Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 4 (1840)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1840)
- Date
- 1840-04-11
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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211 Alexander. So würdet Ihr erst reif, wenn schon die Frucht Vermodert fällt vom abgestorbnen Stammt So würdet siegen Ihr, wenn Ihr besiegt Des Siegers Sohlen hingeworfcn küßt? Simeon. * Fallt dann der Sieger: steht Besiegter auf, Und nimmt das Zepter aus der todten Faust. Alexander. Wo hast Du die Gewißheit, wo das Pfand, Daß Du nicht fabelst mit dem trunknen Wort? Simeon. Hier hinter diesem Vorhang ruht das Pfand, Das ewig uns gewissen Sieg verbürgt. Alexander. Ich will es schau'n — Simeon. Verwegener, bleib' zurück! Nur der Gesalbte darf den Vorhang heben. Alexander. Wer ist auf Erden ein Gesalbter, wenn Nicht ich — Simeon. Gesalbt von Menschen, nicht vom Herrn — Alexander. Ich bin gesalbt durch Kampf und Schlacht und Sieg! Simeon. An Deinen Händen klebt Gefallner Blut — Alexander. Ich dring' hinein, wagst Du zu hindern mich? Simeon. Wie könnt' ich dies, wenn es der Herr nicht thut? Doch wahre Dich, Du gehst nicht, wie Du kamst — Alexander. Ich fürchte Nichts — es soll, es muß geschehen! (Alexander bebt den Vorhang zum Allerheiligsten, und schreitet hinein.) Simeon. Du hast's gewollt, so trage selbst die Schuld! (Alexander stürzt geblendet zurück, und bleidt in sich versunken stehen. In demselben Augenblicke heben die Leviten chö re an.) Erstes Chor. Hinter des Vorhangs goldenem Teppich Lagert des Bundes ewiges Zeugniß — Ueber der Lade goldenem Deckel Breitet der Cherub schattende Flügel — Ueber des Cherubs goldenem Haupte Ruhet des Einen himmlische Ehre: Dunkel und dunkel wirbelt die Wolke Bis zum Gewölbe des Himmels hinauf! Zweites Chor. Wolle das Göttliche nimmer schauen^ Leicht gezimmerter Staubessohn! Aus der Wolke fahren die Blitze, Die des Sterblichen Hülle verzehren. Aus der Wolke drohen Gesichte, Die des Auges Blicke verwirren. Daß von nächtlichen Grausesschrecken Er verdüstert wandelt die Bahn! Erstes Chor. Hast Du das Göttliche frech getastet, Bist Du dem Tode frühe verfallen. Deine Schritte, sie sind gezählt! Zweites Chor. Hast Du das Heilige frech entheiligt. Hast Du des Lebens Ziel Dir gesetzet, Taumelst trunken dem Tode zu! Beide. Hinter dem Schleier des Sichtbarwerdendcn Thronet der unsichtbare Gott — Heilig, heilig ist er allein! Seine Herrlichkeit füllet die Welt! Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. £{e zZerlagshaNdlUNg.