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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-03-28 · Heft 13 (28.3.1840) · p. Seite 183

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 13 (28.3.1840)
Date
1840-03-28
Page
Seite 183 (sequence 11)
Language
German
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183 Es beugt mein Haupt, es beugt mein Rücken sich, Die Faust läßt sich in starre Fesseln schlagen, Doch nicht das Wort, wem es Apollo gab. Wem es der Muse goldner Strahl entzündet! Saul. Mit seinem Wort erschuf der Herr die Welt, Und da er sprach, erzitterten die Berge, Aegypten sank tief in des Meeres Grund, 'Und Babylon verging in öde Trümmer. Cajus. Ich stütze mich auf dies mein gutps Schwert, Das selbst des Rhein's Barbaren trieb zur Flucht, Der Pikten Bogen schnitt die Sehn' entzwei — Und ist Eu'r Wort auch ein geschliff'ncs Schwert, So ist's ein Schwert, das selbst des Weibes Hand Mit leichtbeschwingtem Zungenspiele führt. Und doch das Wort nur liebe ich an Euch. So sprecht Euch aus. Führt Eurer Völker Leben Vor meines Geistes Auge jetzt vorbei. Laßt allen Preis, ja, den Triumph der Kampfe, Den sie errungen, vor mir auferstehen, Baut ihnen himmelan ihr Mausoleum: Auf seine Spitze tritt der Römer doch. Und steht nur höher, wenn Ihr hoch gebaut! Agathokles. Doch wenn in Hellas' weite Marmorhallen Athenens ölbaumszweigbekränzte Schaar, Thaliens Zug, Melpomen's Chöre treten. Wenn durch Olympia's Helle Bahnen ziehen Des Wettgesanges siegestrunkne Helden, Wenn aus dem Mund der weisen Pythia Der dunkle Spruch der dunkeln Zukunft tönt, Wenn Akademos' Blüthengarten schallen Vom Wortgefecht der stirngefurchten Denker — Was soll der Sohn des sand'gen Jordans spreche». Der dunkeläug'g« Sabbatheiliger? Cajus. Am Hellen Mittag kämpfte er mit mir, Als längst der Grieche meinen Staub geküßt. Und nur im Schweiße könnt' ich ihn besiegen, Da Hellas schon des Fußes Tritt bezwang; Drum soll er reden, wie er es vermag! Und ist doch Asia der Mysterien Heimath, Die wunderbar des Hörers Ohr bestricken,' Nachdem, Ihr Griechen, Eure Speise längst Dem leckem Gaumen abgestanden schmeckt. Saul. Im heil'gen Buche steht es ausgezeichnet. Wenn Jawan haßt, wird Roma immer siegen"). Agathokles. Soll, Hellas, Deine Herrlichkeit ich preisen, Wer legt das rechte Wort mir auf die Lippe? So viclgewaltig drängt dein Leben vor, Durch aller Poren Ausgang schießt es Bahn, In Ucberfülle quillt's aus dem Gefäß, Und seine Gränzen schaut nicht Menschenauge. Was Großes ist auf menschlichem Gebiet Hervorgewachsen, dem nicht Hellas gab Des Werdens Gruß, der frohen Kindheit Wiege, Der Jugend Spiele, und des Mannes Kraft? Sprecht, welch' Gedanke hat in Hellas nicht Geburt gefunden? welche Kunst, welch' Wissen, Die irgend nur des Menschen Brust bewohnen, Ist nicht aus Hellas' Blüthenbaum entsprossen? Die Völker all' sind nur der Menschheit Schale, Der süße Kern ist Hellas ganz allein! Saul. Ja, wenn nur Menschliches auf Erden wohne. Wenn nicht das Göttliche cs überragen soll, Wie über Erden sich die Himmel wölben — Agathokles. Der Mensch war Thier. Zum Menschen ward er erst, Als der Hellene den Pelasger stürzte, Und seinen Bau auf dessen Mauern stellte. Da zog die Schönheit siegend mit ihm ein, Und riß des Wildes Fell ihm von den Gliedern, Begrub das Ungeheu'r in Gaia's Schooß, Und ließ die Anmuth ihren Reiz entfalten. Da tönt' Apollo's Leier, aus dem Marmor Erstand der Gott, die Tempel stiegen auf. Und in der Säulen hochgewölbter Halle Stieg reiner Lust der Opferdust empor. Zum Reigen ward des Lebens Stundenschaar *) Daniel, nach Auslegung. D. Redakt.

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