Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1840)
- Date
- 1840-04-25
- Page
- Seite 248 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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248 mit Anmerkungen eines Anonymus, von welchen er nur den geringsten Theil mit abgedruckt, zur Veröffentlichung übergeben habe. Statt einer Biographie des Nerf., die der Herausgeber''geschrieben haben würde, wenn er zu dem aus den Bibliographen Bekannten Neues hinzuzufügen gewußt hätte, wird eine Uebersetzung von „Zunz Gottesdienstliche Vortrage pag. 402 bis 410" gegeben. Das Lob der Klarheit und sogar einer gewissen Zierlichkeit und Gewandtheit im Ausdrucke, welches wir dem ersten Blatte der Einleitung zuerkennen, laßt sich leider nicht auf die erwähnte Uebersetzung ausdehnen, da selbige so sehr in dem aus der Eoncordanz sattsam.bekannten Style des Uebersetzcrs geschrieben ist, daß sie, selbst dem Kenner des Originals, unverständlich bleibt. Zum Schlüsse derselben macht der Uebersetzer [tag.XHI in der achten Anmerkung, der Kämpfe gegen die heutigen Kabbalisten, d. h. gegen die Sekte der Chasidim, gedenkend, eine dankenswerthe Mittheilung aus dem *m. In der folgenden Anmerkung, die sich auf die Schlußworte der Einleitung bezieht, giebt der Herausgeber ein Register der Werke des 'Leo Modenese, welches um so interessanter ist, da es von dem Vers, selbst herrührt und einem Ms. seiner Autographie entnommen ist. Es -folgt nun XV11 bis XX des bereits erwähnten Anonymus Vorwort, welches den Leo Med. rübmt und zwar» so wie die dem Buche angehangten Bemerkungen desselben Vfs. (pag. 81 bis 07), in nettem lesbaren Style geschrieben sind, aber, wie jene Anmerkungen, nichts Neues darbieten. Pag- XXI u. XXII enthalten ein Vorwort des Verss., nämlich einen kurzen Brief an Joseph Chamiz, an welchen übrigens dieses ganze Schristchen gerichtet ist. Dieser ein früherer Schüler des Leo Mod. ist von einem Verwandten desselben, Aharon Berechja Modenese, in der Kabbala unterrichtet und für dieselbe gewonnen worden. Die durch dieses Briefchen in dem Leser angeregte Begierde nach dem Buche kann erst dann befriedigt werden, wenn man die unter dem Titel nrwu zwischen das Vorwort und das Buch hineingeschvbene bis XXXII. reichende Jnhaltsanzeige der einzelnen Kapitel überschlagen hat. Das *) Auch diese Mittherlung ist eine verdienstliche, unsere Literatur bereichernde. Buch selbst, 80 Octavseiten umfassend, zerfallt in drei Theile, deren erster 10, deren zweiter 13, deren dritter 8 Kapitel enthält. In dem ersten Theile zeigt der Bf. die Unmöglichkeit der Kabbala ihrem Begriffe nach, demgemäß sie etwas Traditionelles und zugleich etwas durch Denken Producirtes sein will, was sich in sich selbst widerspreche. Daneben spricht er scharf und treffend gegen den Uebermuth, die Thorheit und die Intoleranz der Kabbalisten, welche sich in dem ausschließlichen Besitze der wahre» Gotteserkenntniß glauben und allen Nichtkabbalisten dcn Antheil am ewigen Leben absprechen, welche durch exegetische Spielereien, vermittelst mrrn u. dgl., alles ihnen Beliebige aus der Schrift herauszudeuten wissen, welche endlich sich eine richtigere Erkennrniß Gottes beimessen, als selbst Mose besessen. Im zweiten Theile zeigt er, daß die kabbalistischen Bücher jügeren Ursprungs seien. Im Talmud, bei den Geonirn, bei späteren Talmudinterpreten finde sich Nichts von kabbalistischen Geheimnissen; hatte es auch über dieselbe eine mündliche Tradition gegeben, wie durfte man sie niederschreiven, da doch die Abnahme der Frömmigkeit unter den Menschen zwar die schriftliche Abfassung der gesetzlichen Verrichtungen gebieten, die der Geheimnisse aber nur verbieten konnte. Besonders richtet er seine Untersuchungen gegen das Buch Sohar, als bestes Vf. er nach einer Erzählung bei Juchasin, die sich jedoch nur in der constantinopeler Ausgabe findet, den R. Mose de Lion nennt. In dem dritten Theile endlich spricht er von dem Nachtheile für das Volk durch die Verbreitung der kabbalistischen Bücher und Künste, indem jene bei der Aehnlichkeit des kabbalistischen Aberglaubens mit christlichen Dogmen die große Menge zum Abfalle von der väterlichen Religion verleiten, diese aber,, besonders in den Händen betrügerischer geldgieriger Menschen, den gemeinen Mann um sein Vermögen bringen. Der Vf. schließt fein Buch mit einer Nachschrift, worin er den Jos. Chamiz bittet, nicht etwa in einer Erwiderungsschrift die Bekehrung seines LehrerS zu versuchen, da derselbe lange über diese Dinge nachgedacht und seine Untersuchungen darüber bereits abgeschlossen habe, — Druck von Z. B. Hirschfeld,