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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-04-18 · Heft 16 (18.4.1840) · p. Seite 214

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 16 (18.4.1840)
Date
1840-04-18
Page
Seite 214 (sequence 2)
Language
German
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214 sie gern dern Verderben entreißen möchte. Soll sie sie verlassen? Nein! — Sie richtet ihre Bitte an jede mitleidige Seele, deren unerschöpfliche Menschenliebe ihr bekannt ist, und ruft ihr zu: Sieh hier arme Waisen, die mich anflehn, sie brave Handwerker werden zu lassen, hilf — ihnen! Und Sie, meine Damen, gerührt von dem Schicksale dieser Kinder, Sie legen Hand ans Werk. Zn Folge der vielseitigen Wünsche und Aufmunterungen von vielen Damen in Straßburg, Paris, Frankfurt und anderen Städten des Auslandes hat sich die Gesellschaft entschlossen, eine Lotterie zu Gunsten ihres Etablissements zu errichten. Ueberzeugt, daß Sie meine Damen durch Ihre Güte die Zahl der Loose verstärken werden, sei es dadurch daß wir Ihnen Handarbeiten, oder sonst was Andres, das den Absatz der Billette erleichtert, zu verdanken haben werden, :c. rc. Für die Gesellschaft: Alphons Natisbonne. Paris, 27. März. (Lerpz. Allg. Zeit.) Pariser Blätter enthalten ein Schreiben, worin Herr Abraham Wormser sich beklagt, daß ihm in Dresden der Aufenthalt versagt worden, weil er ein Jude sei, und daß. auch die französische Legation dies in der Ordnung gesunden habe, weil sächsische Gesetze es so bestimmen. Es heißt in dem Schreiben: „Vergebens machte ich den Einwurf, daß er (der französische Diplomat) nicht zu fragen habe, ob ich ein Jude sei; vergebens erinnerte ich ihn an den Artikel der Charte: „Alle Franzosen sind vor dem Gesetze gleich;" vergebens wies ich auf meinen Paß hin, wo stand: „Im Namen des Königs, wir rc. geben dem rc. auf, wo es nöthig, dem rc. Hülfe und Schutz zu gewähren;" Alles hals nichts. Ich fragte, was Frankreich thun würde, wenn vielleicht der Deputirte Herr Fould oder der Intendant Herr Worms de Romilly oder sonst Jemand zum französischen Geschäftsträger in Dresden ernannt würde; er gab mir zur Antwort, dieser würde, Frankreich, Se. Majestät, repräsentiren, und das sei ein Anderes." Deutschland. Karlsruhe, 30. März. Unter so manchen nützlichen Instituten, welche im Laufe weniger Jahre in unserer Stadt errichtet wurden, verdient die vom großherzogl. Oberrath der Israeliten im vorigen Jahr zum Unterricht der israelitischen Schulzöglingebegründete Anstalt, gewiß einer ehrenvollen Erwähnung. Von der Nützlichkeit des Unterrichts in der Land- und Gartenwirthschaft für ihren einstigen Berus als Lehrer überzeugt, hat derselbe im Frühjahr 1439 einen halben Morgen Garten gemiethet, und ihn unter Aufsicht eines Technikers, so wie eines Mitglieds des Raths von den Schulzöglingen bauen und pflegen lassen, wodurch dieselben nicht nur zur Kenntniß der Behandlung der meisten Feldfrüchte sondern auch aller Gemüse- und Suppenkräuter, sowie der Reben und Veredlung der Obstbäume, gelangten. Obschon bei den 15 vorhandenen Zöglingen nicht alle Wünsche ganz befriedigt wurden, so hat sich doch der großherzogl. badische Oberrath bewogen gefunden, wenigstens den 3 Besten eine Belohnung von je einem Dukaten und den 4 Nachfolgenden je einen Kronenthaler zur Aufmunterung überreichen zu lassen, was gewiß für die Zukunft gute Früchte bringen wird. (Karlsr. Zeit.) Heidelberg, 25. März. (Privatmitth.) Es ist wol eines der größten Verdienste der Allgemeinen Zeitung des Judenthums, daß sie Alles, was irgendwo im Stillen für religiöse Bildung geschieht, durch ihre Spalten dem großen Publikum vorführt. Hierdurch fand schon manche löbliche Einrichtung Anerkennung und Nachahmung. Demgemäß beehre ich mich, Ihnen folgende Verordnungen unseres hochwürdigen Bezirks-Rabbinen mitzutheilen: Heidelberg d. 27. Febr. 1840. R. R. No. 37. Großherzogl.-Badisches Bezirks-Rabbinat Heidelberg. Es ist eine, nach den Grundsätzen der israelitischen Religion und der Ausbildung unserer Synagoge unleugbare, Wahrheit, daß nächst einer frommen Erziehung im Eltern-Hause und dem Religionsunterrichte in den Schulen, eine dem Wesen der israelitischen Lehre gemäße, öffentliche Andacht, geschöpft aus den reinen Quellen der heiligen Schrift selbst, sowie aus unfern eben so heheren, als durch ihre Einfachheit und Weihe Herz und Geist erhebenden Gebeten, vorzüglich geeignet sei, den religiösen Sinn der israelitischen Jugend zu wecken, zu erstärken und zu beleben, daß die Vernachlässigung des öffentlichen Gottesdienstes aber den religiösen Sinn,

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