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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-04-18 · Heft 16 (18.4.1840) · p. Seite 218

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 16 (18.4.1840)
Date
1840-04-18
Page
Seite 218 (sequence 6)
Language
German
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218 in Berlin gehört der von der sehr ansehnlichen Handelscorporation gewählte Präses der Kaufmannsältesten dem mosaischen Glaubensbekenntniß an." Aus der Altmark, 31. März. (Privatmitth.) Daß die öffentliche Meinung, auf die man sich immer beruft, um das Verfahren gegen die Juden zu bemänteln, durchaus nicht so gegen dieselben gerichtet ist, wie Viele wähnen, läßt sich aus vielen Factis, besonders im preußischen Volksleben, ersehen. Man muß nur nicht nach dem Stande der Dinge in großen Städten urtheilen, wo allerdings die lächerliche Arroganz, die eitle Prunksucht und dünkelhafte Halbbildung vieler reichen Juden oft Eifersucht und Haß erregt, sondern mehr auf kleinere Ortschaften sein Auge richten, wo die Menschen näher an einander geführt werden. So suchte vor Kurzem ein bairischer Israelit die Niederlassung an einem hiesigen Orte nach, die Königl. Regierung ließ deshalb die Ortsgemeinde befragen (wie dies in Städten bei der Stadtverordneten-Versammlung geschieht) ob sie Einwendungen zu machen habe und daß sämmtliche Bürger (die wenigen Ausnahmen hatten auch nicht etwa religiöse Gründe, sondern — merkantilische und verläugncten diese nicht) waren mit der Niederlassung des fremden Israeliten unter ihnen einverstanden. Ja, ein noch vollgültigerer Beweis von jener öffentlichen Meinung war, daß man sich höchlichst wunderte, gar befragt zu werden und von dem Ausnahmegesetz gar nichts wußte. Ueberhaupt sind viele, sowol Gebildete als Ungebildete, in Preußen gar nicht mit den die Juden noch betreffenden Beschränkungen bekannt und wundern sich, wenn sie von ungefähr davon Kunde bekommen, daß dieser oder jener Freund nicht Lehrer, Professor, Kreis-Physikus, Beamter u. dgl. werden könnte, weil er dem alttestamentlichen Glauben angehört. Ja, selbst vielen einzelnen Regicrungsbeamten müssen die Gesetze wegen der Juden oft erst in's Gedächtniß gerufen werden. Will man mehr Beweise von der das preußische Volk beherrschenden Toleranz! Der oben erwähnte bairische Israelit zeigte uns einen Brief von seinem aus Baiern nach Neuyork ausgewanderten Bruder vor, der mit Weib und Kind wegen der ihn.im Vaterlande treffenden Beschränkungen dasselbe verlassen mußte. Er rühmt sehr seine jetzige Lage, und daß ihm seine Profession (er ist Schuhmacher) zwar nicht Reichthümer, aber doch ein reichliches Auskommen gewähre. In dem Briefe freut er sich besonders des 'Umstandes, daß seine Kinder Gelegenheit hätten viel zu lernen, und daß neben völliger bürgerlichen Freiheit der Israelit auch Gelegenheit hätte, allen religiösen Vorschriften ungehindert nachzukommen, indem drei Synagogen und alle sonstige jüdische Institute vorhanden wären. Er ladet seinen Bruder ein, auch hinzukommen, indem er dort gewiß sein Unterkommen finden würde. Oesterreich. Preßburg, 15. März. (Privatmitth.) Folgendes ist der genaue Inhalt der Motion, welche der Deputirte der Pesther Gespannschaft, Herr v. Dubraviczky, in der Zirkelsitzung am 9. März, für die bürgerliche Gleichstellung der Israeliten gestellt hat: „Die löblichen Stände mögen die traurige Lage der israelitischen Einwohner Ungarn's in Betracht nehmen, und die Thatsache nicht aus den Augen lassen, daß die Israeliten Menschen sind. Ueberall im Auslande wird dieses Volk günstiger behandelt; nur in unserem Vaterlande leidet es leider noch unter Bedrückungen aller Art. Die allgemeinen Lasten trägt es wie alle Contribuenten; außerdem wird von demselben eine Duldungssteuer erpreßt. Vorurtheilc verschiedener Art schließen die Israeliten von der freien und uneingeschränkten Ausübung der Handwerke aus; denn wer nimmt einen israelitischen Knaben in die Lehre? — Als Soldat hat der Israelit, wenn er auch der tapferste Krieger ist, keine Beförderung anzusprechen; warum? weil er Israelit ist. Ich habe selbst Einen gekannt, dem seine Tapferkeit durch mehre Denkmünzen bezeugt wurde; gleichwol konnte er's nicht weiter bringen, als zum Unteroffizier. Warum? weil er Israelit war. Seiner Aufführung und seinen Heldenthaten nach sollte er längst Stabsoffizier sein. Betritt der Israelit die Bahn der Wissenschaft, so findet er auch da seiner Religion wegen kein Fortkommen; wiewol es nicht in Abrede zu stellen ist, daß es unter den Israeliten gelehrte und wissenschaftliche Männer gebe. Dieses Volk ist also bloß auf den Handel beschränkt. Daraus folgt, daß in Ermangelung des zu einem soliden Handel nöthigen Betriebcapital's der große Haufe zum Schacher und Wucher, und, wo dies nicht geht, zum Betrug gedrungen wird. Warum? weil er durch Vorurtheilc

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