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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-03-28 · Heft 13 (28.3.1840) · p. Seite 188

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 13 (28.3.1840)
Date
1840-03-28
Page
Seite 188 (sequence 16)
Language
German
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188 Spaßhafter ist ein jüngst in B.... stattgefundener Vorfall. Da hatte der Vorsteher einem Mitgliede den Ankauf von N12L/2 (Mizwot) verboten, weil er seine alte Schuld noch nicht berichtigt habe. Dieser aber ließ sich dadurch nicht abhalten am Sabbate beim Verkaufe der Mizwot dennoch mirzubieten. Der Vorsteher ruft nun ihm zu, daß darauf keine Rücksicht genommen werden könne, weil er noch die frühem Betrage restire und da wirst nun unser Kauflustige den Betrag der Mizwa baar auf den Dies wollen aber die guten, frommen Leutchen auch nicht acceptiren und es entsteht nun ein solcher Lärmen und Skandal, daß die Polizei mit dem Bürgermeister an der Spitze zur Schlichtung des Tumults in den Tempel gerufen werden mußte. ,,Was soll ich dann aber nun," fragte dieser, „ihr verkauft am Sabbat in Eurem Tempel, wollt aber kein Geld nehmen, Credit wollt Ihr jenem nicht geben, wie soll er's nun bei seiner Kauflust machen"?! Und so könnte ich Ihnen noch manches erzählen, wäre die Sache nicht zu bitterer Ernst, als daß man darüber scherzen könnte. Wie es hierbei um die Bildung der Jugend steht, vermögen Sie nun schon selbst zu ermessen. Diese wachst mit geringen Ausnahmen in völliger Verwilderung, ohne alle Religion, ohne Kenntniß der heiligen Schrift, kaum es bis zum „Hebraisch- Lesen" bringend, heran. Es ist schauderhast, wenn man es ansieht, und ich frage: was soll daraus für die Zukunft werden? Endlich wäre es Zeit, daß alle Religiösgesinnten sich vereinigten, um einen bessern Zustand zu Wege zu bringen, soll nicht alles untergehen in chaotischer Auflösung, nicht auch das wenige noch verloren gehen, was wir gerettet von der Religion unserer Väter. Pommern muß einen Rabbinen haben! einen Rabbinen von anerkannter Frömmigkeit mit Thatkcaft verbunden, ausgerüstet mit Gelehrsamkeit und mit der Macht des Worts bekleidet. Seine Autorität würde den unruhigen Gemeinden Frieden geben; die Bessergesinnten würden sich um ihn als einen Mittelpunkt schaaren, und manche, die aus Unmuth über die Unordnung in unserm religiösen Leben, sich demselben entfremdet haben, würden zurückkehren zu dem Glauben ihrer Vater. Was aber die Hauptsache ist, er müßte die Schulen reorganisicen, oder vielmehr welche gründen, damit die Jugend nicht fürder aufwachse wie das Wild des Feldes. — Die Ausführung dieses Vorschlages ist so schwierig nicht, und es bedarf nur thatkraftiger Anregung um die Sache ins Geleise zu bringen. Der Hauptort Pommerns, Stettin, müßte der Sitz des neuen Rabbinen sein, und von dort aus kann auch nur die erste Anregung ausgehen. Der dortige Vorstand müßte ein kräftiges, das Bedürfniß deutlich darlegendes Sendschreiben an sämmtliche Hinterpommerns richten und sie zur Mitaufnahme und verhaltnißmaßigem Beitrage auffordern. Daß es nicht ohne Erfolg sein würde, dafür bürgt das sich täglich fühlbarer machende Bedürfniß, indem die Gemeinden, bei vorkommenden Fallen, jetzt gar nicht mehr wissen an wen sie sich wenden sollen. Ich sehe vorläufig hierin das einzige Mittel zur Abhülfe der geschilderten Uebel, die alle aus einer Quelle entspringen; Mangel an höhere Beaufsichtigung und Autorität," und bin überzeugt, daß das Gesagte genügen wird, den Eifer der Gutgesinnten dafür anzucegen. /wn -p» m ■jöwsd ba-nöi ms mrr aVi Welmy. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum' ausgenommen. Dre Verlagshandlung. In der Arnotd'schen Buchhandlung in Dresden und Leipzig ist so eben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Die Ci-esleiftrmg dev Juden in theologischer und historischer Beziehung von ». Z Frankel, Oberrabbinen der israelitischen Gemeinden zu Dresden uno Leipzig. II Bogen, gr. 8. Preis 21 Gr. Toleranz in Anrich. Zu Anfänge des Februar d. I. tritt eines Abends der in Ruhestand versetzte hiesige Senator Cramer in die, sich im Wirthshause „zum schwarzen Baren versammelnde Gesellschaft. Kaum eingetreten mischte er sich in die Gespräche der Anwesenden und erzählte: es habe sich jetzt endlich ein christlicher Kaufmann (Namens Enner) zur Errichtung einer Lichtfabrik, gemeldet, welchem auch vom Magistrate die Concession ertheilt worden sei. „Es ist mir gelungen," fügte er hinzu, „die Sache so lange zu verzögern, bis ein Christ sich meldete; denn zwei Juden (Wolfs und Hartog) welche sich schon seit länger, denn Jahresfrist, um jene Concession beworben hatten, wollte ich diese nicht geben, da das Geschäft zu einträglich für Juden ist. — Die Sache spricht zu klar, als daß sie noch einer Erlaute? rung bedürfe. Druck von I. B. Hirfchfeld<

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