger als gewiß zu sein. Denn in der Sitzung des Oberhauses vom 15. Mai wünschte der Marquis von Westmeath zu wissen, ob der brittische Konsul in Aegypten von dem Ministerium beauftragt worden sei, sich in Bezug auf die Verfolgung der Juden in Damaskus bei dem Vice-König zu verwenden. Seiner Meinung nach, sei jeder christliche Staat verpflichtet, cinzuschreiten, um Vorfälle dieser Art zu verhüten, und er halte sich überzeugt, i daß ein einziges Wort von Seiten der britischen Rei gierung jenen Gräueln ein Ende machen werde. Lord > Melbourne beantwortete diese Frage mit einem einfachen Nein. Daß auch die französische Regierung wenig zu thun, geneigt sei, ersieht man aus folgender Pariser Korrespondenz der Augsb. Allg. Zeit, vom 7. Mai, die auch außerdem interessant ist. „Die heutigen Pariser Blätter bringen einen Bericht des k. k. österreichischen Consuls zu Damaskus > an den k. k. österreichischen Generalconsul in Alexani dria, in Bezug der Damascener Juden, deren Marj tyrthum an die dunkelsten Zeiten des Mittelalters , er-